NSCs durch Gastspieler einführen

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Einführung und Charakterisierung von NSCs durch Gastspieler gemacht. In meiner aktuellen Dresden-Files-Runde sind so die „wahre Liebe“ eines der PCs, ein Lehrmeister und Intrigant des weißen Rates und demnächst die Mutter einer der PCs eingeführt worden.

Zu den großen Vorteilen dieses Verfahrens gehört, dass die NSCs oft schon gemeinsam mit dem Gastspieler gebaut werden, auch wenn es um die Mechanik geht. Das bedeutet schon mehr „Auswahl“ an Ideen, als ich sie alleine hätte haben können. Da Dresden Files mit dem FATE-System gespielt wird, kann ich als SL den frisch erzeugten NSC auch mit Aspekten ausstatten, die das gewünschte Verhalten „erzwingen“ – also zumindest Charakterzüge vorgeben, die oft bedient werden müssen, weil das freikaufen nur selten von meinen Spielern genutzt wird/werden kann. Der NSC tut also das, wofür ich ihn in das Spiel einführen will, etwa „intrigant sein“ oder „tragische Liebe“ – angetrieben durch die „Compels“. Durch das Spiel der NSCs in den Sitzungen, in denen der Gastspieler dann auch anwesend ist, werden die NSCs noch mal viel plastischer. (Übrigens ist das Gastspiel auch ein toller Recruiting-Pool). Ich bekomme also NSCs, die ich so nicht selber erfinden könnte, für den Preis einer nur geringfügigen „Verwässerung“ ihrer Kerneigenschaften.

Die Nachteile sollen nicht verschwiegen werden. Der Aufwand für die Rekrutierung ist recht hoch, und Gastspieler, die sich den kompletten Storybogen merken können/wollen sind selten. Es eignet sich also nicht jede NSC-Rolle für das Gastspielen, aber mir hat es jedesmal sehr gefallen. Die Diaries sind übrigens im Tanelorn zu finden.

Dieser Artikel entstand im Rahmen des Karnevals der Rollenspielblogs „Charaktere, Figuren und Charakterentwicklung [April 2012]„, der von Bjørn Jagnow organsiert wird.

Diary: Die Verteidigung des Manonmole

Der Michael aus meiner Runde war so nett ein Diary aus der Sicht seines Charakter zu erstellen.

 

Der Tag neigte sich dem Ende, als Liam wieder zusammen mit den Soldaten nach Old Boar Fort heimkehrte. Den linken Arm immer noch in einer Binde tragend, schwingt er sich stöhnend von seinem Pferd, als ein junger Mann hinzutritt und die Zügel des Pferdes übernimmt. „Magister, ich sehe, ihr habt euch tatsächlich dreckig gemacht! Willkommen zurück – wenn ich all die Soldaten sehe, ist es also tatsächlich mal gut gelaufen, oder nicht?“ Müde lacht Liam kurz, bevor er sich zu dem Mann wendet. „Danke, Derc. Ja, ich habe mich tatsächlich dreckig gemacht, doch geblutet haben heute andere. Es ist gut gelaufen. Aber es ist auch gut, dass es vorüber ist. Gebt das Pferd doch bitte zu den Knechten, die sollen sich drum kümmern.“ Der angesprochene winkt einen der Pferdeknechte heran und übergibt das Tier, bevor er sich wieder zu Liam umdreht. „Erzählt, Magister, wie ist es gelaufen? Und wer sind diese neuen Gesichter, die sich in Gesellschaft des Barons herumtreiben?“

 

Liam machte sich langsam auf den Weg in die die Festung, während sein Begleiter, Derc, zu ihm aufschloss. „Die Daradjaner? Die beiden begegneten uns nach der Schlacht um Morath, kurz nachdem Lord Redwall uns seinen Unterhändler schickte, der Bram die Herrschaft über seine Stadt zusicherte und mitteilte das seine Armee gegen Beer Fort und Boar Fort marschiert. Die beiden Daradjaner, Cormack und Steapa vom Clan Sturmfels, sind Freunde der Familie, in der Reynar wiedergeboren wurde. Sie versprachen der Familie, das Kind zu retten, und deshalb suchten sie Bram. Sie unterstützen uns, dafür wollen sie mit uns Reynar und seine Geliebte retten… ich meine…“ Liam stockte an dem Eingang zum Palast, sein Blick ging über die Mauern des Forts hinaus ins Leere. „Ihre … Wiedergeburten. Was von ihnen übrig ist.“ Ein kurzes Räuspern, dann fährt Liam fort. „Ohne Cormack und Steapa, und dem Geist des goldenen Ritters, Culwain, der sie begleitet, wäre Redwall Plan vermutlich geglückt. Es war der Geist des goldenen Ritters, der uns darauf hinwies, das Redwall den Weg über den gefrorenen Fluss nehmen würde, vermutlich um Normath anzugreifen, oder Baron Brams Stadt an der Küste.“

 

Derc öffnete die Tür in das Gebäude, und beide traten ein. „Und das war tatsächlich Redwalls Plan, sagtet ihr?“ fragte Liams Begleiter. „So ist es. Deshalb stauten wir den Fluss des Nachts mit einem Steinschlag, das machte den Weg für Redwalls Reiter unpassierbar. Die Armee flohen noch in derselben Nacht vor den Fluten, kopflos, ihren Tross ließen sie hier vor unseren Toren zurück. Wir entschlossen uns, nachzusetzen und die Armee aufzulösen. Die Stone Crows, leichte Reiter und Infanterie verfolgten sie, die Bewohner des Manon Mole wurden aktiv, versperrten Pässe, vernichteten Brücken, verschütteten Wege, alles, um die Angreifer aufzuschrecken und ihre Flucht zu erschweren. Da erreichte uns eine Nachricht von einem unserer Späher, die – glaube ich – sowohl Redwalls Söldner als auch uns unvorbereitet trafen.“ Liam tritt voran auf eine Wendeltreppe, die den Turm hinaufführt, und dreht sich dann zu seinem Begleiter umgedreht. „Ihr habt die Gesellschaft um die ältere Dame gesehen, die unter dem Wappen des Baron reist?“ Derc weist mit einer Hand durch einen Spalt weiter hinunter auf den Hof. „Ja, die kamen mit euch. Seine… Mutter?“ Leise lacht Liam. „Ja, seine Mutter. Sie wollte ihren Sohn mal besuchen, nachdem seine Verlobte doch verstorben ist. Der Krieg mit Redwall hat sie überrascht. Und auf einmal reist sie mitten durch den Fluchtweg von Redwall geschlagener und verzweifelter Armee. Wir sind mit einer Handvoll Leute hin, um sie zu warnen und zu schützen. Wir haben uns ein wenig weiter ins unwegsame Gelände zurückgezogen und dort Redwalls Häscher erwartet.“ Etwas verstört schaut Derc Liam hinterher. „Aber… wie wolltet ihr denn von dort vor den Reitern flüchten?“ „Flüchten? Wir wollten ihre Vorhut dorthin locken, und das hat funktioniert. Während Steapa, der große Daradjaner, die feindlichen Soldaten abwehrte, hat Baron Bram mit einigen unserer Soldaten den Anführer der Vorhut besiegt. In der Zeit hat Cormack, der kleinere von den beiden, ein Gelehrter, sehr begabt in der Strategie und anderen Dingen, unsere Truppen zum Angriff auf die Reiter geführt. Ein voller Erfolg.“

Die beiden Männer erreichen die Tür zu einer Kammer, die Derc für den Magister öffnet, was dieser mit einem leisen „Danke“ quittiert. „Aber Magister, für solche verbissenen Kämpfe sind aber viele der Reiter mit hier in die Feste gekommen – und das alles erstaunlich freundlich und friedlich. Wie kann das sein?“ Mit einem Grinsen dreht Liam sich zu seinem Gefährten um. „Wie das sein kann? Cormack hat viele Talente, und der Baron viel Geld. Cormack hat ihre Kapitulation ausgehandelt. Dabei hat er den Anführer und einen Großteil der Söldner, Regnars schwere Reiterei, auf unsere Seite gezogen. Die anderen haben Waffen und Ausrüstung zurückgelassen und kehren heim.“

 

„Also ein glücklicher Tag, oder, Magister?“ Liams Miene trübt sich etwas „Glücklich? Lord Reynar starb in der Schlacht, ein ehrenhafter und ehrlicher Mann, den ich gerne Freund genannt hätte. Seine Geliebte, seine Seelenverwandte, starb. Und Seelenverwandte, die füreinander bestimmt sind seit unzähligen Zeiten, wurden wieder auseinandergerissen. Wiedergeboren wurden sie von Redwall geraubt und verschleppt, ihre Eltern ermordet. Redwalls Armee, die er zum Kriegszug gegen Nagrilla gerüstet hatte, steht urplötzlich vor unserer Tür. Und ohne den Ratschlag des goldenen Ritters wären sie über unsere Verbündeten hergefallen und hätten uns wieder ausgetrickst. Wir leben noch, und haben Unterstützung einiger schwerer Reiter, die in Redwalls Diensten standen, sowie der beiden Daradjaner. Wir haben noch nichts gewonnen.“ Dercs Blick sinkt betroffen. Aufmunternd klopft Liam seinem Gefährten eine Hand auf die Schulter. „Aber ihr habt recht: Wir leben noch, haben Redwalls Pläne durchkreuzt und ein paar neue Freunde gefunden. Ein guter Tag. Und vielleicht lassen sich daraus noch mehr Vorteile ziehen – Wo ist Colin?“ „Colin? Nun, ähm, ich denke, er dürfte jetzt bei Anicca sein. Ihr wisst, die hübsche Dienstmagd, die sich immer um die Wäsche kümmert?“ Ein Lächeln huscht kurz über Liams Gesicht. „Wäsche, schon klar. Sagst du ihm morgen bitte, er soll mal sich mal ein wenig bei unseren neuen Waffenbrüdern rumtreiben? Ein wenig umhören, vielleicht neue Freunde finden, die hilfreich wären? Ich werde erstmal aus dieser Rüstung raus, dann ein Bad und einen Heiler wegen dem Arm aufsuchen. Morgen ist auch noch ein Tag“ Kurz verabschiedet Liam sich von Derc und schließt die Tür seiner Kammer und zieht mit schmerzverzerrtem Gesicht das Kettenhemd aus. Als das Kettenhemd endlich auf dem Boden aufschlägt, betrachtet der Magister es noch einen kurzen Moment. „Hoffentlich ist morgen auch ein guter Tag. Wir werden noch einige brauchen, bis Reynar und seine Seelenschwester wieder gerettet ist.“

Dungeonsalyers! Oder Hilfe meine Gruppe ist böse

Gestern Abend habe ich trotz absolut mieser Laune eine Runde Dungeonslyayers geleitet. Die Gruppe besteht auf echt netten Leuten, wir essen immer noch gemeinsam vor dem Spiel und unterhalten uns viel.
Auch das die Spieler vollkommen undiszipliniert im Spiel sind ist eine Tatsache mir der ich mich aufgrund der netten Runde abfinde. Ich spiele halt mehr Bier und Brezel als etwas anspruchsvolles.
Als Abenteuer habe ich mich großzügig bei Meckwick’s Revenge by Aaron Frost & Mundi King bedient, einem Beitrag zum One Page Dungeon Contest. Der war zwar nicht vom Moritz aber irgendetwas ist ja immer..
Nach einigen geringen Modifikationen die mir ein besseres Spielen meiner SLC erlauben und den Spieler die von ihnen so oft vernachlässigte Charakterdarstellung forcieren sollte, kam noch mal der Hinweis auf eine Passage im Text vom Regelwerk:
Punkte für Rollenspiel
Atmosphärisches und charakter-gerechtes Rollenspiel sollten gefördert werden. Ein Charakter kann dadurch pro Situation bis zu Stufe x 2 EP verdienen.
Los ging es, die Gruppe besiegte Gegner um Gegner um schließlich den ersten Kill von mir hinzunehmen. Nun fingen die Spieler an zu Rumoren, dass die Gegner zu hart seien. Ich hatte die Gegner aber fein säuberlich nach den Regeln an die Härte der Gruppe angepasst und war sogar etwas unter den Vorgaben geblieben, welche im Regelwerk stehen, weil mein Kämpfer nicht mit dabei war.
Eben dessen Fehlen wurde jetzt angeklagt und nachgefordert, weil dioe Gruppe niemanden hatte, der in der ersten Reihe stehen würde und die Schläge abfängt.
Merkwürdig, ich spiele seit nun mehr 26 Jahren und es ist das erste Mal, dass eine Gruppe will, das der SL seinen Charakter aktiv mitführt.

Vielleich liegt es auch daran, das in der Gruppe eine Späherrin, ein Heiler,eine Schwarzmagierin und ein Zauberer sind, die sich alle keine Gedanken über ihre Defensive gemacht haben und ware Monster in ihren Spezialbereichen sind. Aber One Trick Ponys bei Dungeonslayers?
IMHO keine gute Idee.
Naja, ich bin als in der Mitte der Mappe, wo ich entgegen dem Original einen Teleporter eingebaut habe und sol richtig loslegen will, da hören die Abenteurer wieder das Trappeln der Söldner mit dem Sybol des guten Gottes auf ihren Schildern und benutzen den Teleporter.
Die Begegnung mit einem höheren Dämonen versetzt die Spieler in Freude und sie bieten ihm voller entzücken an, für ihn zu arbeiten und den Rest der Welt in seine Sklaven zu verwandeln..
Oh man, jetzt sitze ich echt in der Patsche!
Auch wenn der SL in dieser Runde immer schön rotiert, habe ich so meine Probleme damit für eine böse Gruppe zu leiten. Das mag sich für einen SL, der seine Gruppen regelmäßig mit brutalsten Gegnern, Missgunst, Verrat und Dekadenz jeglicher Art bombardiert komisch klingen, aber es ist so.
Ich mag keine bösen Gruppen!
Vielleicht ist es, weil ich zu eingeschränkt denke, vielleicht auch weil ich die Gewalt und Boshaftigkeit bei meinen SLC immer im Griff habe und weiß, dass meine Grenzen nicht überschritten werden.

Wie ist das bei Euch?

 

Diskussion hier oder auf RSP-Blogs.de

Spielercharakter tötet Spielercharakter

Eigentlich lustig, dass ich die Sache hier kurz nach dem Text mit Bubs da ist er Tod schreibe, aber das Leben ist halt manchmal echt humorvoll.
Nach langen Debatten und dem zähen Ringen hatte mir ein Problemspieler aus einer vergangenen im Vollrausch die Zusage abgerungen, dass ich ihn wieder in der Runde mitspielen lassen würde. Er wollte als Zeichen seines Einsatzes auch die Kampfpfade übersetzen. Also mal flugs einen Charakter erstellt und ihn am Donnerstag mit zum Spielen genommen. Einzig das „Ambitioniert“ Binding auf 3 machte mir ein paar Sorgen, wo der Spieler doch oft so unflexibel aus der Sicht seines Charakters handelt. Die Runde begann mit dem gemeinsamen Essen und den dabei gewürfelten Company Rolls für Reign und der neue Spieler brachte sich klug ein. Er hatte von mir das Lob auf Michael und seinen klugen Einsatz der Company zum Spionieren gehört und wollte es ihm nachmachen.
Bei einem der Spieler ging es zur Sache, seine Company wurde von einem NSC schwer angegangen und verlor 3 Punkte Souverreignty. Da der Spieler keinerlei Punkte in Ansprachen gelegt hatte, welche die Stimmung unter seinen Gefolgsleuten hätten verbessern können, schlug der neue Spieler eine Hochzeit zwischen ihm und der einzigen Tochter des Charakters vor. Er würde das Fest ausrichten und damit die Company retten.
Diese Vorhaben nickte ich ab und stellte 2 Punkte Souverreignty Bonus für 3 Monate in Aussicht, genügend Zeit für den Spieler anderweitig aktiv zu werden und den Wert zu Pushen.
Das Fest wurde ausgerichtet und ich fuhr eine volle Ladung SLC auf um die Spieler zu manipulieren.  Besonders der Baron von Ald Amas aus Umat machte dem Charakter große Versprechungen. Macht und Reichtum in seinem Gefolge, die er durch eine Erhöhung des Treasurewertes versprach.
Das war als Köder gedacht um den Spieler zu seinem Schwiegervater in Spe zu bringen und eine gemeinsame Kampagne gegen den Baron von Ald Amas zu starten.
Fehlanzeige!
Der Spieler verkündete darauf stolz, dass er nach der Hochzeit seinen Schwiegervater vergiften lassen würde und auch mein Kommentar, dass es sich hier um einen Mitspieler handelt, konnte ihn nicht von seinem Plan zur Macht abbringen.  Ich versuchte als SL nach einmal auf den Spieler einzuwirken und wies darauf hin, dass auch er in Zukunft Opfer von Giftanschlägen werden könne, wenn er so handle, aber der Spieler herrschte mich an, dass er wisse wie ich leite und dieses Risiko eingehen würde.

Der Mensch ist ein echt guter Kumpel, aber in dem Moment hätte ich ihm echt den Schädel spalten können.

Nun ja, die Hochzeit ging durch und der Spieler machte sich ans Werk. Er versuchte mittels Faszinate einen anderen Charakter  zu überreden und reagierte etwas entsetzt, als dieser nicht einmal würfelte um ihn zu widerstehen.
Das Würfeln als zentralen Bestandteil meines Leitens einfordernd blickte er mich an und erwartete ein Einschreiten, doch ich nickte nur und erklärte ihm, dass das schon so in Ordnung gehen würde, denn der Charakter hätte einen Vorteil (Iron Mind), der ihn immun gegenüber Einflüsterungen machen würde.
Der Spieler lehnte also kalt lächelnd das Angebot des Charakters ab,  rief seine Wachen und sperrte zusammen mit denen als Hilfe einen nackten und verschnürten Charakter in eine Zelle mit einem Schloss, dass er magisch sichern ließ.
Der Charakter in der Zelle hatte nur noch eine Chance, seinen Gönner. Um ihn im Spiel zu halten habe ich dem Spieler den Company Roll auf Spionage machen lassen, der auch glückte. Sein Gönner wusste also was vorgefallen war.
Jetzt wurde es schwierig, der Gönner wusste also um die Gefangennahme des potentiellen verbündeten und machte sich auf den Weg um den Charakter loszueisen. In der Folge gab es gutes Charakterspiel und harte Verhandlungen, bei denen der Gönner patzte.
Also eskalierte dieser die Sache so, dass der König ein Urteil fällen sollte (der war ja eh zur Hochzeit anwesend) Der König hörte sich beide Seiten an und entschied, dass die Sache in einem Gottesurteil geklärt werden solle.
Es kam also zu dem Kampf auf Leben und Tod, die Seite meiner Stammspieler rüstete dafür mächtig auf.  Über Runden und ein Inscription Ritual würde die Rüstung des Kämpfers mit Runen aufgebretzelt. Zusätzlich nahm der Spieler sich die Mission, den anderen Charakter zu töten und er Rief Islik an, ihn zum Sieg zu führen.
Der neue Spieler sah sich das Ganze mit Entsetzen an und bettelte um Hilfe von seinem Gönner, dieser möge ihn magisch unterstützen. Doch der Gönner hatte das Urteil des Königs vernommen und sich entschieden, den unliebsamen Mitwisser nicht zu unterstützen.
Sagen wir mal so, der Kampf war recht kurz und als der Charakter des Spielers bewusstlos  war hielt sein Gegner noch eine Rede und schlug ihm dann den Kopf ab, den er auf eine Lanze spießte und vor das Tor hängte.
Ich fragte den Spieler des toten Charakter jetzt, wann wir in der nächsten Woche denn seinen neuen Charakter machen wollten, doch der meinte ich würde ihn ja eh immer ins Messer laufen lassen und stürmte aus der Bude.
Meine abschließende Frage bleibt natürlich, ob ich wirklich so gemein war oder der Charakter einfach nur seine eigenen Methoden zu spüren bekommen hat.

Ist mir auch egal, der kommt so schnell nicht wieder.

In der Nachbesprechung der Runde kam es zu einer recht lebhaften Diskussion, wie wir denn nun mit PvP umgehen wollten und ich sagte, dass es mir grundsätzlich egal wäre aber ich am Anfang der Kampagne eine harmonische Gruppe bevorzugen würde, die sich mit wachsender Macht voneinander entfremdet, wenn es denn unbedingt sein soll.
Die Gruppe hat sich deshalb untereinander fleißig Treueschwüre abgenommen um ihren Willen zur Zusammenarbeit zu zeigen.

Pfiffige Lösung 🙂

[The one Ring/Der Eine Ring] Diary:Auf der Suche nach Prinz Glòin

Am Sonntag hatte ich das Vergnügen beim MSch eine Runde The one Ring/Der Eine Ring zu spielen und möchte meine Eindrücke zu dem Abenteuer noch einmal hinterlegen. Schon Vorweg, ich muss da mal mit dem Moritz und dem Boni spielen, vielleicht biete ich es sogar auf dem Funcon an.

 

Das Treffen bei Martin und Dani fing schon einmal gut an, die Mitspieler waren pünktlich und ich kam mit bei den mit gebrachten Süßigkeiten mit meinen zwei Tüten Chips echt armselig vor, zumal die anderen Mitspieler noch geräucherten Fisch mitgebracht hatten.

 

Wir haben dann zusammen die Charaktere erschaffen, was pro Charakter so ungefährt 20 bis 25 Minuten gedauert hat, weil Martin alles sehr ausführlich erklärt hat. So bekam man neben den Charakteren und ihren Fertigkeiten oder Merkmalen noch eine Erklärung der verschiedenen Rassen in der Gegend, wo wir starteten.

Beorninger: Die Anhänger des Beorn sind ein raues und unabhängiges Volk. Ihre Treue gegenüber ihrem Anhänger und seiner Lehren ist stark und sie beschützen ihre Gebiete mit einer ebensolchen Wildheit, wie sie sich den Schatten in den Weg stellen.

Zwerge des Einsamen Bergs: Nachdem sie die Heimat ihrer Ahnen, Erebor, wieder in Besitz genommen haben, sind die Zwerge derzeit damit beschäftigt, ihre Heimat wieder aufzubauen. Die jüngsten Erfolge haben dafür gesorgt, dass einige unter ihnen sich schon Gedanken darüber machen, welche anderen längst verlorenen Festungen man ebenfalls wieder zurückerobern könnte.

Elfen des Düsterwalds: Jahrhundertelange Kämpfe gegen die Schatten haben dafür gesorgt, dass die Elfen anderen Völkern gegenüber äußerst misstrauisch sind. Die Allianz der Elfen, Menschen und Zwergen für die Schlacht der fünf Armeen und die Vertreibung des Nekromanten aus Dol Guldur, könnte allerdings eine Initialzündung dafür sein, dass die Nachbarn in Zukunft enger zusammenarbeiten.

Waldmenschen: Die Waldmenschen haben, mit Hilfe des Zauberers Radegast der Braune, im Schatten von Dol Guldur überlebt. Nun, da der Nekromant vertrieben wurde, bietet sich ihrer Kultur die Chance zu wachsen und zu gedeihen.

Hobbits: Für gewöhnlich sind die Hobbits eine vorsichtiges Volk, das zufrieden damit ist, zu Hause zu sein und sich um den Garten zu kümmern, weswegen man Hobbits nicht allzu oft auf Abenteuern antrifft. Tief in ihrem Inneren schlummert aber in vielen jungen Hobbits ein Verlangen nach Abenteuer, ein Begehren, die Dinge mit eigenen Augen zu sehen, die in den alten Geschichten beschrieben werden.

Zur Erschaffung der Charaktere kann ich nur sagen, das sie die Klischees, welche ich aus den Büchern von Tolkin kenne stark unterstützen und einem mit den verschiedenen Punketen aus der Entwicklung immer mehr Infos zum Charakter der Figur liefern.

 

Ein Beispiel:

Ich spiele Kowi, der als Kultur Bardingerhat.

Mein Lebensstandart ist Wohlhabend.

Ich bin ein Kings Men und habe als Bardingen dadurch den Kulturellen Vorteil, dass ich bei Proben gegen Mut den 12 seitigen Würfel 2 mal würfeln darf und mir das bessere Ergebnis aussuche.

Meine Berufung ist der Schatzjäger und meine Schattenschwäche ist die Drachenkrankheit (was auch immer das ist)

 

Meine Besonderheiten sind Bootsführer, Schwimmen und Taschendiebstahl. (Schade, dass ich auf die Fertigkeiten dazu so schlecht bin, da muss ich noch EP rein pumpen..)

 

Meine Charakteristischen Merkmale sind Abenteuerlust und Standhaftigkeit

 

Meine Atribute sind

Körper 5 (7)*

Herz 5 (6)*

Köpfchen 4 (7)*

*= In Klammern gesetzte Werte gelten für bevorzugte Fertigkeiten, wenn Hoffnung eingesetzt wird.

 

Ich mache mit meinem Langschwert (3) 5 Schaden bei einhändigen Kampf, 7 Schaden, wenn ich zweihändig kämpfe. Zusammen mit meinem Kettenhemd (12), dem Schild (3) und dem Helm (6) kostet mich meine Ausrüstung 24 Punkte Ausdauer. (Die Ausdauerkosten für die jeweiligen Ausrüstungsgegenstände habe ich in Klammern gesetzt.)

 

Diese Ausdauer oder Erschöpfungskosten sind echt heftig und ich werde da später noch einmal genauer drauf eingehen.

 

 

Nachdem die Charaktere fertig waren gab es eine kurze Einführung, wir wären schon zusammen durch den Düsterwald gereist um zum 5 Jährigen Fest der Tötung des Drachen Smaug in der Stadt am See zu erscheinen. Wir kannten uns also alle und hatten uns laut dem Sl auf der Reise angefreundet.

 

Nicht elegant, aber wirksam. Ich persönlich bevorzuge eher die Methode, dass sich die Spieoler selber verknüpfen, aber so oldscool hat auch seinen Reiz und ist vor allem viel schneller.

 

Es dringt uns während der Festivitäten die Kunde zu Ohr, dass der König seinen Neffen vermisst und mich packt in der gier nach einen EP die Abenteuerlust, aber der SL nimmt zwar meine Meldung huldigend zur Kenntnis, ohne einen EP zu verteilen.

 

OK, das wird schwierig mit der Erfahrung über diese Merkmale….

 

Schnell hat sich unsere Gruppe zusammen gefunden und wir leiern dem Herren der Stadt auch noch eine magische Trommel aus dem Kreuz. Nach einem verpatzten Bootfahren, das ich über Reisen würfeln musste, machen wir eine kurze Pause und werden dank eine dummen Kommentares von mir auch noch von großen Fledermäusen überfallen. Hier habe ich den einzigen wirklich guten Wurf des Abends, eine Gandalf Runde und 3 Sechser, was meinen Schaden mit der Waffe auf 20 hochtreibt und die Fledermaus in der Mitte spaltet.

 

Danach läuft es besser, der der SL lässt und die Informationen zum Gallow Reed in Form eines alten Kinderreimes zukommen, doch alle versagen beim Kunde Wurf dazu. Sogar der echt gute Hobbit.

 

Wir lassen unsere Boote den Weg am Wasserfall runter tragen und folgen den Spuren der zwei Zwerge. Unterwegs fällt uns irgendwann auf, dass wir von Waldelfen verfolgt werden und wir beschließen wiederum diese auszukundschaften, was uns gelingt.

 

Der Anführer der Waldelfen sieht den Zwerg und den Hobbit mit bösen Blicken an und rückt nur wenige Informationen raus, bevor wir im Smalltalk versagen und die Waldelfen sich zurück ziehen. Die Tabelle für Begegnungen und was sie erzählen macht einfach Sinn. Auch wenn ich sie als Spieler nicht verstehe, hat der SL die Situation gut gemeistert und die Regeln ins flüssige Spiel übertragen.

 

Sogar In Charakter Gespräche waren ansatzweise zu führen. Der Waldelf, der den Hobbit und den Zwerg nicht mochte war übrigens der Diener aus dem kleinen Hobbit, der auf Bilbo aufpassen sollte. Das hat der SL uns relativ charmant gesteckt.

 

Ich folgte meiner Abenteuerlust und machte um das Lager der Zwerge rum proben auf Spuren Lesen. Dafür bekam ich dann auch einen EP, als ich den Troll, der aus dem Wasser empor stieg mutig angriff. Zur Sache, der Troll war ein echtes Miststück. Ich hatte mich in eine defensive Stellung begeben, weil ich mit 4 W6 und dem W12 ziemlich gut treffe. Da der Troll mit Sicherheit auch nicht schlecht war habe ich mir gedacht, die Stellung in der Defensive (18 als Wurf um getroffen zu werden) ist besser, weil er mich dann vielleicht nicht trifft.

 

Pustekuchen!!

 

Der Troll hatte auch einen W12 und 3W6 was stochastisch gesehen wohl so ein Mittel von um die 15 ergab. Aber durchschnittliche Würfe sind was für Weicheier und der Troll langte gleich mit einer 24 zu, was mir den Matt Status (1-3 auf dem W6 werden nicht mehr auf den Wurf aufaddiert) verpasste. Ich wurde aber glücklicherweise nicht umgeworfen und bekam dank meiner fetten Rüstung auch keine Wunde. Wobei ich in der zweiten Runde etwas mürrisch wurde, denn der SL gab mir bei dem Wurf meiner Rüstung gegen den Schaden/die Wunde nicht alle Würfel als Efolge, weil ich ja Matt sei. Aber wirkt sich mein Matt auch auf die Schutzwirkung der Rüstung aus? Ich glaube eher nicht, doch das wollte ich lieber nach dem Spiel klären.

 

Zusammen mit den anderen Gefährten besiegten ich den Troll und wir fanden auch noch heraus, dass der schon von den Zwergen bearbeitet worden war.

 

Wir waren also auf dem richtigen Weg!!

 

Wir folgten den Spuren der Zwerge und machten auch noch einmal kurz Bekanntschaft mit dem Gallow Reed, welches uns schon in dem Gedicht/Kinderreim an dem Wasserfall vorgekommen war. Jetzt wussten wir, wie es aussieht und konnten es dann umgehen. Durch das Wandern im Sumpf bekamen wir alle einen Punkt Schatten/Schattenpunkt.

 

Nach einigen Tagen kamen wir an einen See und verfolgten mit den Augen ein paar abgemagerte Krähen, welche in einem Schornstein verschwanden, der aus dem See ragte und aus dem ein Glockenklingeln erklang. Unser Zwerg erlag dem Klingeln der Glocke und folgte ihm unter den See. Ich versuchte ihn noch via Tauchen zu Retten oder zu verfolgen, doch ich versagte.

 

Oben machten sich meine Kameraden auf den Weg, den Zwerg zu retten. Der Hobbit wurde an einem Seil in die Tiefe gelassen und wir fanden unseren Weg in die Tiefe. Dort erblickten wir ein paar rote Augen, welche durch unsere Fackeln angelockt worden waren. Unser Hobbit verscheuchte die Wesen mit der magischen Trommel und wir erkundeten die Gänge des Baus. In einer Kammer welche zweifellos über dem Wasser lag, entdeckten wir einen großen Berg voller Goldmünzen und Geschmeide. Aber wir bekämpften die Gier in uns erfolgreich und suchten weiter nach den beiden vermissten Zwergen.

 

Die fanden wir hinter einer Tür, welche sie mit ihrer Axt verbarrikadiert hatten,doch sie waren zu schwach um uns im Kampf gegen die Wesen, die den Bau bewachten zu helfen. Da der Zwerg und mein Charakter schwer angeschlagen waren, verzichteten wir auf einen weiten Kampf und zogen uns mit der magischen Glocke im Gepäck zurück.

 

Die Rückreise wurde dann übersprungen und noch kurz erklärt, was es in der Heimat so gab. Wir haben jetzt einen Hort 5 Wert, und 2 EP. Was ich mit meinem extra aus dem Spiel in der Gruppenphase machen kann, wollen wir beim nächsten Spiel klären.

 

Fazit:

Das Regelwerk kann etwas. Es vermittelt mir durch alle Techniken ein gutes Gefühl für die Welt. Es sorgt dafür, das ich so eine Art Mittelerde Feeling wie beim Lesen der Bücher bekomme. Die Würfe werden schnell und unkompliziert gehandhabt, Rüstung und Waffen sind gut balanciert.

 

Nur die Sache mit der Erschöpfung ist imho nicht so gut geregelt. Wenn ich meine Rüstung die ganze Zeit im Boot liegen habe, warum erschöpft die mich dann? Und wieso ist ein gesunder Mann schon vom Tragen einer Rüstung total erschöpft? Sollte das nicht im Laufe des Tages zunehmen, oder wenn man sich mehr da drinn bewegt hat? Egal, ich werde mir das Spiel mal genauer ansehen und freue mich auf die Fortsetzung der Runde, denn Mitspieler und SL waren prima.

 

Wenn The one Ring denn schon in der Papierform raus wäre, dann würde ich es sofort beim Roland bestellen um genauer damit zu arbeiten (Der Uhrwerk Verlag das in Kürze auf Deutsch raus, dann sollte ich noch warten?!…)

 

Zum SL und dem Abenteuer.

 

Der SL, immerhin einer der ganz wenigen Leute bei denen ich jederzeit eine Kampagne spielen würde hat mich dieses Mal überzeugt. Er war Regelfest, hat es geschafft die Atmosphäre der Spielwelt zu versprühen und uns mit allerlei Wissen gefüttert, welches die Welt farbig erscheinen lies.

 

Gute SLC und eine vernünftige Darstellung runden die solide Vorstellung genau so ab, wie das geschickte Umschiffen der gefährlichen Railroading Klippen in einem fertigen Abenteuer. Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass ich in eine Richtung gezwungen wurde. Der Rest meiner kleinigkeiten die mich gestört haben wird sich in den nächsten Spielen erfahrungsgemäß von alleine beheben, wenn der SL und wir Spieler das System besser beherrschen. Ich weiß, das MSch mit wachsender Regelsicherheit als SL noch mal ne ganze Ecke aufblüht und bei besserer Kenntnis der Charaktere dann noch eine Schippe drauf legt.

 

Und da freue ich mich drauf.

 

 

 

Auch wenn ich wegen der Sache mit der Rüstung schmolle…

 

Guckt mal auf die Uhrwerk Seite, wenn ihr Interesse am Spiel habt. Eine Rezi schreibe ich, wenn ich das Spiel selber und in PAPIERFORM besitze oder ausleihen kann.

DSA von eigenen Gnaden mit D&D4

Am Samstag nach dem Feencon in Bad Godesberg hatte ich das außerordentlicheVergnügen, eine Runde D&D4 beim Ralf zu spielen. Mir war im Vorfeld schon ein Charakter per Mail zugestellt worden, der mehr als nur Kopetent aussah und als Elfischer Bogenschütze ziemlich etwas wegrocken würde. Die Komplexität des Systems sollte mich anfänglich vor Schwierigkeiten stellen, obwohl der Gastgeben und SL meine Powers farblich markiert hatte, damit ich wusste welche ich permanent, einmal pro Encounter oder einmal pro Tag/Abenteuer anwenden durfte.

Da muss ich für die anstehenden Abenteuer beim Chaos Aptom echt noch mal einen Zahn zulegen.

Es gab trotz der Ansage, dass diese Runde eher brettspielig ist äußerst gelungene Einleitung in der unser SL mal zeigte, was er so stimmungstechnisch drauf hatte. Danach gab es einen typischen D&D4 Kampf in dem ich ziemlich fiese versagte, weil ich mit meinen Powers noch nicht ausreichend vertraut war. Das hätte ganz schön in die Hose gehen können, denn ich war sozusagen 2 gefühlte TP von meinem Tod entfernt, bis mein Nachbar und ebenfalls neuer Spieler die Runde darauf hinwies, dass man erst ab dem Wert … Tod wäre. Kurzes Grübeln, Nachlesen und die unausgesprochen im Raum stehende Frage, ob der Beinahe TPL nach den Regeln auch passiert wäre.

Man konnte es förmlich riechen.

Nichts desto trotz machten wir weiter und schnetzelten uns in feinster D&D 4 Manier durch die Monster oder schoben sie über die Battelmap. Der Kampf zum Lernen war also zu Ende und wir kamen zum „Stimmungsteil“ Wir erfuhren, wie unsere Gruppe in der Nähe von Allbrücke war und mit den Nachwirkungen der letzten Konflikte zu tun hatte. Uns blieb die absolute (?gefühlte?) Handlungsfreiheit und der SL ließ es laufen. Unsere Entscheidungen mussten mit Würfeln unterlegt werden und auch das Rollenspiel kam in dieser Sequenz nicht zu kurz.  Für mich der Höhepunkt des Abends weil irgendwie „echtes“ Rollenspiel und nicht D&D Brettspiel.

Der SL glänzte an dieser Stelle mit einer hervorragenden Kenntnis von Aventurien und des Abenteuers. Er vermittelte keinerzeit das Gefühl, wir müssten irgendetwas machen um den Plot voran zu treiben sondern überlies uns vollkommen die Kontrolle über das Geschehen. Nach einigen Proben und einer viel zu kleinen Pizza machten wir uns dann auf den Weg in den Haupt Encounter, der nach 5 Stunden Spiel zu Ende war, ohne das mein Bogenschütze auch nur einen Kratzer abbekommen hätte.

So soll das sein!

 

P.S

Bei jedem Kritt einen Absinth trinken ist eine echt schlechte Idee bei so einer Gruppengröße und wenn man 2 Leute dabei hat, die 2 Angriffe die Runde machen. Der SL war zum Ende des Kampfes ganz schön in Form und wurde uns Spielern gegenüber immer großzügiger.

 

 

Fazit:

Die Story scheint bei der Runde wirklich nur Begleitwerk zu sein, was ich schade finde, denn Aventurien und das Abenteuer bieten imho super viele Möglichkeiten für Drama und gutes Rollenspiel. Die Kämpfe müssen dadurch nicht weniger hart oder fordernd sein. Der SL verschenkt durch den Fokus auf das Brettspiel auch sein Potential.

Aber die Gruppe will es wohl so und so kann ich absolut nachvollziehen, dass es so gespielt wird wie sie es spielen. Hier könnt ihr übrigens die Diarys der Runde lesen.

Die Eroberung des Mannon Mole Teil 3

Da meine Spieler am letzten Freitag keine Lust oder Zeit hatten, ich aber den fürs Spielen vorgesehenen Termin nutzen wollte habe ich mit 3 Freunden ein wenig Wind ins Mannon Mole gebracht. Die 3 Truser Bürger reicher Abstammung Lowe Myrradyn, Mowbray Gower und Gryna Callaway machten sich auf den Weg ins Mannon Mole um zu sehen, was dort los war, denn ihre Eltern wollten einen lukrativen Handelsvertrag abschließen um sich darauf hin einen Adelstitel kaufen zu können. Alle Spieler investierten massiv in Anhänger und so machte sich die Expedition mit nicht weniger als 2000 Mann (2 Truppen a Henchmen 3) auf den Weg um für den benötigten sicheren Zugang zu sorgen.

Schon am Anfang des Spieles drückte ich aufs Gas, denn bei einem One-Shot soll man ja nicht bescheiden sein. Die jungen Herren machten sich auf den Weg und vollendeten mit ihren Truppen die angefangene Sicherung des Weges. Dann wurden sie von Cloe von Normath besucht und diese langte mal ordentlich zu. Leider bei dem Spieler der sich das Berserker Gift ausgesucht hatte und als Binding Hate Women auf 2 hatte. (2 ziemlich böse Geschichten mit Frauen in seinem Hintergrund)

Also fing ein äußerst kurzer und heftiger Kampf an, an dessen Ende Cloe von Nomath tot war. Nach einer Rücksprache mit den Eltern (Traumreisen sind was feines) entschieden dich die 3 Männer den Leichnam von Cloe zu ihrer Mutter zu bringen um zu retten, was noch zu retten ist. Sie vetrauten dabei auf die legendäre Güte der Mutter von Cloe, Lady Gaebrilla of Normath:

Diese machte aber den Männern das Leben nicht eben einfach und sie mussten sich den Weg aus der Stadt Normath freikämpfen, was dank eines vorher ausgearbeiteten Planes auch gut gelang.

Dann wurden die 3 Männer vom feinsten überrollt. Lady Gaebrilla hatte den Eltern der 2 Freunde reiche Belohnung in Aussicht gestellt, wenn diese ihre Kinder nicht unterstützen würden und die Eltern hatten zugesagt. Jetzt saßen die jungen Herren also mit einer größeren Armee in den Bergen fest und überlegten, wie sie sich unabhängig von ihren Eltern ein Auskommen verschaffen konnten. Sie schnappten sich also ihre Truppen und machten sich nach einer Weissagung auf den Weg die verlassene Stadt Neris Gate zu machen, wo im goldenen Zeitalter ein großer Brage Tempel gewesen sein sollte.

Sie schlugen sich ohne große Probleme mit 2 Stämmen und einigen Räuberbanden in der Gegen rum, die sie ganz brachial ausmerzten um dann in den Ruinen der Stadt mit Sektieren des Grey Dream Kultes zu tun zu bekommen, die der festen Meinung waren, das der „Träumende“ in dieser Stadt verborgen sein. Nach der Entdeckung einer Eisenmine entschlossen sich die Freunde die Stadt neu zu beleben und sich mit dem König Eric von Banas More zu verbünden um so Zugang zum König Euwen Derc Jaraslas zu bekommen und etwas mehr Sicherheit zu erhalten.

Damit endete die Sitzung und ich war hoch zufrieden.

Fazit: Ein Major NSC platt, aber dafür ordentlich Bewegung in der Gegend. Die Gruppe stellt mit 2000 Mann einen echten Machtfaktor in der Gegend dar und hat dank Mine und verbündeten König erst mal Ruhe im Gebiet. Ein Angriff auf old Beer Fort war zwar gelant, wurde aber wegen der Verbindung zum Königreich Huelt verworfen.

 

Die Eroberung des Mannon Mole Teil 2

Dies ist das Diary zur zweiten Runde der Gruppe, die in Hamburg stattfand und durch einen der NSC aus dem Baroniespiel gewürzt wurde. Der Spieler (JollyOrc) hatte sich bereit erklärt mir beim etablieren eines Plots zu helfen und sich ins Spiel einzubringen um meinen Ideen zum Spiel neuen Auftrieb zu verleihen.

Die Runde fand in Hamburg beim Karsten statt und ich muss sagen, dass der menschliche Faktor bis auf eine Störaktion während eines Spotlights von Ludovico und einer SEHR harschen Reaktion von mir darauf echt traumhaft war. Alle Spieler sind sich hoch sympathisch und so hoffe ich auf eine lange und ergebnisreiche Kampagne.

Zum Geschehen:

Nach einem kurzen Vorgeplänkel schmiss ich Gunnar mit seinem neuen Charakter Dyrek of Berrinia direkt ins Feuer und ließ ihn mit dem Baron Galbroke von Berrina interagieren. Der Baron ließ sein Protegee auch gleich mal ein paar Informationen einholen und einen Trupp für die Reise ins Mannon Mole bestellen. Dyrek agierte klug und nahm einen Trupp gut ausgestatteter leichter Reiterei, welche die Strecke mit den beiden Protagonisten schnell schaffen sollte.

Während dessen trat der gute Jens mit seinem Charakter Reynar of Falliwell in Erscheinung und machte damit aus einem NSC der letzten Runde einen Protagonisten. Er unterhielt sich mit seinen beiden Vorgesetzten und sie planten einiges für die Zukunft der Burg. Conrad Nagria erklärte sich bereit nach Redwall zu reisen und ein paar Leute aus der Stadt zu rekrutieren, die dieser aufstrebenden Gemeinde mehr Ackerfläche, Bier und bessere Häuser bescheren sollten. Außerdem sollte er einen Islik Priester überreden etwas Geld für die Suche nach dem Tempel springen zu lassen.

Olli ließ seinen Charakter losmaschieren, obwohl er wusste, dass 2 neue Charaktere auf dem Weg zur Gruppe waren und er dadurch weniger Spotlight haben würde. Das hat mir sehr imponiert.

Auf dem Weg nach Bluewall traf er auf den Baron und Dyrek. Der Baron ließ seinen Protègè von der Leine und den ersten Kontakt mit einem der neuen Machthaber hier in der Gegend machen. Conrad stellte sich dabei nicht gerade diplomatisch an und der Baron fand ein paar belustigende Worte für sein Protegee, die in einer Runde mit Fanmail nach Belohnung geschrienen hätten.

Conrad lies eine Brieftaube nach Hause fliegen um die hohen Gäste anzukündigen und machte sich weiter auf den Weg nach Redwall. Während Bran sich eine Weissagung bezüglich des Tempes von Islik machen ließ und ein paar kryptische Worte bekam, die später noch an Bedeutung gewinnen sollten.anschließend machte er es besser als Conrad und kam seinen erlesenen Gast entgegen. Natürlich auch um ihn bei bösen Absichten nicht in die Mauern der Heimat lassen zu müssen. Als erstes schickte er seinen Champion Reynar los, der sein smpathisches Äußeres mit einer Charaismatik Mask verstärkte und auf die nahenden Truppen einen unglaublichen Eindruck machte.

Bran tischte recht fein auf und verhielt sich nach allen Regel der Etikette hervorragend. Nach einem kurzen Palaver nahm Bran seine Gäste mit auf den Weg in die Heimat und richtete dort ein kleines Festbanket aus, nicht ohne von dem Baron einen gestopften Schwan, den dieser herbeiempowert hatte zu essen. Reynar versuchte während dessen eine der Reiterinnen aus dem Gefolge des Barons klar zu machen und versagte trotz seiner Charismatic Mask. Er fing sich ein Lust Binding ein, und begehrt diese Frau jetzt aufs äußerste.

Ich schnitt zu Conrad, der in Redwall Leute anheuerte und dabei einigen Erfolg hatte. Schließlich ließ ich einen Anhänger des Gottes AMAYMON, den er gleich zu rekrutieren versuchte, dabei aber patzte. Doch zumindest der Kontakt und die Möglichkeit zu Aufträgen gegen Bezahlung sind da.

Während dieser Szene gab es die von mir am Anfang erwähnten Störungen auf die ich so extrem reagiert habe. Danach wurde die OT Unterhaltung in die Küche verschoben. Nicht unbedingt etwas, was ich gut finde, weil die Spieler dabei den Plot nicht folgen können, aber es war ruhig. In der Küche wurde dann auch noch ein Witz gerissen, wann mein erster weiblicher Schlampen/Arschtreter SLC kommen würde und die Spieler sollten nicht lange warten müssen.

Nach dem nächsten Schnitt kam also Chloe of Nomath ins Spiel:

Chloe bollerte voller Kraft gegen das Tor der Befestigung und ihre mit Runen verzierte Rüstung glänzte im Abendlicht. Der Baron von Berrina kannte Chloe und ihr Temperament und es kam zu einer sehr spontanen und leidenschaftlichen Begrüßung. Chloe war im Old Beer Fort um Verhandlungen zu starten. Ihre Stadt war inmitten der Watchtower die wirtschaftlich potenteste, aber der Handel litt unter den Steuern der diversen Könige zur linken, die König Euwen Derc Jaraslas anhingen oder den Königen zur Linken, die dem Lord Galrode von Redwall verbunden sind und für ihn erbarmungslos Zölle einfordern um seine wirtschaftliche Macht zu festigen.

Baron Berrinia warnte die Gruppe vor Chloes überschäumenden Temperament und sie ließen sich auf Verhandlungen ein, die damit endeten, dass Nomath 300 gut ausgerüstete Wachen mit Kettenhemd und Schild zur Verfügung stellte und einen Weg durch das Moor bauen wollte um die Zollschranken und eventuelle Seeblockaden zu umgehen.Dafür würden die Herrscher des Old Beer Fort von der Stadt keinen Zoll nehmen und ihr im Falle eines Angriffs beistehen.

Es gab einen Schnitt und ich sprang zu Conrad, der vom Gwynnefryd dem Champion des Lord of Redwall am Tor der Stadt drangsaliert wurde. Conrad schaffte es trotz einer fetten Platzwunde (blindet) über dem Auge den Champion zur Seite zu reiten und mit seiner Truppe und den Handwerkern zu fliehen.

Wieder zurück bei den Verhandlungen ging es hoch her, denn Bran versuchte dem Baron ein paar Truppe aus dem Kreuz zu leiern und Chloe übte auch Druck auf den Baron aus um ihn zum Abstellen von Truppen zu verpflichten, aber der Baron blieb standhaft und Chloe machte Dyrk zum Anführer ihrer Truppen um den Baron enger an sich zu binden.

Das war von mir gezielt so eingerichtet worden, denn Gunnar sollte mit Dyrk ein Machtfaktor in der Gegend werden, den anderen Charakteren auf Augenhöhe begegnen. Mit Reynar hingegen habe ich noch keine aktuellen Pläne, der soll laut seinem Spieler Jens erst einmal der loyale Gefolgsmann bleiben.

Der Baron bekam von mir nach den Verhandlungen ein Problem aufgehalst, der Lord von Redwall mochte ihn nicht mehr, jetzt wo er die Leute in seinem Hinterhof unterstützte und der Stadt Normath einen zollfreien Weg ins Königreich HUELT sicherte. Das brachte mich auf die Idee, an dem Abend noch etwas zu eskalieren, wenn die Umstände stimmten.

Chloe wurde noch von Reynar bearbeitet, doch dank eines persönlichen Giftes war sie immun gegen seine Schmeicheleien und reiste wieder ab. In der glitzernden Morgensonne fiel Reynar auf, das ein Fenster in der glitzernden Morgensonne so etwas wie eine Karte auf einen Tisch warf. Reynar, Sohn eines Kartographen wurde neugierig und putzte das Fenster um die Karte besser sehen zu können. Doch es dauerte einige Tage, bis er die Karte fertig stellen konnte und Dyrk schlich sich eines Morgens neben ihm um das Werk zu bewundern. Aber Dyrk ging nicht zum Baron um ihn die neue Info kund zu tun. Er sicherte seinen Posten und das Vertrauen in ihn, indem er ruhig blieb und das Geheimnis wahrte.

Derweil machte sich der Baron zu Berinnia auf den Heimweg und entdeckte eine Falle. Doch der Anführer der Reiter machte einen folgenschweren Fehler und ließ die Falle stürmen. Er hatte wohl am Abend vorher zu tief ins Glas geschaut. Eine Lawine begrub einen Teil der Truppen und schloss den Pfad in diese Richtung ab. Der Baron blieb bei seinen Männern und das obwohl er dachte, dass ihn das in Gefahr bringen könnte. (Der Spieler wusste es auf jeden Fall)

Nachdem alle lebendigen Gefolgsleute geborgen worden waren und die Toten verbrannt wurden, wollte sich die Truppe auf den Weg in die Heimat machen und wurde eingekesselt. Hinter sich die Mauer aus Steinen, vor sich die Pikiniere des Lord of Redwall versuchte der Baron zu fliehen, konnte aber aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht gut genug reiten um es zu schaffen. Er erdacht sich eine Taktik und setzte einen Esoteric Path ein um die Truppen zu pushen, aber die Macht des Schicksals (oder besser gesagt meine Würfel) waren gegen ihn und das obwohl ich mich verschätzte und den Champion die falsche Incantation sprechen ließ, welche ihm Bonus im Wettbewerb lieferte aber nicht die Truppen vor Angst schützte.

Egal, der gute Baron hatte beim Wurf kein Glück und ich schon. Seine Truppen wurden überwältigend geschlagen und ein Großteil überlebte nur, weil der gute Baron sich opferte und in de Gefangenschaft begab. Dem Baron wurde eine seltsame Kette umgehängt, welche ihn am weglaufen hindern sollte und er ritt mit Gwynnefryd nach Redwall.

An dieser Stelle verließen uns Gunnar (Dyrk) und der JollyOrc (Baron Darriwell), weil es schon recht spät war.

Karsten plante viel und schließlich ließ er Bran seine Freunde Reynar und Conrad in Sturmkrähen verwandeln, was ein super Einfall war, denn die 17 Krieger der Sturmkrähen, die auch zu diesem Trick in der Lage waren schlossen sich voller Begeisterung an um den Baron und Gwynnefryd vor der Stadt abzufangen. Reynard versteckte sich gut und enthauptete Gwynnefryd mit einem Hieb von hinten um den Baron frei zu bekommen. Doch das Halsband erwies sich als sehr gefährlich und tötete die beiden jungen Helden fast. Auch eine Hexe die das Halsband entfernen sollte schaffte es mit ihren 9 Würfeln nicht und starb bei dem Versuch.

Also flohen die Freunde voller Zorn vor den anrückenden Truppen des Lord von Redwall und ritten nach Hause. (Nicht ohne vorher den Leichnam geplündert zu haben)

Es gab noch ein paar Planungen und Ansätze, bevor ich die Runde beendete, weil ich am nächsten Tag arbeiten sollte (4 Stunden Schlaf sollten es dann schon sein)

Das Baroniespiel

Das Baroniespiel brachte Heute folgendes Ergebnis. Der Baron von Berinnia schaffte es aufgrund Würfelglück und guter Planung den Lord von Redwall mit sich zu versöhnen. Er wird einen Monat beim Lord als Freund und Gast bleiben, aber der Gruppe langsam und sicher den Geldhahn abdrehen um den Lord nicht noch weiter zu beeinflussen.

Die beiden anderen Lords werden hoffentlich in der Woche aktiv und sagen, wie sie agieren wollen.

Ein Hintergrund für meine Reign-Artesia Kampagne

Den Hintergrund hat der Olli eingesendet um mir eine Freude zu machen (und einen EP abzugreifen).

 

Conrad Nagria

Da stand ich nun im Thronraum unter all dem anderen Gefolge und sah zu, wie Bram mein Bruder im Verderben in sein Unglück gestürzt wurde. Gleichzeitig sah ich den Baron von Gallos, den Mann, dem ich seinen wertvollsten Schatz nahm – eine Bürde, die ich mir und Bram auflastete, obwohl alleine ich es war, dem eine einfache Demütigung nicht genug war für all die Schmach, die ich erleiden musste durch Oswik Gallos Hand.

Was sollte ein guter Freund und Komplize in so einer Situation fühlen? Ich weiß es nicht. Ich fühlte Erleichterung und hämische Freude darüber, dass es nicht mich traf.
Doch lasst mich, werter Leser, etwas früher beginnen, wie eine solche bösartige Kreatur wie ich sie bin, überhaupt entstehen konnte.
Manche Saat zeugt nur giftiges und stacheliges Gestrüpp. Diese Gewächse sind aber leicht auszumachen. Gefährlich sind jene tückischen Kräuter, die ihr Gift und ihre Dornen hinter schönen Blüten und vollen Blättern verbergen.
Die Saat, aus der ich entstanden bin, konnte gar nichts anderes als solche Kreaturen wie mich und meine Geschwister entstehen lassen. Lord Theodred Nagria, ein ehemals unbedeutender Adeliger, der gut und klug geheiratet hat und sich so die Lordschaft erschlich, entstammt einem Geschlecht, welches sich seit Generationen der Suche nach nützlichem und profitablem Wissen widmete und auch hie und da Aufgaben übernahm, die in gewissen Kreisen als moralisch äußerst verwerflich gelten würden.
Mein werter Vater verkörpert all die Eigenschaften, die zur Erfüllung dieses Erbes notwendig sind und sein Ziel war es stets, sie an sein eigen Fleisch und Blut weiter zu geben. Theodred heiratete klug und geschickt die dritte Tochter des Lords Nagria. Interessanterweise verstarben oder verschwanden meine älteren Onkel und Tanten mütterlicherseits alle alsbald nach der Hochzeit. Die Götter hatten den alten Lord schwer gestraft, aber da war noch seine jüngste Tochter Lilian, deren Gatte sein Erbe antreten konnte.
Gesichert durch diverse persönliche und diskret zusammengetragene Informationen festigte mein werter Vater seine Stellung als Lord Nagria. Auch die Ehe war reich gesegnet und drei Sprösslinge gab es an der Zahl, wobei ich der dritte war.
Gerne würde ich die anderen beiden hier nur erwähnen, doch spielen sie nach wie vor eine große, wenn auch unrühmliche Rolle in meinem Leben.
Mein werter Vater ist getrieben von dem Gedanken, dass Rivalität und Kampf förderlich für die Stärkung des Charakters, des Geistes und auch des Körpers ist. Bei einem Ritter mag sich dies in Wettkämpfen und dem Versuch, sich bei Schlachten und Kriegen bei der Anzahl der erschlagenen Feinde zu bieten, ehr- und ruhmreich erscheinen. Doch bei einer Familie aus Spionen sieht ein Wettstreit anders aus.
Vater spielte meine älteren Geschwister Colin und Silga und mich geschickt gegeneinander aus. Er belohnte jene, die die finstersten Geheimnisse über die jeweils anderen herausfanden und bestrafte die Friedfertigen unter uns. Vor allem Silga hatte zu leiden. Sie ist eine sanftmütige Blume und kommt ganz nach Mutter. Als sie ins heiratsfähige Alter kam, machte ihr ein Mann mit leeren Taschen und wenig Einfluss den Hof, doch Vater wünschte sich eine politische Hochzeit mit einem gutsituierten einflußreichen Adeligen (der zudem aufgrund seines Alters kurz vor dem Ableben stand). Leider hatte Silga ermutigt durch die närrrisch romantischen Vorstellungen unserer Mutter eine andere Ansicht und ehelichte ihren Geliebten heimlich.
Als Vater davon erfuhr, war er außer sich vor Zorn. Voll Wut versprach er mir, seinem bevorzugten Sprössling, der im Gegensatz zu seinen unbegabten Geschwistern ein wahrhaftiger Freund der Schatten ist, sein Nachfolger zu sein. Ich war noch sehr jung, aber mein Blut war bereits gezeichnet von Trickserei, Täuschung, Verrat und allerlei nützlichen Dingen, von denen all die ehrenhaften Rittersleut nichts wissen wollen und was sie verachten, es ihnen aber wieder und wieder ihre kostbaren Leben und Lehen rettet.
Ich fädelte ein kleines Ränkespiel ein. Ich tat dies nicht einmal wegen der versprochenen Belohnung, sondern es ging mir stets um die Anerkennung meines Vaters. Als dann all die Zeugen bezahlt und die Beweise gelegt waren, informierte ich Silgas Gatten heimlich von einer Beziehung mit einem fremden Manne. Der Plan war perfekt durchdacht und so kam es, dass vor Wut zeternd und entehrt er sie verließ. Bedauerlicherweise war der Plan an sich perfekt, doch bei den Nacharbeiten war ich schlampig und alsbald fand sie heraus. Nicht genug damit, sie verriet es auch noch Mutter, welche mit Kummer und Gram zusehen musste, wie ihre romantischen Träume von einer Familie in den Staub getreten worden waren und nun auch noch ihresgleichen unter betrügt. Von da ab war unsere Beziehung immer etwas kühl, um es vorsichtig auszudrücken.
Mein lieber Bruder Colin hingegen, ist ein feiner Bursche und wir sind beide aus dem selben Holz geschnitzt. Ganz im Gegensatz zu Silga, die zu weich und zu schwach war, waren unsere Kämpfe stets von Respekt und Hochachtung vor der Persönlichkeit und den Fähigkeiten des jeweils anderen gezeichnet. Er hat noch immer so eine Art Loyalität in diversen Menschen zu wecken. So scharte er eine Gruppe Jugendlicher um sich, die ihm stets gehorchten. Darunter war auch ein gewisser Leon, ein Taugenichts, der leider sehr charmant sein konnte. Diesen Charme spielte er bei meiner damaligen Angebeteten aus und verbreitete lästerliche Gerüchte über mich, auf dass die holde Dame, deren Namen nicht interessant sein soll, mich nicht mal mehr ansah.
Dem werten Leser mag bewußt sein, dass ich außer mir war vor Zorn und als ich ihn eines Abends allein stehen sah, ließ ich meinem Gefühl freien Lauf und streckte ihn nieder. Leider wußte ich nicht, dass er für Colin aufpasste, als dieser einen Auftrag Vaters ausführte. Es ging um die Vergiftung eines reichen Händlers, der sein Geld in die falschen Geschäfte investiert hatte. Colin vollführte den Auftrag bravourös, aber es wurde Leons Leiche entdeckt. Sein Name war bekannt und mit wem er sich rumtrieb auch. Zudem trat sein gewaltsamer Tod in der Nähe einer kürzlich verstorbenen wohlhabenden Persönlichkeit ein.
Vater lächelte und Colins Augen durchbohrten mich mit glühendem Hass, da er nun all seine Beziehungen und Kontakte spielen lassen musste, um sich diesem Dilemma zu entziehen. Vater befand, dass es vielleicht in aller Interesse wäre, wenn ich meine weitere Ausbildung am Hofe des Stone King abschließen würde. Es wäre meiner Gesundheit jedenfalls zuträglich. Leider leider informierte ihn keine seiner Quellen über Oswik.
So jedenfalls forderte er einige Gefallen ein und ich kam an den Hof des Stone King und schlußendlich stehe ich hier im Thronsaal – ein durch und durch giftiges Gestrüpp – vielleicht nicht ganz so giftig, denn bereits jetzt überlege ich, wie ich meinen und Brahms Kopf vom Beil des Henkers fernhalten kann.