Cons und die Rollenspiel Schatzies/Freundinnen

Warnung: Der folgende Text enthält abfällige Bemerkungen über Leute die auf Cons immer bei den gleichen Leuten spielen. Wer zu dieser Gattung der Spieler gehört, sollte den Text nicht weiter lesen!

Es ist ja ein seltsames Phänomen, mit diesen Leuten, die ich so im Allgemeinen als Rollenspiel Schatzies bezeichne. Meiner einer fährt wohl wie die meisten Leute zu einem Con oder einem Treffen um mit neuen Leuten zu spielen und eine schöne Zeit zu haben. Ich entdecke immer wieder richtige Perlen als Spieler mit denen ich auch lange nach dem Con noch Kontakt habe oder die sogar in meine Runden aufgenommen werden. Man trifft die Spieler wo anders wieder, verabredet sich zum Treffen bei denen oder bei mir und hat ganz normal Spaß. Soziales Netzwerken im Rollenspiel Bereich.

Nicht so der Typus des Rollenspiel Schatzies. Er fährt zu einem Con und spielt bei seinem Stamm SL oder nur mit den Leuten die er kennt und mag. Rein logisch betrachtet finde ich das merkwürdig. Man könnte die Leute auch woanders treffen und das wäre ohne Eintritt, schlechte Stühle, Lärm und den Rummel auf dem Con möglich. Aber Rollenspiel Schatzies interessiert so etwas nicht. Die Angst vor einer schlechten Runde oder Leuten die eventuell nicht so toll sind wie sie, sitzt in ihnen anscheinend so tief, dass sie sich dem neuen verweigern und lieber beim gewöhnten bleiben.

Bösartige Leute aus meinem Umkreis schimpfen so etwas auch gerne RSP-Inzest.

Man verstehe mich nicht falsch:

Auch ich mag gute Spieler.

Ich mag auch viele Leute mit denen ich dann gerne mal auf einem Con Spiele.

Auch ich lade auf Cons gerne mal mir bekannte Leute ein, von denen ich weiß, dass sie gut spielen können oder gut zu einer bestimmten Runde passen.

Keiner sollte auf Zwang nur mit neuen Leuten spielen.

Aber die Rollenspiel Schatzies übertreiben es einfach. Wenn ich eine Runde sehe, die bei ihrem Stamm SL auf einem Con Spielt, dann frage ich mich ernsthaft, ob die geistig noch gesund sind. Ähnlich verhält es sich mit den Leuten die ich auf Cons immer in den selben Runden sehe.

Haben die kein Zuhause, wo sie spielen können? Sieht es bei ihnen wirklich so schlimm aus, dass sie es keinem anderen Menschen zumuten können? Warum nehmen die ehrlichen und netten Spielern auf dem Con Luft, Raum und Ressourcen weg? Da bekomme ich Plaque!

Schlimmer als die Rollenspiel Schatzies sind eigentlich nur noch die Rollenspiel Freundinnen, die egal wann und wo mit ihrem Freund, dem “angeblichen” super SL, spielen müssen. Ich frage mich immer ob die Freunde es den Mädels oder Frauen verbieten, oder ob die wirklich sozial so verarmt sind, dass sie bei keinem anderen SL mehr Spaß haben können. Naja, ein Mensch wie ich kann sich nur schwer in so etwas rein denken, als ich mit zwei Spielern meiner Stamm Runde auf dem NordCon gespielt habe, weil ich sonst die Runde nicht voll bekommen hätte, haben wir kräftig über uns selber gelabert.

Naja, auf dem kommenden Odyssee habe ich schön bunt gemischte Runden und lerne hoffentlich nette Leute kennen. Aber für den Jan habe ich trotzdem, einen Platz in meiner Dramatik Runde reserviert, wenn er es schafft. 🙂

Jörg

Warum KISS nicht bedeutet, das die Abenteuer simpel sein müssen.

Was? Kiss? Die komischen Rockmusiker? Was haben die denn mit Abenteuern zu tun?
Kiss steht für Keep it straight and simple oder halte es gradlinig und einfach.

Ich denke, das sich viele SL zu viel Mühe mit der Vorbereitung von Abenteuern machen, die Welt und den Plot in einem großen Bild zusammenfassen und sich dann wundern, das die Spieler ihr schönes Gesamtwerk nicht so schnell erfassen, wie sie es sollten. Schade eigentlich, aber die in Tagen oder Wochen erstellte Welt ist halt meistens zu komplex um auf die Schnelle erfasst zu werden.

Meiner Erfahrung nach haben gerade sehr aktiven und gut vorbereitende SLs immer wieder das Problem, das die Spieler der Komplexität des Plot nicht folgen können. Dann höre ich immer wieder die Aussage: “Ich hänge mich rein und die Gruppe weiß es nicht zu würdigen.” Oder „die verstehen die einfachsten Sachen nicht!“

Wenn ich mich mit dem SL dann länger darüber unterhalte, zeigt sich ein immer wiederkehrendes Muster. Der SL will eine Geschichten erzählen und damit ein Erlebnis für die Gruppe erschaffen. Er befasst sich mit dem Hintergrund und denkt sich einen tollen Plot aus, den die Gruppe erleben soll. Der eine SL versucht es Flags, der Andere mit Red Herings oder ähnlichen. Manch ein SL setzt auf die Instrumente Schneiden oder aggressives Erzählen und springt zu relevanten Punkten.

Alles gute Hilfsmittel für den modernen SL.

Zusätzlich werden noch die „guten alten“ Hilfsmittel Illusionismus und Railroading eingesetzt. Meine Erfahrung zeigt, dass die wenigsten SL, die ich treffe wirklich mit vielen Hilfsmitteln arbeiten, auch wenn sie es glauben (eine gute und allgemein gültige Definition der Stichworte für den Rollenspielbereich wäre eine wirklich gute Sache, ich habe oft das Gefühl Rollenspieler benutzen Worte wie Powergamer, Bassplaying oder Players Empowerment und haben keine Ahnung wer das mal wie definiert hat). Da haben sie in der Regel mal etwas im Internet gelesen und interpretieren das so, dass es zu ihrer Art zu leiten passt. Um so größer ist oft die Enttäuschung wenn die Spieler nicht wie gewünscht reagieren.

Zurück zu des Pudels Kern: Bei Unterhaltungen mit Spielern stellt sich oft heraus, das ihnen gerade die einfachen Abenteuer des SL am meisten Spaß gemacht haben. Viele Leite vertreten die Ansicht, das Sachen wie die WoW auch so erfolgreich ist, weil man leicht Erfolge erzielen kann und sich beständig weiterentwickelt.

Das wird mir seit einiger Zeit immer deutlicher, denn ich sehe auch in meiner Gruppe eine gewisse Tendenz, das sie die einfach gestrickten Abenteuer (Kiss) toller fanden. Auch wenn sie durchaus einen langfristig komplexen Plot mögen.

Ein klarer Auftrag, ein bisschen Eigeninitiative und ein paar Würfe sind also laut diversen Erfahrungen oft besser für den Spielspaß, als eine tolle R-Map mit hochkomplexen Beziehungen und ein mysteriöser Auftrag mit vielen Fallstricken, die es zu erkennen und zu umschiffen gilt.

Das mag zwar für viele SL, die stolz auf ihre Geschichten und die Qualität der Vorbereitung sind weh tun, aber ich denke wirklich, dass es die Wahrheit ist.

Ich schreibe in Foren oft, dass der SL, dem die Geschichte zu wichtig ist, lieber ein Buch schreiben sollen, statt seine Gruppe mit einer persönlichen Vorstellung einer guten Geschichte zu terrorisieren.

Die Stärke des Rollenspiels liegt in der Interaktivität zwischen dem SL und seinen Spielern. Der SL kann besser als jede Maschine auf die Wünsche und Anregungen seiner Spieler reagieren und diese in die Tat umsetzen. Er kennt die Spieler oft und weiß von Anfang an, was für Wünsche und Vorlieben der Teilnehmer hat. Natürlich hat jeder SL auch eine Vorstellung davon, was er will. Doch ein guter SL setzt seine Vorstellungen nach meiner Ansicht mit seinen Spielern um und nicht gegen sie.
Wenn man den Plot also so einfach hält, das die Spieler ihn verstehen, besteht wenig Gefahr, dass auf einer der beiden Seiten Frust aufkommt.

Trotzdem, fast alle Spieler die ich kenne mögen gute Geschichten und schöne Hintergründe die sich entwickeln. Aber sie mögen es halt einfach nicht, wenn sie ständig bis an die Grenzen gehen müssen um die Vielfalt zu erleben. Es soll Spaß machen und nicht in Leistungsrollenspiel ausarten. Es geht ihnen eher punktuell um die aktuelle Geschichte, die ihre Charaktere erleben und nicht um das Gesamtbild, das sie sich trotzdem farbig und aufregend wünschen. Der SL hat also die Aufgabe, die Situation für die Spieler leicht erfassbar zu generieren und kann die Komplexität im Laufe des oder der Abenteuer dann langsam steigern, ohne seine Spieler zu überfordern (ich nenne das bei mir das Mosaik-System) .

Meine Meinung ist, dass die Spieler besser langsam in die Welt und den Plot hineinwachsen und der SL sie nicht mit einem großen Bäng in super komplexe Situationen wirft. Der gemeinsame Vorstellungsraum und die Exploration sollten vorsichtig voranschreiten. So kann sich trotz des Kiss Prinzip auf Dauer auch etwas komplexes entwickeln, ohne das man die Gruppe überfordert.

Man setzt also das Gesamtbild aus lauter kleinen Mosaiksteinen (Informationen) zusammen, die den Spielern Stück für Stück präsentiert werden, statt ein 4 mal 4 Meter Bild zu enthüllen, das man über Wochen erarbeitet hat und die Spieler verständlicher Weise nicht sofort erfassen können.

So bleibt es Kiss und wird trotzdem zu einer abwechslungsreichen und farbigen Geschichte.

Oft sind es die einfachen Lösungen

Das Warten und plaudern mit einem der möglichen Western City Skype Spieler war nett, der Jens hat sich dann auch noch eingeschaltet und wir haben ein wenig geredet. Zum Spielen sind wir aber nicht gekommen, also hat sich eines der Themen des Tages erledigt.

Aber ich habe mich noch einmal ein wenig mit Dramatik beschäftigt und eine Lösung für das Interpretieren der Tarot Karten bei Konflikten gefunden, welches schon länger in meinem Kopf geisterte. Die Tarotkarten sind ja nummeriert und die großen Arkana gehen von 0 bis 21. SL und Spieler ziehen also einfach eine Karte und die höhere Karte gewinnt, der Narr steht für ein Unentschieden oder Verlust für beide Seiten. Die Idee hatte ich schon früher und habe sie auch schon in einem Gespräch mit Franzi in den Raum geworfen, die schon bei einer der ersten Testrunden auf Hessenstein mit dabei war. Sie merkte dazu noch an, dass der Spieler der das Erzählrecht gewinnt, die Karte benutzen kann um den Ausgang der Situation zu interpretieren, dass wäre es dann auch schon.

Eigentlich verwunderlich, dass eine so einfache Lösung alles aus dem Weg räumt. Aber warum muss immer alles kompliziert sein?

Eigentlich wollte ich danach weiter an meiner Überarbeitung des Gasthaus zum Schwarzen Keiler arbeiten, aber wie es bei mir so oft ist, kommen Ideen zu anderen Sachen, wenn ich an etwas Konkreten arbeiten will. Trotzdem finde ich es verwunderlich, das so viele Leute die sich überhaupt nicht für das Rollenspiel dahinter interessieren so über etwas aufregen. Wenn etwas so schlecht ist, warum sollte man seine Energie daran verschwenden? Ich denke zu viel Zeit und zu wenig anders sinnvolles im Kopf um es zu schreiben.

Ein echtes Forenproblem (ich lagere mein Gelaber ja jetzt in diesen Blog aus)

Ich will einfach mal sehen, ob ich mit etwas aus meinen Tipps zum Leiten und erstellen von Kampagnen für die Sache zu gebrauchen ist, oder ich doch noch mal auf Doms Spielleiten zurückgreife. Auf jeden Fall grüble ich noch an einem Konzept das Ding durch zu ziehen.

Für Morgen stehen noch so einige Sachen zum Schreiben auf dem Plan, aber der Blog wird ja noch länger online bleiben, wenn ihn jemand liest.

Jörg

Die zwei Themen des Tages

Heute gehen mir hauptsächlich zwei Sachen durch den Kopf: Eine Western City Skype Runde, die am Abends starten soll und die bevorstehende Odyssee in Berlin.

Die Skype Runde sehe ich inzwischen etwas kritisch, denn die Teilnehmer haben sich bis jetzt als nicht sehr zuverlässig erwiesen. Es ist wie so oft im Internet, großes Hurra und wenn es ernst wird, hat man keine Leute zum Spielen. Wie gut, dass man Western City auch hervorragend zu Dritt spielen kann…..

Der Odyssee ist eine der Veranstaltungen auf die ich mich in nächster Zeit wirklich freue. Nicht nur, weil dort die nicht so großen Spiele gespielt werden, auch weil ich da den Oliof treffe und hoffentlich die neueste Abenteuer. bekomme. Es wird Treffen mit Karsten, Onno und dem im Internet immer so netten Kirilow geben. Vielleicht wird am Samstag Abend auch noch ein gepflegtes Bier mit dem Settembrini getrunken. Das hatten wir das letzte mal auf der Spiel vor 3 Jahren.

Ich habe mich natürlich schon wieder dick mit Runden zum Leiten eingedeckt und mein Vorsatz mehr zu spielen ist ein wenig zu schwach durchgesetzt worden. Geleitet wird am Freitag Abend Dramatik aus der Challenge 2008, Reign auf dem Mond-Meer Setting der Challenge 2009 und natürlich Western City.

Es bleibt natürlich die Frage, warum ich Western City leite und nicht dick und fett Autorenrunde ran schreibe, wie mir immer wieder gesagt wird.

Ich sage nur bittere Erfahrung.

Immer wenn ich den Satz mit der Runde beim Autor in den Text schrieb, kamen die Leute, mit denen ich nicht spielen will. Klar kann man auch prima verkaufen und tolle Widmungen schreiben, aber mehr Spaß macht es mit Leuten die einfach nur kommen, weil sie neugierig sind und Spaß an neuem haben.

Wegen des Freutag Abends habe ich, wenn ich ehrlich bin Muffe. Da weiß ich von genau einem Spieler, dass er gut ist und der Rest wir eine reine Überraschung. Immer wenn ich so etwas mache fällt mir wieder auf, wie verwöhnt man ist, wenn man seine Spieltests regelmäßig mit Gruppen aus einem Forum machen kann, wo man um die Qualität der Spieler weiß.

Aber ein gutes System muss auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren und dazu gehören auch Leute, die einen als SL nicht kennen und vielleicht nur durchschnittliche Spieler sind. (richtig schlechte Spieler habe ich auf Cons bis jetzt echt selten erlebt)

Mehr inklusive der bei mir immer wieder aufkeimenden Panik vor dem Con in den nächsten Tagen.
Dramatik