Reign-Artesia Diary: Der Tod von Conrad zu Nagria

Meine Spieler geben zur Zeit mal ein wenig Gas und schreiben wieder Diarys:

 

Das Treiben in dem Gasthaus, indem die Gesellschaft um Cormack Sturmfels, frischernannter Lord of Westgate, sowie Liam und ihre Begleiter untergekommen waren, wurde bereits zur frühen Abendstunde schwächer. Nicht unerwartet, denn nicht umsonst hatten sie ein etwas besseres Haus als Unterkunft gewählt, um hier nicht mit übermütigen Volk aneinander zu geraten, die sich zu viel von billigem Wein und Schnaps genehmigt haben. Die Reise an der Nordküste der Watchtower Kingdoms, am Ufer der Bucht der Tränen verlief zwar einigermaßen erfolgreich, aber gerade in den letzten Tagen deutlich zu unruhig, um nicht zu sagen, geradezu hässlich. Die hübsche Nicala, eine Schankmaid hier im Hause, die mit behutsamen Händen die Prellungen und Verstauchungen an Liams linkem Arm versorgte, war ein Beweis für die jüngsten ruppigen Zwischenfälle auf dieser Reise.

 

Leicht stöhnend verlagert Liam sein Gewicht etwas nach hinten, in Richtung Lehne der Bank, auf der er Platz genommen hatte. Mit mitleidenden Gesicht versucht die Magd, ihn dabei zu unterstützen, was Liam mit einem kurzen Lächeln quittiert. “Habt Dank, liebste Nicala, für deine fürsorgenden Hände. Doch du hast mir heute bereits genug geholfen, bitte, ich entlasse dich für heute.“ Mit seiner gesunden Hand tätschelt Liam die der Magd, legt einige Münzen in die ihre, und wartet dann ihren Dank und ihren Rückzug aus dem Schankraum ab, bevor er sich wieder Cormack zuwendet. “Ich hörte, eure Ansprachen in den letzten Tagen haben zumindest teilweise Erfolg gehabt? Man sagt, eine Reihe von Freiwilligen macht sich auf den Weg in Eure Stadt, Cormack, und sammelt sich unter eurem Banner. Das sind gute Nachrichten für euer Lehen, und sollte dessen Aufbau doch vorantreiben, denkt ihr nicht? Hoffentlich missverstehen unsere Nachbarn diese Taten nicht. Sowohl Angowrie und die mit ihm verbündeten Watchtower Kings an der hiesigen Küste, als auch Lord Bran betrachten uns mittlerweile mit Sorge.“

 

Cormack’s Gesicht verdüstert sich bei diesen Worten sehr deutlich. „Ich bin selbst auch unzufrieden Liam. Die Reden waren alle eher dürftig und vollkommen ohne Blut und Fleisch. Das liegt hoffentlich nur daran, dass ich mich selbst noch nicht fest in der Rolle eines Lords sehe.“ Cormack‘s linke dreht die Gabel auf dem Tisch im Kreis, während seine rechte abwesend mit einem Knochensplitter die Tischplatte verunstaltet. Liam zwingt sich schnell dazu, den Blick davon abzuwenden. Es ist immer noch verwirrend, jemandem dabei zuzusehen, wie Cormack zwei vollkommen unterschiedliche Dinge mit den Händen koordiniert kriegt. Plötzlich scheint Cormack sich innerlich zu Ordnung zu rufen oder vielleicht hat er auch endlich eine Entscheidung gefällt? Er faltet seine Hände auf dem Tisch und seine Augen suchen die von Liam. Der Blick gefällt Liam überhaupt gar nicht. Plötzlich ist die Familienähnlichkeit mit König Culwain, dem Goldenen Ritter überdeutlich zu erkennen.

 

Ich werde Handelsbeziehungen zu den einzelnen Watchtowerkings aufbauen! Und diese Straßen ausbauen. Ich werde für Lord Bran die Stadt die er haben will erobern. Mir ist klar, dass die Stormcrows noch keine Disziplinierte Eliteeinheit sind, aber ich werde eine daraus machen. Hier in der Stadt tun sie sich schon schwer damit, keine Blutfehden anzuzetteln und ich weiß, dass ich viel von ihnen verlange. Zum Ausgleich werden sie die Gelegenheit erhalten Morath zu plündern, bevor wir sie an Bran übergeben. Ich werde die Organisation zerschlagen, die Conrad gegründet hat und wir werden deren Finanzen unter uns beiden aufteilen!“ Cormack’s Blick hat Liam keinen Augenblick losgelassen, so als würden all diese Dinge schon erledigt und keine bloßen Spekulationen sein. „Und anschließend,“ setzt er nach einer kurzen Pause hinzu, „werden wir die Kinder suchen, die im Augenblick die Träger der Grundsteinseelen sind und ich werde dabei jeden Stein umdrehen, der Lord Redwall gehört, ungeachtet dessen ob dort seine Ritter drauf stehen oder nicht. Und wenn ich dabei jede seiner Ländereien den meinen einverleiben muss!“

 

Liams Blick wird ernst, als er Cormacks Plänen lauscht und dabei seine grimmige Miene betrachtet. “Oh, ich versichere euch, Cormack, den Lord sieht man euch an. Eure Pläne versprechen Westgate eine goldene Zukunft, doch sind dahin noch viele Schritte zu tun.“ Ein leichtes Lächeln umspielt seine Züge. “Immerhin kenne ich euch gut genug, das ich eure Idee mit dem Handel mit Agonwrie’s Vasallen vorausahnen konnte. Damit ist die Keilerei mit König Roberts Agitator auf dem letzten Marktplatz zumindest gerechtfertigt. Bei Yhera, das die Stormcrows Räuber kann niemand bestreiten, ihr seid aber alles andere als der Räuberhauptmann, den der Sprücheklopfer der Menge verkaufen wollte.“ Das Lächeln verzieht sich etwas, als Liam sich streckt und seinen Becher zum Prost erhebt. Liams Blick wird dabei jedoch kurz darauf abwesend, als er in Gedanken an dem vergangenen Ereignissen hängen geblieben ist, und er kurz den Kopf schüttelt. “Ich hätte ihm eigentlich mit Argumenten beikommen müssen, aber beredet ist der Knabe gewesen, das muss der Neid ihm lassen. Genauso wie seine harte Rechte. Bei Yhera, hab ich mich zum Affen gemacht. Viel hätte nicht gefehlt, und es wäre noch deutlich schlimmer gekommen.“

 

Vorsichtig trinkt Liam etwas von dem Wein, bevor er sich wieder Cormack zuwendet. “Trotzdem sind die Pläne gewagt, viel Ärger steht uns ins Haus. Conrads Gefolgsleute in Gallos werden wir zusammen besiegen, besonders mit der Hilfe eures neuen Gefolgsmannes. Die Stormcrows aber sind seit Generationen Räuber, die denjenigen folgen, der ihnen am meisten Beute verspricht. Das sie ihre Nachbarn in Frieden lassen ist für die Watchtower Kings nicht vorstellbar, und ich fürchte, den Stormcrows geht es da genauso. Sie zur Disziplin zu bringen erfordert viel Stärke. Ich weiß nicht, ob Agonwrie den Braten mit dem Handelsangebot wirklich traut, oder ob Westgate für ihn nicht doch nur eine Bedrohung ist, die er beseitigen will. Sollte der Handel mit König Robert klappen, könnt ihr sicher sein, das Lord Bran das ganze nicht sehr gut aufnehmen will – immerhin handelt ihr dann mit dem Feind seiner Freunde.“ Ein Schmunzeln kehrt auf Liams Gesicht zurück. “Bedenkt man den letzten Gesandten, den Bran geschickt hatte, will ich nicht wissen, wen er mit wirklich zornigen Botschaften schickt. Sehr beeindruckend übrigens, wie ihr mit dem dummen Ochsen umgesprungen seid.“

 

Cormack lächelt amüsiert. „Irgenwie fühlt es sich gerade so an, als wäre ich eingeölt worden, damit ihr mich besser über den Tisch ziehen könnt. Respekt!“ Cormack nickt anerkennend. „Wir machen noch einen richtigen Diplomaten aus euch.“ Nach einem kräftigen Schluck gewürztem Starkbier spricht er weiter: „Die Stormcrows testen mich ja jetzt schon ständig. Der Minotaurus wäre ja gar nicht bis in den Thronsaal gelangt, wenn meine Leibwache das hätte verhindern wollen. Nicht nur Lord Bran wollte wissen wie ich das Problem handhabe.“

 

Beide schweigen einige Augenblicke, um den Gedanken hin und her zu wälzen. „Ich werde mehr mit den Stormcrows leben müssen in den nächsten Wochen und Monaten. Mit im Feld sein, mit ihnen bluten, mit ihnen töten, saufen und rumhuren. Wenn ich mir ihren Respekt erarbeitet habe, dann kann ich sie auch führen.“ Ob Cormack das nur hofft oder ob er sich dessen sicher ist, lässt sich nicht ausmachen.

„Cla’uss am Hofe des Königs zu beschwören war mit einiger Bestimmtheit die größenwahnsinnigste Idee, die ich in meinem bewegten Leben bisher hatte. Und ich dachte mit Bran’s Mutter bezüglich eures Bruders und einer möglichen Heirat zu verhandeln wäre schon heikel gewesen …“

 

Wieder schweigen Beide und trinken von ihrem Ale. Cormack geht in Gedanken die letzten Wochen durch. Erst das Erscheinen am Königshof zu Huelt, dann ihr aberwitziger Plan Liams Bruder mit Brans Schwester zu verheiraten. Ihre Verhandlung mit Brans Mutter und deren Forderungen. Konrad und seine Gesellen tot zu sehen und die Stadt Morath für Bran zu erobern. Im Gegenzug die Heirat und Westcastle für Cormack selbst. Eine Idee, die König Culwain ihm vehement aufgedrängt hat. Die nächtliche Beschwörung von Cla’uss und seine Befehle: 1. Bei den Stormcrows als mein Fürsprecher zu fungieren. 2. Konrad und seine Offiziere bei einem Geheimtreffen platt wie Flundern zu machen. 3. Westgate in seinem alten Glanz wieder herzustellen. Cormack hängt diesem letzten Gedanken nach, als Liam ihn wieder ins Hier und Jetzt zurückholt.

 

Mit einem sanften Scharren zieht Liam die Klinge von Liams Schwert einige Zentimeter aus der Scheide. Unwillkürlich richten sich Liams Nackenhaare auf, als er sie betrachtet, und die dunkle Aura der dort gefangenen Seele fast sichtbar zu werden scheint. Seine Stimme wird zu einem Flüstern, als er antwortet. “Die Beschwörung war Wahnsinn, ja. Aber sie hat viel gutes für diese Lande bewirkt, ohne Zweifel. Eine der finstersten Seelen Huelts ist endgültig aus dem Kreislauf des Lebens getilgt worden. Egal, mit welchen finsteren Kräften Conrad von Nagria in Verbindung stand, ihr habt seine Seele an dieses Stück Metall gebunden. Kein Trick, keine Macht der Welt wird ihn ins Leben wieder zurückholen können – oder nicht? Viele Leute mögen schockiert sein von dem, was ihr getan habt. Aber es war, was getan werden musste.”

Leise schiebt Liam seine Klinge wieder in die Scheide zurück, und die Anspannung weicht aus seinem Angesicht und seiner Stimme. Er widmet sich wieder dem Ale. “Die Vereinbarung mit Brans Mutter war nicht sehr kompliziert, momentan kann sie dadurch nur gewinnen – und eine Ehepartner aus dem Hause Nagria oder Redwall würde den Stand ihrer Tochter nur noch mehr gefährden als mein Bruder, den sie wesentlich besser unter Kontrolle halten kann. Was jetzt kommt, wird wesentlich anspruchsvoller, fürchte ich: Conrads ehemalige Gefolgsleute in Gallos auslöschen und anschließend den Status meines Bruders und seiner Gattin in Gallos unterstützen. Ein Zerwürfnis mit Bran dürfte dem nicht sonderlich dienlich sein. Ich hoffe nur, das euer neuer Gefolgsmann in Gallos derzeit Glück hat. Wir werden alles an Informationen über diese Bande brauchen, um möglichst ohne große Verluste und zu viel Aufhebens mit ihnen Schluß zu machen und ihre Schätze für unsere Zwecke zu gewinnen. Sagt, was wisst ihr eigentlich von ihm?”

 

Cormack rückt ein wenig unruhig auf der Bank hin und her bevor er antwortet. „Ich kenne Sirads Schwester.“ Cormack räuspert sich ein wenig errötend. Das ist jedoch schon einige Jahre her. Damals war ich als Faustpfand für ein Lösegeld in Gefangenschaft. Er hat Drillinge als Geschwister, die relativ gut mit den Kurzschwertern sind. Wir sind damals ein wenig aneinander geraten und wir haben uns die eine oder andere blutige Lektion erteilt …“ Cormack schweift in Gedanken ab. Liam beobachtet das eine Weile schweigend. Doch dann wird es irgendwann albern, da Cormack nicht zurück zu kommen scheint. Liam knallt daraufhin den Krug Ale etwas fester auf den Tisch, um Cormack wieder zurück zu holen. Liam hat irgendwie das Gefühl, dass Priester, Magier und Eingeweihte alle irgendwie einen Drang haben, sich in ihrer eigenen Gedankenwelt zu verlieren. Ob das jetzt ein schlichter Nebeneffekt ist oder eine Grundvoraussetzung, das bleibt wohl weiterhin ein Geheimnis.

 

Cormack richtet sich auf, ganz so, als wäre er bei etwas unzüchtigem erwischt worden. „Ihn kenne ich jedoch nicht und bin ihm bis vor kurzem nie begegnet. Seine Geschwister sprachen jedoch immer mit Ehrfurcht von ihm und seinen Fähigkeiten, die Dinge klar zu erkenne, zu benennen und hinter die Kulissen und Fassaden zu schauen. Ich hoffe wir haben ihn nicht in sein Unglück geschickt, denn von seinen Fähigkeiten mit dem Schwert weiß ich wenig.“ Cormack blickt hinüber zu einer Gruppe Stormcrows, die beginnen sich um das recht zu streiten, eine der Schankmaiden nachher zu „entführen“. Auch Liam wirft einen interessierten Blick herüber. Kurz bevor es handgreiflich wird, straft Cormack die Schultern und zieht eine Augenbraue steil nach oben. Irgendwer dort drüben scheint die Unmutsäußerung wahrgenommen zu haben, denn die Lage beruhigt sich, ohne das Schädel eingeschlagen werden müssen.

„ … viel Stärke …“ brummt Liam vor sich hin.

„Cormacks Ebene und jetzt Conrads Seele in eurem Schwert. Merkwürdig, wenn ich mir früher meine Zukunft ausgemalt habe, dann war die nie so düster und unheilverkündent.“ Ungeachtet der unheimlichen Vorgänge, des schlechten Rufes und der dazu passenden Stimmung, lächelt Cormack, wie ein kleiner Schuljunge, der einen grandiosen Streich für seine Lehrer vorbereitet hat. Jetzt wirkt er wieder mehr wie König Culwain, was Liam einen eisigen Schauer der Vorahnung über den Rücken jagd.

 

Raduck, der Captain von Cormacks „Palastwache“ eilt plötzlich in Gaststube und überreicht ihm eine Depeche. „Lord Cormack, einer unserer Besten brachte dies auf schnellen Schwingen aus Westgate.“ Cormack überflog die Depche schnell und reicht sie dann an Liam weiter. „Wie es aussieht hat unser Freund genug herausgefunden und auch seine erste Begegnung mit Messer Jockel gehabt. Es sieht so aus, als müssten wir aufbrechen. Hoffen wir, dass die der Unterhändler von König Robert morgen in aller Frühe schon zu einem Gespräch bereit ist. Wir sollten die Gesellschaft zum Aufbruch bereit machen und ich sollte den Göttern noch ein Opfer darbringen, damit wir morgen nicht mit heruntergelassenen Hosen erwischt werden, sollte König Robert eine sehr einseitige Verhandlung bevorzugen.“

 

Mühsam streckt sich Liam, nimmt den Brief entgegen und überfliegt die Zeilen. „Mist!“ entfährt es ihm. „Immerhin lebt Sirad von Amora noch – das heißt, das Messer-Jockel noch nichts von uns weiß. Hoffentlich nicht, zumindest. Sirad kannte nur einen Anlaufpunkt meiner Freunde.“ Er rollt die Depesche zusammen und reicht sie an Cormack zurück. „Nun denn, dann lasst uns den Abend beenden.“ Behutsam steht er auf und erhebt seinen Humpen. „Ihr habt recht, wir müssen morgen früh los und hellwach sein. Auf eine geruhsame Nacht, und auf das uns die Götter morgen immer noch holt sind!“

Diary: Die Verteidigung des Manonmole

Der Michael aus meiner Runde war so nett ein Diary aus der Sicht seines Charakter zu erstellen.

 

Der Tag neigte sich dem Ende, als Liam wieder zusammen mit den Soldaten nach Old Boar Fort heimkehrte. Den linken Arm immer noch in einer Binde tragend, schwingt er sich stöhnend von seinem Pferd, als ein junger Mann hinzutritt und die Zügel des Pferdes übernimmt. „Magister, ich sehe, ihr habt euch tatsächlich dreckig gemacht! Willkommen zurück – wenn ich all die Soldaten sehe, ist es also tatsächlich mal gut gelaufen, oder nicht?“ Müde lacht Liam kurz, bevor er sich zu dem Mann wendet. „Danke, Derc. Ja, ich habe mich tatsächlich dreckig gemacht, doch geblutet haben heute andere. Es ist gut gelaufen. Aber es ist auch gut, dass es vorüber ist. Gebt das Pferd doch bitte zu den Knechten, die sollen sich drum kümmern.“ Der angesprochene winkt einen der Pferdeknechte heran und übergibt das Tier, bevor er sich wieder zu Liam umdreht. „Erzählt, Magister, wie ist es gelaufen? Und wer sind diese neuen Gesichter, die sich in Gesellschaft des Barons herumtreiben?“

 

Liam machte sich langsam auf den Weg in die die Festung, während sein Begleiter, Derc, zu ihm aufschloss. „Die Daradjaner? Die beiden begegneten uns nach der Schlacht um Morath, kurz nachdem Lord Redwall uns seinen Unterhändler schickte, der Bram die Herrschaft über seine Stadt zusicherte und mitteilte das seine Armee gegen Beer Fort und Boar Fort marschiert. Die beiden Daradjaner, Cormack und Steapa vom Clan Sturmfels, sind Freunde der Familie, in der Reynar wiedergeboren wurde. Sie versprachen der Familie, das Kind zu retten, und deshalb suchten sie Bram. Sie unterstützen uns, dafür wollen sie mit uns Reynar und seine Geliebte retten… ich meine…“ Liam stockte an dem Eingang zum Palast, sein Blick ging über die Mauern des Forts hinaus ins Leere. „Ihre … Wiedergeburten. Was von ihnen übrig ist.“ Ein kurzes Räuspern, dann fährt Liam fort. „Ohne Cormack und Steapa, und dem Geist des goldenen Ritters, Culwain, der sie begleitet, wäre Redwall Plan vermutlich geglückt. Es war der Geist des goldenen Ritters, der uns darauf hinwies, das Redwall den Weg über den gefrorenen Fluss nehmen würde, vermutlich um Normath anzugreifen, oder Baron Brams Stadt an der Küste.“

 

Derc öffnete die Tür in das Gebäude, und beide traten ein. „Und das war tatsächlich Redwalls Plan, sagtet ihr?“ fragte Liams Begleiter. „So ist es. Deshalb stauten wir den Fluss des Nachts mit einem Steinschlag, das machte den Weg für Redwalls Reiter unpassierbar. Die Armee flohen noch in derselben Nacht vor den Fluten, kopflos, ihren Tross ließen sie hier vor unseren Toren zurück. Wir entschlossen uns, nachzusetzen und die Armee aufzulösen. Die Stone Crows, leichte Reiter und Infanterie verfolgten sie, die Bewohner des Manon Mole wurden aktiv, versperrten Pässe, vernichteten Brücken, verschütteten Wege, alles, um die Angreifer aufzuschrecken und ihre Flucht zu erschweren. Da erreichte uns eine Nachricht von einem unserer Späher, die – glaube ich – sowohl Redwalls Söldner als auch uns unvorbereitet trafen.“ Liam tritt voran auf eine Wendeltreppe, die den Turm hinaufführt, und dreht sich dann zu seinem Begleiter umgedreht. „Ihr habt die Gesellschaft um die ältere Dame gesehen, die unter dem Wappen des Baron reist?“ Derc weist mit einer Hand durch einen Spalt weiter hinunter auf den Hof. „Ja, die kamen mit euch. Seine… Mutter?“ Leise lacht Liam. „Ja, seine Mutter. Sie wollte ihren Sohn mal besuchen, nachdem seine Verlobte doch verstorben ist. Der Krieg mit Redwall hat sie überrascht. Und auf einmal reist sie mitten durch den Fluchtweg von Redwall geschlagener und verzweifelter Armee. Wir sind mit einer Handvoll Leute hin, um sie zu warnen und zu schützen. Wir haben uns ein wenig weiter ins unwegsame Gelände zurückgezogen und dort Redwalls Häscher erwartet.“ Etwas verstört schaut Derc Liam hinterher. „Aber… wie wolltet ihr denn von dort vor den Reitern flüchten?“ „Flüchten? Wir wollten ihre Vorhut dorthin locken, und das hat funktioniert. Während Steapa, der große Daradjaner, die feindlichen Soldaten abwehrte, hat Baron Bram mit einigen unserer Soldaten den Anführer der Vorhut besiegt. In der Zeit hat Cormack, der kleinere von den beiden, ein Gelehrter, sehr begabt in der Strategie und anderen Dingen, unsere Truppen zum Angriff auf die Reiter geführt. Ein voller Erfolg.“

Die beiden Männer erreichen die Tür zu einer Kammer, die Derc für den Magister öffnet, was dieser mit einem leisen „Danke“ quittiert. „Aber Magister, für solche verbissenen Kämpfe sind aber viele der Reiter mit hier in die Feste gekommen – und das alles erstaunlich freundlich und friedlich. Wie kann das sein?“ Mit einem Grinsen dreht Liam sich zu seinem Gefährten um. „Wie das sein kann? Cormack hat viele Talente, und der Baron viel Geld. Cormack hat ihre Kapitulation ausgehandelt. Dabei hat er den Anführer und einen Großteil der Söldner, Regnars schwere Reiterei, auf unsere Seite gezogen. Die anderen haben Waffen und Ausrüstung zurückgelassen und kehren heim.“

 

„Also ein glücklicher Tag, oder, Magister?“ Liams Miene trübt sich etwas „Glücklich? Lord Reynar starb in der Schlacht, ein ehrenhafter und ehrlicher Mann, den ich gerne Freund genannt hätte. Seine Geliebte, seine Seelenverwandte, starb. Und Seelenverwandte, die füreinander bestimmt sind seit unzähligen Zeiten, wurden wieder auseinandergerissen. Wiedergeboren wurden sie von Redwall geraubt und verschleppt, ihre Eltern ermordet. Redwalls Armee, die er zum Kriegszug gegen Nagrilla gerüstet hatte, steht urplötzlich vor unserer Tür. Und ohne den Ratschlag des goldenen Ritters wären sie über unsere Verbündeten hergefallen und hätten uns wieder ausgetrickst. Wir leben noch, und haben Unterstützung einiger schwerer Reiter, die in Redwalls Diensten standen, sowie der beiden Daradjaner. Wir haben noch nichts gewonnen.“ Dercs Blick sinkt betroffen. Aufmunternd klopft Liam seinem Gefährten eine Hand auf die Schulter. „Aber ihr habt recht: Wir leben noch, haben Redwalls Pläne durchkreuzt und ein paar neue Freunde gefunden. Ein guter Tag. Und vielleicht lassen sich daraus noch mehr Vorteile ziehen – Wo ist Colin?“ „Colin? Nun, ähm, ich denke, er dürfte jetzt bei Anicca sein. Ihr wisst, die hübsche Dienstmagd, die sich immer um die Wäsche kümmert?“ Ein Lächeln huscht kurz über Liams Gesicht. „Wäsche, schon klar. Sagst du ihm morgen bitte, er soll mal sich mal ein wenig bei unseren neuen Waffenbrüdern rumtreiben? Ein wenig umhören, vielleicht neue Freunde finden, die hilfreich wären? Ich werde erstmal aus dieser Rüstung raus, dann ein Bad und einen Heiler wegen dem Arm aufsuchen. Morgen ist auch noch ein Tag“ Kurz verabschiedet Liam sich von Derc und schließt die Tür seiner Kammer und zieht mit schmerzverzerrtem Gesicht das Kettenhemd aus. Als das Kettenhemd endlich auf dem Boden aufschlägt, betrachtet der Magister es noch einen kurzen Moment. „Hoffentlich ist morgen auch ein guter Tag. Wir werden noch einige brauchen, bis Reynar und seine Seelenschwester wieder gerettet ist.“

Mal wieder ein Reign Artesia Hintergrund

Hier der Hintergrund von einem meiner Mitspieler. Er freut mich besonders, weil ich sehen kann, dass der Spieler sich mit dem Hintergrund der Known World bei Artesia beschäftigt hat.

Für Gäste der Weinstube in Truse war die Stunde schon recht weit fortgeschritten. Im Schankraum trat bemühte der Wirt sich bereits, die verbliebene Kundschaft möglichst sanft zum Aufbruch zu überreden, doch für Liam ist das an diesem Abend nebensächlich. Zum einen ist die Byrons Stube eine der Lieblingsschänken von Liam und Garin Ursmitt, seinem alten Studienfreund und überraschenden Gast an diesem Abend, zum anderen riss Garins Kunde Liams Gedanken aus dem hier und jetzt. Am abseits gelegenen Tisch, einen guten Wein mit einem guten Freund genießend, in einer gemütlichen Schänke, reflektierte der junge Magister über seine Vergangenheit und Zukunft.Seine Vergangenheit, nun, die war durchaus stürmisch. Und doch begann sein Leben so ruhig, vielversprechend, als jüngster von 4 Söhnen von Fearam und Aila Claidryd, treuen Rittern des Königs von Huelt und Herren eines kleinen Lehens nahe der Stadt Redwall. Diese ruhige und geborgene Atmosphäre schien jedoch bereits zu Liams Geburt in Aufregung zu geraten, denn am 19. Urigu, im Zeichen der Jungfrau, im Jahre seiner Geburt legte sich ein roter Schleier über den Mond, der auf seine Heimat schien, ein Zeichen dafür, das die Zukunft Blutvergießen für den jungen Liam bereithalten sollte. Und bei Yhera, der Mond sollte sein Versprechen halten.

Doch das Unheil ereilte die Familie zunächst von anderer Seite: Verleumdung und Intrigen des Lord von Redwall, der schon seit langem das Lehen der Claidryd dem seinen hinzufügen wollte, brachten Liams Eltern bereits zu seinen Kinderzeiten um ihre Herrschaft. Von Verrat und Hexerei soll die Rede gewesen sein, und über Nacht flohen die ehemaligen Herren aus ihrem Land, und nur das gute Verhältnis seiner Mutter zu deren Schwester, Tante Illia, die den Titel einer Ritterin am Hofe des Grafen von Blackstone, im Königreich Erid Dania führte. Als Blutverwandte Illias behielt Liams Mutter, Aila, ihren Titel als Ritterin, in Anerkennung ihrer dort immer noch geschätzten Familie, deren Wurzeln bis zu den Düreanern zurückgehen sollten. Liams Vater, Fearam, der dieser Blutlinie nur angeheiratet war – und auch nie sehr hoch in der Gunst Tante Illias stand – verlor seinen Rittertitel, wurde vom Grafen von Blackstone jedoch als Hauptmann seiner Leibgarde in Dienst gestellt.

Dort, im Exil in Erid Dania, wuchsen Liam und seine Brüder auf. Während seine ältesten Brüder einige Jahre älter als er waren, war der nur zwei Jahre ältere Colin häufig ein arger Rivale in der Kinderstube. Häufig kam es zum Streit zwischen den jüngsten Brüdern, bei denen der freundliche, lebenslustige und hübsche Liam immer auf den Beistand seiner älteren Brüder zählen konnte. Doch trotz dieser Unterstützung eskalierten die Zankereien das eine oder andere Mal. Als Liam im Alter von neun Jahren eines Tages arge Neckereien mit Colin austauschte, trat Liams Geburtsomen zum ersten Mal in Erscheinung: Von Colin böse verärgert, jagte Liam bei einem gemeinsamen Ausritt seinen Bruder buchstäblich durch den Wald, bis Colin die Kontrolle über sein Pferd verlor und stürzte. Der übereifrige Liam konnte nicht rechtzeitig ausweichen, und so trat Liams Pferd versehentlich auf den Arm seines Bruders und verkrüppelte ihn, eine Verwundung, die den Jungen für sein Leben zeichnete. Egal, was Liam auch immer tun würde, er wusste, das er seinen Bruder nie wieder würde geben können, was er ihm an diesem Tag nahm: Der verkrüppelte Junge, aufgewachsen in einer Familie von Kriegern und Rittern, konnte nicht mehr den Lebensweg seiner Familie folgen. Seine Zukunft als Ritter und Krieger, auf die jeder der Brüder hoffte, verlor er an diesem Tag, und aus dem stolzen und aktiven Kind wurde ein hilfsbedürftiges Opfer. Und Liam wusste auch, wie Colin unter diesem dummen Unfall litt. Und das egal, was Liam auch immer tun würde, dieser immer den dummen, übereifrigen und jähzornigen kleinen Bruder sehen würde, der aus Dummheit und Übermut sein Leben ruinierte.

Trost fand Liam trotz des Vorfalls bei Fidric und Fionne, seinen älteren Brüdern, die gute Freunde von ihm wurden. Während Fionne ihm immer seinen Eltern gegenüber den Rücken stärkte und für ihn eintrat, wurde Fidric zu mehr als einem echten Freund, der von Liams Leistungen und Talenten schon früh begeistert war. Von Liams Interesse an Bildung und Wissen beeindruckt, arrangierte Fidric einen Besuch von Magister Reiner Torgis vom Mottist College von Truse – der vom jungen Liam ebenso beeindruckt war und beschloss, ihn bereits in frühen Jahren zu fördern.

Magister Torgis war es auch, der Liam an das Mottist College von Truse brachte – eine Tatsache, die seine Familie, allen voran Fidric, mit Stolz erfüllte, Colin jedoch nur missmutig aufnahm. Für Liam jedoch war es eine glückliche Wendung in seinem Leben, und an der Universität strebte er nun danach, sein Wissen zu mehren, und den Titel eines Magisters der Geschichte zu erlangen. Doch das Studium bot ihm die Möglichkeit, sehr viel mehr zu lernen, als nur Geschichte. Als einer seiner Dozenten Liam einlud, eine Forschungsreise zu einer Ruine im Haras Wold aus der Zeit der der Wurmkönige, lernte er zum ersten Mal die Gefahren, Tücken und Fallen am eigenen Leibe kennen, mit denen Herrscher und Magier alter Tage ihre Schätze und Geheimnisse in ihren alten Gemäuern zu schützen pflegten. Mit der Zeit genoss der kräftige und geschickte Liam diese Art von Herausforderungen, doch sollte er im Zuge der Rivalitäten, die seit Jahrhunderten immer wieder verschiedene Universitäten miteinander verband, noch in weit interessantere Abenteuer verstrickt werden. Dank manch eine Forschungsreise gewann Liam einen guten Ruf, der eines Tages eine kleine Gruppe von Leuten seiner Universität zu ihm brachte. Diese erörterten mit ihm die Ungerechtigkeiten, mit denen Magister der Universität von Therapoli einige wichtige und seltene Schrifstücke aus dem Besitz des Mottist College von Truse sich aneigneten, und wie man diese wieder zurückerlangen konnte. Liam schloss sich der kleinen Gruppe an, die offensichtlich wiederholt Einbrüche und Diebstähle begingen, und verschaffte sich auf diese Art und Weise wichtige Schriften, die er als Grundlage seiner Magisterarbeit nutzte. Doch weit wichtiger waren seine Beteiligungen an den Einbrüchen und Raubzügen dieser kleinen Gruppe und seine eigenen Forschungsreisen, auf denen Liam seine Talente als Dieb weiter erweiterte, und die dadurch entstandenen Kontakte und Freundschaften mit anderen Magistern, seinen Kommilitonen und vielen von deren Bekanntschaften. So bildeten Liam ein Netzwerk von Vertrauten, Verschwörern und Gefälligkeiten, das er, langsam aber sicher, dazu nutzte, um seine eigenen Geschäfte zu unterstützen – eigene wissenschaftliche Forschungen und Reisen, die Unterstützung und Förderung seiner Vertrauten, aber auch die Belange seiner Familie. Und: das Schicksal ihrer Feinde, allen voran Lord Redwall, den derzeitigen Herrscher ihrer alten Heimat, der…

„Liam? Liam? Ach, bei Islik, bringen sie den Träumer da auch noch einen letzten, er zahlt die Zeche!“ Nur undeutlich drangen Garins Worte zu Liam durch, dann rissen sie ihn aber ruckartig zurück ins Hier und Jetzt. „Was?“ Byron, der ältere, kahlköpfige Wirt beugte sich verschmitzt grinsend zu Liams Tisch hinab und hob einen Finger. „Es ist soweit, mein Freund. Eine letzte Bestellung, dann schließen wir für heute Abend.“ Ein kehliges Lachen ertönte von Liams Freund, Garin, von der anderen Seite des Tisches. „Nun bring doch schon noch einen letzten von diesem Roten da, Byron, der gute Liam merkt das doch eh nicht.“ Liam winkte ab und schob einige Taler zum Wirt hinüber. „Hör auf den Mann da, Byron, der weiß, was er sagt! Bring uns noch einen letzten!“ Der Wirt viel in das Kichern mit ein, nickte, strich die Münzen ein und kehrte zum Tresen zurück, ließ die beiden Freunde alleine zurück.

Kopfschüttelnd verstummte langsam Garin, als der Wirt außer Hörweite war. „Das dich diese Neuigkeit so mitnimmt hatte ich nun wirklich nicht erwartet.“ Unschlüssig neigte Liam den Kopf. „Was erwartest du von mir, alter Freund, du kennst sehr wohl die Geschichte meiner Familie. Glaubst du, ich würde vergessen, was Redwall uns antat, bloß weil ich jetzt in Truse meinen Weg gemacht habe?“ Die Gesichtszüge des Gegenübers wurden schlagartig ernst. „Natürlich nicht. Entschuldige.“ Kurzes Schweigen kehrte an den Tisch ein, und wieder glitt Liams Blick ins Leere. „Bram Dalliwell ist Lord Boar Fort, auf Geheiß des Königs von Huelt, entsandt mit einigen anderen Adligen, um das banditenverseuchte Manon Mole zu befrieden. Und Lord Galrode von Redwall hat sich mit ihnen überworfen, weil sie eine Allianz mit Nomath, der einzigen freien Stadt der Region geschlossen haben, die nicht dem Einfluss Redwalls oder Angowries unterstehen?“ flüstert Liam leicht abwesend. Garin nickte. „So ist es. Einige junge Huelter Adlige stehen an Bram Dalliwells Seite, genauso wie Baron Galbroke von Berrina und der freien Stadt Nomath. Es ist schon zu ersten bewaffneten Konflikten gekommen, die der Baron diplomatisch klären konnte.“ Liam nickte leise. „Und das ist erst der Anfang des Geschehnisse. Der Winter steht vor der Tür, und weder im Manon Mole noch an der Küste werden große Feldzüge stattfinden. Im Frühjahr jedoch…“ Unsicher schob Liams Gegenüber sein leeres Glas an den Tischrand und nahm den Faden auf. „Spätestens im Frühjahr wird Redwall zuschlagen müssen, um seine Machtbasis zu verteidigen oder gar auszuweiten. Die Verbündeten des jungen Dalliwell sind Redwall schon lange ein Dorn im Auge, solch gute Gelegenheiten, gegen sie vorzugehen, sind selten…“

Liams Gast verstummte, als der Wirt wortlos zwei neue Weingläser zum Tisch brachte und wieder verschwand. Liam hebt sein Glas und schwenkt es prüfend. „Zum Wohle, Liam“ prostet Garin ihm zu. Liam erwidert prompt, doch in Gedanken war er immer noch beim vorigen Thema. Eine gute Gelegenheit – galt das auch für Liam selbst? Was Galrode von Redwall seinen Eltern angetan hat, sein Betrug, den kann und wird Liam nicht vergessen. Und solch Gelegenheiten, Redwalls Feinden gegen ihn beizustehen, sind ebenfalls rar gesät, das ist richtig. Und wenn die Karten schon neu gemischt werden, ist das die beste Möglichkeit, seiner Familie das wiederzugeben, was Redwall ihnen nahm – ein Lehen und eine feste Heimat, am besten in Huelt, wo sie herstammen.

Nachdenklich mustert Liam seinen Wein, und stürzt ihn dann mit grimmiger Miene in einem Zug hinunter. Seiner Familie zu helfen, in den Tagen, die heraufziehen, das ist ihm klar, wird mehr von ihm verlangen als in einen Lehrstuhl zu schleichen und ein paar Artefakte einzustecken. Es wird die Prüfung seines Lebens.

Mühsam stand er auf. „Komm, Garin, lass uns zahlen und gehen. Es ist Zeit.“ Auf dem Weg zur Tür fällt Liams Blick durch das Fenster auf den Mond, der heute nach so fern und unbeteiligt wirkt. Kein blutroter Schleier verdeckt ihn mehr, wie zu Liams Geburt. Ein Schleier, der Blutvergießen in der Zukunft für Liam bereithält. Scheint so, als ob der Mond sein Versprechen mehr als nur halten wird…

Spielercharakter tötet Spielercharakter

Eigentlich lustig, dass ich die Sache hier kurz nach dem Text mit Bubs da ist er Tod schreibe, aber das Leben ist halt manchmal echt humorvoll.
Nach langen Debatten und dem zähen Ringen hatte mir ein Problemspieler aus einer vergangenen im Vollrausch die Zusage abgerungen, dass ich ihn wieder in der Runde mitspielen lassen würde. Er wollte als Zeichen seines Einsatzes auch die Kampfpfade übersetzen. Also mal flugs einen Charakter erstellt und ihn am Donnerstag mit zum Spielen genommen. Einzig das „Ambitioniert“ Binding auf 3 machte mir ein paar Sorgen, wo der Spieler doch oft so unflexibel aus der Sicht seines Charakters handelt. Die Runde begann mit dem gemeinsamen Essen und den dabei gewürfelten Company Rolls für Reign und der neue Spieler brachte sich klug ein. Er hatte von mir das Lob auf Michael und seinen klugen Einsatz der Company zum Spionieren gehört und wollte es ihm nachmachen.
Bei einem der Spieler ging es zur Sache, seine Company wurde von einem NSC schwer angegangen und verlor 3 Punkte Souverreignty. Da der Spieler keinerlei Punkte in Ansprachen gelegt hatte, welche die Stimmung unter seinen Gefolgsleuten hätten verbessern können, schlug der neue Spieler eine Hochzeit zwischen ihm und der einzigen Tochter des Charakters vor. Er würde das Fest ausrichten und damit die Company retten.
Diese Vorhaben nickte ich ab und stellte 2 Punkte Souverreignty Bonus für 3 Monate in Aussicht, genügend Zeit für den Spieler anderweitig aktiv zu werden und den Wert zu Pushen.
Das Fest wurde ausgerichtet und ich fuhr eine volle Ladung SLC auf um die Spieler zu manipulieren.  Besonders der Baron von Ald Amas aus Umat machte dem Charakter große Versprechungen. Macht und Reichtum in seinem Gefolge, die er durch eine Erhöhung des Treasurewertes versprach.
Das war als Köder gedacht um den Spieler zu seinem Schwiegervater in Spe zu bringen und eine gemeinsame Kampagne gegen den Baron von Ald Amas zu starten.
Fehlanzeige!
Der Spieler verkündete darauf stolz, dass er nach der Hochzeit seinen Schwiegervater vergiften lassen würde und auch mein Kommentar, dass es sich hier um einen Mitspieler handelt, konnte ihn nicht von seinem Plan zur Macht abbringen.  Ich versuchte als SL nach einmal auf den Spieler einzuwirken und wies darauf hin, dass auch er in Zukunft Opfer von Giftanschlägen werden könne, wenn er so handle, aber der Spieler herrschte mich an, dass er wisse wie ich leite und dieses Risiko eingehen würde.

Der Mensch ist ein echt guter Kumpel, aber in dem Moment hätte ich ihm echt den Schädel spalten können.

Nun ja, die Hochzeit ging durch und der Spieler machte sich ans Werk. Er versuchte mittels Faszinate einen anderen Charakter  zu überreden und reagierte etwas entsetzt, als dieser nicht einmal würfelte um ihn zu widerstehen.
Das Würfeln als zentralen Bestandteil meines Leitens einfordernd blickte er mich an und erwartete ein Einschreiten, doch ich nickte nur und erklärte ihm, dass das schon so in Ordnung gehen würde, denn der Charakter hätte einen Vorteil (Iron Mind), der ihn immun gegenüber Einflüsterungen machen würde.
Der Spieler lehnte also kalt lächelnd das Angebot des Charakters ab,  rief seine Wachen und sperrte zusammen mit denen als Hilfe einen nackten und verschnürten Charakter in eine Zelle mit einem Schloss, dass er magisch sichern ließ.
Der Charakter in der Zelle hatte nur noch eine Chance, seinen Gönner. Um ihn im Spiel zu halten habe ich dem Spieler den Company Roll auf Spionage machen lassen, der auch glückte. Sein Gönner wusste also was vorgefallen war.
Jetzt wurde es schwierig, der Gönner wusste also um die Gefangennahme des potentiellen verbündeten und machte sich auf den Weg um den Charakter loszueisen. In der Folge gab es gutes Charakterspiel und harte Verhandlungen, bei denen der Gönner patzte.
Also eskalierte dieser die Sache so, dass der König ein Urteil fällen sollte (der war ja eh zur Hochzeit anwesend) Der König hörte sich beide Seiten an und entschied, dass die Sache in einem Gottesurteil geklärt werden solle.
Es kam also zu dem Kampf auf Leben und Tod, die Seite meiner Stammspieler rüstete dafür mächtig auf.  Über Runden und ein Inscription Ritual würde die Rüstung des Kämpfers mit Runen aufgebretzelt. Zusätzlich nahm der Spieler sich die Mission, den anderen Charakter zu töten und er Rief Islik an, ihn zum Sieg zu führen.
Der neue Spieler sah sich das Ganze mit Entsetzen an und bettelte um Hilfe von seinem Gönner, dieser möge ihn magisch unterstützen. Doch der Gönner hatte das Urteil des Königs vernommen und sich entschieden, den unliebsamen Mitwisser nicht zu unterstützen.
Sagen wir mal so, der Kampf war recht kurz und als der Charakter des Spielers bewusstlos  war hielt sein Gegner noch eine Rede und schlug ihm dann den Kopf ab, den er auf eine Lanze spießte und vor das Tor hängte.
Ich fragte den Spieler des toten Charakter jetzt, wann wir in der nächsten Woche denn seinen neuen Charakter machen wollten, doch der meinte ich würde ihn ja eh immer ins Messer laufen lassen und stürmte aus der Bude.
Meine abschließende Frage bleibt natürlich, ob ich wirklich so gemein war oder der Charakter einfach nur seine eigenen Methoden zu spüren bekommen hat.

Ist mir auch egal, der kommt so schnell nicht wieder.

In der Nachbesprechung der Runde kam es zu einer recht lebhaften Diskussion, wie wir denn nun mit PvP umgehen wollten und ich sagte, dass es mir grundsätzlich egal wäre aber ich am Anfang der Kampagne eine harmonische Gruppe bevorzugen würde, die sich mit wachsender Macht voneinander entfremdet, wenn es denn unbedingt sein soll.
Die Gruppe hat sich deshalb untereinander fleißig Treueschwüre abgenommen um ihren Willen zur Zusammenarbeit zu zeigen.

Pfiffige Lösung 🙂

Bups, da ist er Tod

Gestern ging es in meiner Reign Kampagne mal wieder zur Sache. Nach einer längeren Pause fanden sich 3 Spieler ein um mit mir die Eroberung des Mannon Mole voran zu treiben und ich habe nach einem erneuten und intensiveren Studium der Company Rolls den Versuch gestartet.

Ich muss sagen dass ich trotz der langen Zeit die ich das Regelwerk spiele immer wieder entdecke, wie gut mir die Regeln beim erneuten Lesen gefallen. Das reine Spielen auf der Meta Ebene wie es in den letzten Runden bei uns öfter vorgekommen ist wird bei einer konsequenten Anwendung der Company Regeln unmöglich, denn die Charaktere müssen immer auf dem Weg sein um bestimmte Aktionen zu unterstützen und ihnen die nötige Durchschlagskraft zu verleihen.

Aber ich schweife ein wenig ab, dazu werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen ausführlicheren Blog  schreiben.
Es wurde geplant, wie die Helden einen Verbündeten unterstützen können und die Spieler entschlossen sich zu einem Entlastungsangriff . Das Planen wurde mit großen Hurra begonnen, nachdem ich für die Gruppe sichtbar einen Kampf zwischen zwei Parteien ausgewürfelt hatte. Dieser Kampf ging allerdings überraschend gut für die kleinere Partei aus und das obwohl sie erheblich schwächer war.

Soviel zu meinen Plänen von der Seite aus Druck auf die Charaktere und ihre Company auszuüben.

So ist es, wenn man mit einer Handlungsmaschine und den Company Rolls arbeitet, da entscheidet schon mal das Glück, was wirklich passiert und ich mag es auch 🙂
Die Gruppe plante wieder einmal sehr lange (Karsten war mit dabei) und die Spieler machten verschiedene Würfe zum Vorbereiten des Angriffs

Das klappte auf der Meta Ebene auch ganz gut.

Anschließend machten sich die Helden mit einem Schmugglerschiff auf in die Stadt und versuchten einen der Wachmänner abzufüllen um so in den Wachturm zu kommen, in dem die Schlüssel für das Tor zur Stadt aufbewahrt wurden.

Das misslang leider gründlich und so war Plan B angesagt.

Die klischeehafte Prostituierte wurde von der Gruppe geflissentlich ignoriert, weil ich sie wohl zu offensiv angeboten hatte.  Stattdessen machte sich der neue Kundschafter (Charakter eines neuen Mitspielers) auf den Weg um  die Schlüssel zum Tor der Stadt zu klauen.

Ich freute mich schon auf die verdutzt Visage des Kundschafters, wenn der Geist der auf den Wachraum aufpasst plötzlich Alarm schlägt, aber dann würfelte ich so schlecht, dass der Geist ihn trotz 8 Würfeln und Master Dice nicht bemerkte…
Egal, der Spieler machte sich auf den Weg den Gegner, den ich farbenfroh zu beschreiben versuchte ums seine Gefahr zu verdeutlichen die Treppe hinunter zu schubsen, nachdem er ihn den Schlüssen geklaut hatte.
Leider hatte er bei den Shove Manöver keinerlei  Erfolg und der Gegner prügelte ihn so erfolgreich auf den Kopf, dass der nur Dank eine Optionalregel überlebte. (Cower)

Karsten hat im Nach hinnein angemerkt, dass der tolle Plan an einem schnöden Wurf gescheitert sein und er das doof fand, aber ich bin nun einmal ein Fan vom Würfeln.

 

Der erste SC war also aus dem Rennen und jetzt kamen 3 Gegner auf 2 Spieler.

Glücklicherweise sagten die Würfel, dass sich einer der Gegner in den Kampf mit der Verstärkung meiner Gruppe stürzte,

Im anschließenden Kampf hatte Reynars Spieler dann zwar Würfelglück, aber er verteilte seine Treffer zu gleichmäßig auf den Kopf und die Arme um wirklichen gut durch die Rüstung des Gegner zu kommen. As Folge dessen ging sein Charakter bewusstlos zu Boden und der Charakter Bran ging auf den  Gegner zu um seinen ehemaligen Champion und Freund zu retten.

Der Angriff war ein klassischer Fall von Vermischung von Spieler und Charakterwissen, (um Informationen über den Zustand des Gegners zu bekommen muss man in Reign einen Taktik Wurf schaffen) was allerdings nicht im Geringsten stört, da ich Informationen über den Zustand des Gegners nicht weitergeben muss, wenn ich nicht will, dass der Spieler die Info nutzt, dann brauche ich sie nicht zu verkünden, oder?

Egal, Karsten hatte eine Anfall von Mut und Bran bewegte sich auf den stark geschwächten Gegner zu, welcher über dem bewusstlosen Körper von Reyanar stand. Von der Sicht eines Powergamers aus, hätte ich den stark angeschlagenen Gegner einfach einmal einen Vigor Wurf gönnen sollen um die diversen Schockschaden abzuschütteln. Doch in Anbetracht des nachenden Gegners hielt der Bösewicht sein Schwert an die Kehle von Reynard und drohte ihm diese durchzuschneiden, wenn Bran sich weiter nähern würde.
Doch Karsten fällte eine folgenschwere Entscheidung, er griff mit Bran an.
Der Erfolg war nicht gut genug um den Gegner umzumähen, schlimmer noch, er ging in den Arm. Mein Wurf hingegen beförderte Reynard von Darriwell, Protector oft he West in den Tod.

So ein Mist, da hatte ich mir so viel für Reynard ausgedacht, mit dem ich ihn konfrontieren wollte, Probleme mit den unwilligen Eltern seiner geliebten, den Kampf darum, sie heiraten zu können und diverse andere Verstrickungen.

Alle diese Pläne lagen Tod auf dem Boden..

So ist das, wenn man keine Geschichte erzählt, sondern die Spieler die Geschichte erspielen. Ein plötzlicher Tod kann einem als SL die ganzen schönen Ideen versauen, und einen Neuanfang erzwingen.

Aber genau das ist das Spiel, das ich mit meinen Gruppen spielen will. Ich möchte von der Handlung meiner Kampagne und dem Ausgang der Abenteuer überrascht werden, statt stumpf etwas auf zu Spielen, von dem ich weiß, wie es ausgeht.

Diskussion

Bei der nächsten Kampagne mache ich alles besser???

Das hier ist eine Art Fazit meiner die Eroberung des Manon Mole Kampagne, es ist recht nachdenklich und sehr aus der Ich Perspektive. Wenn ich meine Spieler oder meine Leistung kritisch betrachte soll das nicht heißen, die Kampagne ist schlecht, ich will bloß mehr und besser (wie eigentlich immer).

Meine aktuelle Reign Artesia Kampagne läuft auf ihren ersten Höhepunkt hinaus und ich habe den heutigen Tag genutzt, um mal ein wenig in meinen Aufzeichnungen zu den Runden zu blättern.

 

Dabei fällt mir auf, was so alles nicht nach meinen Plänen gelaufen ist und ich erinnere mich mit Grauen an den Verlauf der Mondmeer Runde, die zwar menschlich prima besetzt war aber trotzdem total gegen die Wand gelaufen ist.

 

Shit happens..

 

Meine Art der Vorbereitung zeichnet sich wieder einmal durch den absoluten Überfluss an Charakteren aus, der durch meinen Hang zur Entwicklung einer kompletten Welt zusammenhängt. Ein Mitspieler kann aufgrund seines Schichtbetriebes bei der Polizei nicht regelmäßig kommen und meine Spieler aus der Heimat haben abgelehnt mit den Leuten aus dem Internet zu spielen.

 

Also ist die Gruppengröße als eher kritisch anzusehen und ich gehe sogar so weit neben meinen üblichen Verdächtigen auch in Foren nach Verstärkung zu suchen. Das ist nicht so leicht, weil ich die Runde wegen eines wertvollen Mitspielers komplett nach Hamburg verlegt habe.

Alle 2 Wochen 220 Kilometer sind ganz schön viel Fahrerei und gehen arg aufs Zeit und Geldkonto.

 

Auch wenn die Spieler mir am Tisch immer wieder versichern, dass sie sich nicht beschweren kann ich mich nicht von dem Gedanken losmachen, dass ich bei der nächsten Kampagne vielleicht mal mehr Vorbereitung und in die Vermittlung des Konzeptes investieren muss, wie ich sie ja immer so schön im Internet propagiere.

 

Ja ja, Wasser predigen und Wein trinken

 

Dann können die Spieler sich besser auf das einstellen was kommt. Doch halt, wie soll ich den Spielern sagen was kommt, wenn ich es selber nicht weiß? Ich leite ja mit einem offenen Plot und reagiere als SL eher auf meine Spieler als meine eigenen Ideen durchzusetzen und eine feste Geschichte zu erzählen.

 

Es ist meine Krux, dass ich mich gerne am Anfang des Abends hinsetze und noch nicht weiß, was am Ende für eine Geschichte rauskommt. Wie soll ich meinen Spielern also vermitteln, was ich genau leiten werde???

 

Ich weiß es nicht…

 

Meine Welten sind groß und voller gefährlicher SLC. Die Spieler stehen am Anfang ihrer Abenteuer als kompetente, aber gegenüber den Mächtigen der Welt doch relativ hilflose Charaktere im Spiel und müssen mit Strategie, Ideenreichtum und Würfelglück dafür sorgen, dass sie ihre Ziele erreichen. Später werden sie dann die Welt rocken.

 

Aber dafür sollte ich ihnen dann vielleicht doch mal vorher verraten, was ich im Groben vorhabe…

 

Was lerne ich also aus diesem Problem? Das ich meinen Spielern noch mehr vertrauen muss! Ich werde mein Konzept und die gedachten Ansätze für die nächsten 7 Folgen nach dem Höhepunkt mit den Spielern besprechen, um ihnen die Möglichkeit zu geben ihre Charaktere entsprechend zu entwickeln. Letzten Endes ist es wie fast immer genau so gelaufen wie ich es im Groben vorgeplant hatte. Vielleicht auch weil ich zum Anfang einmal auf Reset gedrückt habe um die Gruppe ein Problem erneut angehen zu lassen. Dennoch, bis auf die Änderungen durch überraschend gute Würfe die den Tod zweier gedachter Haupt SLC zur Folge hatten haben meine Spieler sich als gute Storrynutten immer begierig auf meine Hinweise gestürzt und meine Hinweise und Fallstricke brav geschluckt.

 

Es wird für mich also Zeit, den Spielern mehr Einfluss in der strategischen Entwicklung zu geben, sie aktiver über meine Planung zu informieren,

 

Komisch das schreibe ich doch immer in Internet, oder?

 

Also verschiebe ich meine guten Vorsätze dieses Mal nicht auf die nächste Kampagne um sie dann doch wieder zu verschlampen. Ich ändere meine Art einfach mal in der Kampagne. Das hat schon in der Ritter von Warwark Kampagne recht gut geklappt und wird hoffentlich dazu führen, dass die Spieler zielgerichteter arbeiten und mir das Leiten dadurch einfacher gemacht wird. Außerdem werde ich von der Idee mit dem Baroniespiel Abstand nehmen und den Fokus enger setzen. Vielleicht lasse ich meine Spieler die anderen SLC selber übernehmen und würfele nach dem Spiel mit ihnen noch schnell aus, was die anderen Mächtigen in der Welt so treiben. So können sie schön sehen was passiert und ich muss mir nichts aus den Fingern ziehen weil meine Baroniespieler nichts machen.

 

Ob das klappt??

 

Keine Ahnung, aber neben dem Fokus auf mehr Infos für meine Spieler steht ganz klar auf meiner Agenda: Klar neben dem Wunsch, den strategischen Teil der Kampagne in die Zeit zwischen den Spielabenden zu verdrängen um damit an den Spieltagen mehr Zeit fürs spielen der Charaktere und dem vorantreiben des Plots zu haben. Dadurch beabsichtige ich mehr Kämpfe, mehr Liebe, mehr Verrat und mehr Drama in all seinen Facetten zu erschaffen.

 

Um diese Sachen zu forcieren werde ich die Spieler nach dem nächsten Spiel auch bitten die konkreten Ziele für ihre Charaktere zu benennen und darauf hoffen, dass sie diese dann auch verfolgen. Damit habe ich zwar schlechte Erfahrungen gemacht, aber die waren ja in einer anderen Gruppe.

 

Fazit:

Alles neu macht der zweite Teil. Hoffentlich mit den selben guten Spielern (+1 oder 2 neue) und einem Jörg der die Möglichkeiten des Systems und seiner Spieler besser ausnutzt. Dann kann da etwas ganz Großes daraus werden. Vor allem,  wenn ich besser mit der Gruppe kommuniziere.

 

Die Diarys werden Euch zeigen, ob es klappt…

Der Charakter kann doch eigentlich nicht so blöd sein wie sein Spieler!!!

Eine kleine Anekdote vom Wochenende:  Ich hatte am Freitag und am Samstag zwei Runden auf meiner Reign Artesia Welt und konnte den Unterschied zwischen den Spielern sehen Gruppe 1 hat sich sehr lange mit der taktischen Grundsituation befasst und dann sehr schleppend ins Spiel gefunden, bevor ich zu Form auflaufen konnte. Der Plot oder das Spiel wurde hauptsächlich vom neuesten Spieler vorangetrieben der mehr oder weniger ohnmächtig zusehen musste wie seine Familie mit seinen Freunden Politik betreibt.

 

Als es dann zu den entscheidenden Punkten kam setzt ein Spieler an, seine große Liebe zurück zu fordern und fragte nach dem Einsatz einer Gabe, den ich verwahrte weil die nur in den Bergen aktiv ist. Das sollte aber so nicht weiter schlimm sein, da es nur um die Erhöhung einer Gabe von Rang 2 auf 3 ging.

 

Anschließend kam der Big Player ins Bild, der Herrscher und Anführer der 3 Freunde in Bild um zu verhandeln. Ich rechnete damit, dass er sich vor dem entscheidenden Wortduell mit Gebeten an seinen Gott pimpt um dann zu triumphieren. Deshalb hatte ich das Gespräch mit dem König extra in seine privaten Gemächer verlegt, wo diese keinen großen Bonus auf sozialen bekommt wie in seinem Trohnraum/ auf seinem Trohn.

 

Das war aber nix, ich konnte mit dem Spieler eine wunderbare Szene für seinen Charakter spielen und meine Sicht seines Charakters über den König reflektieren um ihn Ziele oder Ehrgeiz zu geben, aber mechanisch war es ein Desaster, da der Spieler sich nicht an seine Stärken erinnert hat. So konnte ich nur den König spielen, der versucht die Spieler in eine ihm genehme Richtung zu lenken und es sprang nichts dabei raus.

 

Bei der anderen Gruppe hingegen war es komplett anders. Als Spieler und Darsteller lange nicht so gut wie die erste Gruppe legten sie auf einem anderen Weg los. Sie machten ihre Rolls um die eigene Company zu festigen und zwei Spieler zogen ihre Heirat durch um die Macht zu konsolidieren. Sie überließen viel mehr Etscheidungen den Würfeln und planten immer nur den aktuell nächsten Schritt, den dafür sehr schnell. Die Spieler zögerten die entscheidende Schlacht außerdem mit ihrer Hochzeit bis auf einen Termin nach einer anderen Feierlichkeit hinaus um noch mehr Zeit zum Ansammeln von Invokationspunkten zu haben und größere Teile ihrer Truppen segnen zu können. Auch der Einsatz einer esoterischen Disziplin trug wesentlich zum Gelingen der entscheidenden Schlacht bei.

 

Beim gemütlichen „nach dem Spiel Umtrunk“ kam ich auf die unterschiedlichen Weisen der beiden Gruppen zu sprechen und es entwickelte sich eine wilde Diskussion.

 

Kernpunkt war meine Aussage, dass der Charakter kann doch eigentlich nicht so blöd sein kann wie sein Spieler. Deshalb sollte man den Spielern mal Hinweise geben, wenn sie etwas für den Wurf essentiell wichtiges nicht machen. Komischerweise waren die eher an ihren Charakteren interessierten Spieler der Meinung, dass so etwas gut sei und die Powergamer dagegen, weil es sie zu Weicheiern machen würde, die sich nicht mit den Regeln auseinander setzen, weil der SL ihnen ja eh alles hinterher trägt.

 

Tenor: Wenn die Spieler zu faul oder zu blöd sind, dann muss der SL durchgreifen und damit Anreize schaffen, damit sich die Spieler mehr mit der Materie beschäftigen. „So ein TPK kann Wunder wirken, wenn die Spieler zu faul sind.“

 

Die Charakterspieler hingegen wiesen auf die Logik der Situation hin. Es sei unrealistisch, dass ein Held bei einer so wichtigen Entscheidung so dermaßen dämlich sein würde, nur weil der Spieler vielleicht einen Konzentrationsknick hat. Man müsse dem Spieler einen Wurf auf die Intelligenz des Charakters geben (doppeltes Attribut) um zu sehen ob er das wirklich vergisst und dann entsprechende Hinweise geben.

 

Was meint ihr zu der Problematik?

Die Eroberung des Mannon Mole Teil 5

Dieses mal aus der Feder eines Spielers, der sich den EP verdienen wollte!

Er beschreibt das Ganze in der Retrospektive seines Charakters, was ich witzig finde, denn die Kampagne wird sicher sehr tödlich….

 

Danke Ben!!!

 

Ab hier ist der Bericht von Ben!

Der kleine Hügel kurz vor dem äußeren Tor bietet den besten Ausblick auf das Wahrzeichen des Tals und so beschloss ich mit dem Jungen dort noch einmal zu rasten.

Das erste Mal, wenn man den „Coloss of Kurth“ erblickt ist für Jeden überwältigend. Selbst für mich, der ich schon so viele Male unter dem Koloss hindurch geritten bin, ist die gewaltige Figur aus reinem, groben Fels mit ihren, das Sonnenlicht reflektierenden grün-glänzenden Augen immer wieder ein erhebender Anblick.

Ich fragte mich was in dem Jungen, der immer noch staunend am Rande des Hügels stand, vorging. Spürte er die Präsenz des alten Gottes?

Bewunderte er die schlichte Größe der gewaltigen Figur, die sich mitten in der Bewegung erstarrt hinter den Verteidigungsanlagen des Tals erhob? In den letzten Jahren ist es schon manches Mal vorgekommen, dass eine feindliche Armee allein durch den Anblick derart eingeschüchtert wurde, dass sie noch weit vor dem ersten äußeren Tor kehrtmachte.

 

Nachdem ich das obligatorische Gebet an Kurt gesprochen hatte deutete ich dem Jungen, sich für das letzte Stück bereit zu machen. Auf dem Weg Richtung zum Haupttor fragte er:

 

„Onkel  Duncan? Wie ist der Koloss eigentlich entstanden?“

 

Ich schaute nach oben, dachte daran, wie wir zum ersten Mal vor den Bergen zum Tal standen wo wir den großen Erdrutsch sahen, der das Tal ursprünglich verschloss – als hätte jemand dafür sorgen wollen, dass niemand mehr ins Tal kam. Wie recht wir mit dieser Vermutung doch hatten….

 

Ich schaute mich um und es war mir, als würde ich wieder die Gesänge der Stone Crows hören, wie sie in ihrem riesigen Kreis standen. Und da war meine Schwestern, Ishatara, wie sie sich mit dem Boden zu verbinden schien. Ich weiß noch, wie viel Angst ich um sie hatte… ich war noch so jung, so unwissend.

 

Und ich erinnerte mich, wie der Boden im Kreis anfing zu leben und sich der gigantische Kopf aus Granit formte, sich erhob in den Himmel, uns alle mit seinem Schatten bedeckend. Dann der Geruch von heißem Stein, als die Inkarnation des alten, mächtigen Gottes den Tunnel in das Gestein brannte – diesen Geruch werde ich nie vergessen…
„Onkel Duncan? Hast du nicht gehört? Ich wollte nur wissen…“

 
„Schweig.“ unterbrach ich ihn harsch. „Es geziemt sich nicht, den steinernen Pfad schwätzend entlang zureiten. Du erzürnst Kurth, willst du das?“

 

Er schüttelte erschrocken den Kopf.  „Das dachte ich mir.“ Wir ritten schweigend unter dem Koloss entlang durch den Tunnel. „Am besten, du fragst deine Mutter nach dem Koloss. Sie weiß besser als jeder andere, was genau damals geschah“ erklärte ich ihm.

 

„Aber Mutter redet immer so komisch, ich verstehe sie nie. Und ihre Geschichten sind auch langweilig“

 

Ich hielt an und blickte den Jungen an.

 

„Du WIRST deine Mutter fragen – heute Abend noch. Und du wirst ihr zuhören und wenn du etwas nicht verstehst, fragst du nach. Hast du mich gehört? Vielleicht wirst du eines Tages der Erbe über die „Weiße Feste“ sein und über das Tal herrschen. Dann wird es wichtig sein zu wissen, was hier passiert ist und vor allem: warum. Und jetzt will ich nichts mehr darüber hören“
Der Junge schwieg eine Zeitlang. „Und der Drache…?“ brach es schließlich aus ihm heraus. „Hat er dir nicht… ich meine.. dein Bein. Ich habe gehört, der Drache…“

 

Ich seufzte. Das Thema würde sich wohl nicht aufschieben lassen.

 

„Das Bein… es war nicht der Drache. Es gab auch eigentlich auch gar keinen richtigen Drachen…“ ich sah die Bestürzung in seinem Gesicht und beeilte mich, nachzusetzen: „…obwohl schon der gigantischer Drachenkopf wahrlich ausgereicht hätte, unsere ganze Armee zu vernichten! Der Zauberer, der diesen Schutzgeist an den alten Tempel im Tal gebunden hatte musste äußerst mächtig gewesen sein. Und es war eigentlich dein Vater Reynar, der uns damals den Arsch rettete, als unsere Truppen längst Reißaus genommen hatten.

 

Ich erinnere mich noch gut, wie wir dem feuerspeiendem Kopf gegenüberstanden, nur wir drei- dein Vater, Lord Bran und ich – nachdem unsere Truppen uns schon früh verlassen hatten. Immer wieder mussten wir seinem Atem ausweichen und erst schien es, dass wir ihm kaum schaden konnten. Jede falsche Bewegung, jeder nicht abgewehrte Angriff konnte unseren Tod bedeuten!

 

Allein, es schien, dass die lange Ruhezeit die Reflexe des Schutzgeistes etwas beeinträchtigt hatten und so konnte dein Vater schließlich die entscheidenden Schläge mit seinem Schwert landen, und den Kopf von dem langen Hals der sich aus dem Tempel erstreckte, trennen. Aus seinen Knochen fertigten die Stone Crows, die den Kampf aus der Ferne beobachte hatten, den Drachenbeinthron an, der in der Weißen Feste im Tal steht. Du wirst ihn nachher zu sehen bekommen.“

 

„Und was passierte dann?“

 

Der weißgepflasterte Pfad aus Alabaster, auf dem wir durch das Tal ritten, führte zunächst am strahlenden Islik Tempel mit seinen fleißigen Akolythen vorbei, dann in einem weiten Bogen bis an den Rand der Berge, wo wir damals den Schrein Kurths errichten ließen und führte die Hügel hinauf bis zu den in den Berg gemauerten, weißen Mauern der Feste.

 

Mein Blick fiel auf die mächtigen Türen des Tempels, der schon lange wieder unter den kundigen Händen der Baumeister in alter Pracht mitten im Tal stand. Damals fanden wir der Tempel halb zerfallen vor, bewachsen von Pflanzen und Moos. Die Türen standen weit offen und lockten uns in die dunklen Tiefen…

 

„Nun, wir hatten den Wächter vernichtet. Es lag an uns oder vielmehr an Lord Bran, dafür zu sorgen, dass der Tempel gereinigt wurde, also gingen wir hinein. Wir erwarteten nicht, einen weiteren Wächter vorzufinden: Der Minotaur, der bis heute der Champion deines Vaters ist! Er stellte sich als fähiger und äußerst starker Gegner heraus und… nun ja, es heißt, „der übermütige Sieger arbeitet an seinem Untergang“. Ich musste diese Lektion schmerzlich lehren, als mir der Minotaur das Bein in einem gewaltigen Hieb abriss. Nun, er stand unter dem Bann des Magiers, ich kann ihm… keinen Vorwurf machen.“

 

Ich rieb mir mein eisernes Bein, das mir vom Meisterschmied aus Nomath gefertigt wurde. Natürlich wusste ich, dass ich keine Schmerzen empfinden konnte, aber die Erinnerung an den Schmerz sitzt tiefer als der Verstand es auszumerzen vermag…

 

„Wir gelangten schließlich an das Tor der Festung, dessen weiße Oberfläche in der Sonne zu glänzen schien… es überstrahlte alles und ich musste meine Hand vor das Gesicht heben. Doch nicht mal das half, das weiße Strahlen schien durch meine Hand hindurchzugehen immer heller und heller…“

 

Eine Stimme: „Wacht auf, Herr! Kommt wieder zurück“

 

Die alte Frau schüttelte mich, ich sah ihr Gesicht vor den bunten Stoffbahnen des Zeltes, in dem ich lag. Der schwere, süßliche Geruch aus den Rauchgefäßen stieg mir in die Nase und ich richtete mich verwirrt auf, erinnerte mich langsam wieder wo ich war.

 

„Habt ihr einen Wahrtraum gehabt?“

 

Ich entsann mich meiner Vision, rekapitulierte, was ich eben…erlebt? hatte. „Ich… bin nicht sicher. Es war ein…Traum. Aber ich war älter, viel älter. Da war noch dieses Kind…mein Neffe… aber ich verstehe nicht….“

 

„Die Eigenheiten eines Wahrtraumes oder einer Vision mögen sich euch nicht gleich erschließen, Herr. So unbedeutend euch das erscheinen mag, was ihr saht – es mag sich zu einem späteren Zeitpunkt als wichtig erweisen. Bedenkt außerdem: Dies ist nur einer der vielen Pfade, die das Schicksal für euch vorsieht. Es mag alles ganz anders kommen.“

 

Und so entließ sie mich und die Träger brachten mich zurück durch die belebten Gassen der Stadt zu meinen Gefährten. Morgen würden wir den Schmied treffen, der sich um das Bein kümmern sollte…

Die Eroberung des Manon Mole Teil 4

Letzten Freitag ging es mal wieder los, die Würfel wurden geworfen und die Charaktere verkörpert. Ich musste wieder einmal einen Spieler ersetzen, doch glücklicherweise half der Ben aus, der jetzt auch fest in der Runde mitspielt.

Ich hatte dem guten Ben einen guten Charakter gegeben und diesen mit Conrad von Nagria über Kreuz gelegt, der die Kampagne ja verlassen hat. Glücklicherweise war der Charakter ja ein Anhänger von AYMONNION und hatte in den letzten Abenteuern angefangen seinem Gott fleißig Opfer zu bringen, so dass ich eine gute Möglichkeit hatte den neuen Charakter in die Truppe zu bringen.

So machte sich Duncan, der Sohn des Adligen Helgrim Baron von Gallos auf den Weg um den Mörder seines Bruders Oswic  zu finden und zu töten und bekam dabei noch Begleitung in des königlichen Herolds. Der Herold wurde von mir als Sicherheitsnetz eingebaut, falls sich die Charaktere gleich zum Anfang gegenseitig an die Gurgel gehen sollten (schließlich hatte Karstens Charakter auch gehörig etwas mit der Ermordung von Oswic zu tun), wurde aber nicht wirklich gebraucht.

Also musste ich mal wieder zwei Plots synchron nebeneinander her laufen lassen und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das nicht wirklich optimal hin bekommen habe (wie mir Karsten nach dem Spiel recht diplomatisch klar zu machen versuchte) Der Anfang wurde von Duncan und seinen Gesprächen mit der völlig durchgeknallten Schwester Darida dominiert.

Derweil hatte Bran, selbsternannter Lord of Boarford  so seine Mühe mit den Nachbarn. Die Sturmkrähen machten unter der Führung seines Champions gewaltig an Boden gut und der Champion gewann immer mehr Anhänger, was Bran zu dem Gedanken brachte, seine Machtbasis besser zu verbreitern, statt einen internen Machtkampf anzufangen. Conrad von Nagria war in der Vorbereitung mit einem großen Trupp Männer in die südlichen Sümpfe aufzubrechen um dort für Ruhe zu sorgen und es hatten sich zusätzlich gleich zwei wichtige Besucher angekündigt. Die Mutter der toten Cloe von Normath und eben der Herold des Königs, welche Bran nicht gleichzeitig auf seiner Burg haben wollte.

Es kostete ihn einiges Geschick, die Lady of Normath mit Conrad zu vertrösten und sie so nicht zeitgleich mit dem Herold in der heimischen Burg zu bewirten. Conrad musste vorher noch einmal kurz etwas erledigen (was Bran nicht weiter auffiel) und machte sich dann auf den Weg.

An einer anderen Stelle hingegen machte Darija die gewohnten Schwierigkeiten und ihr fürsorglicher Bruder stellte ihr 2 Wachen zur Seite um sie von Gefahren fern zu halten, während er sich mit dem Herold unterhielt und sie dem Fort Beerfort immer näher kamen.

Im Fort fand der gute Bran inzwischen einen Opferaltar für AYMONNION und sah die tote Katze der Haushälterin sowie die abgeschnittenen Hände des Champions von Redwall. Bran kämpfte den Impuls seinen Champion zu rufen und ihn zu töten nach einer kurzen Unterhaltung nieder (die ihn von der Unschuld seines Champions überzeugte) und Beauftragte ihn mit der Spurensuche. Dieser befragte die im Garten anwesende Chefköchin Magda (in jung) und fand heraus, dass nur sein Herr und sie im Garten gewesen wären. Die Köchin selber konnte er nach einem kurzen Verhör auch von der Liste der Verdächtigen ausschließen. Durch die zur Hilfenahme eines Spurenlesers wurde schließlich Conrad als der Übeltäter identifiziert.

Doch die Zeit drängte und so schickte Bran wieder einmal seinen Champion los um einen wichtigen Gast zu begrüßen und selber die Überreste der dunklen Zeremonie via einer Reinigung zu beseitigen. Das trotz des Wissens, das sein Champion nicht gerade der beste Gesellschafter war.

Die Verschmutzung erwies sich aber trotz recht großzügiger Auslegung des Rituals von meiner Seite als zu hartnäckig für den ersten Versuch und im zweiten Versuch pumpte Bran sehr großzügig Invokationspunkte von Islik in Verbindung mit einer Anrufung (Islik lead me to victory) um die Sache zu klären.

Mit der Hilfe seines Gottes klappte die Säuberung dann sehr gut und Bran machte sich auf den Weg um seinen Champion einzuholen. Der hatte inzwischen eine Begegnung der besonderen Art mit Daradia der Schwester vom jungen Lord Duncan Gallos. Diese entbrannte beim bloßen Anblick  von Brans Champion in Liebe und verwandelte ihren kompletten Arm in Stein, als sie ihn  berührte, was zu einen heftigen Disput zwischen dem Champion und dem Herold führte, der glücklicherweise durch den eintreffenden Bran befriedet wurde.

Danach nahm der Herold Ser Bran zur Seite um ihn unter der Auflage den Mörder von Cloe (die seine uneheliche Tochter war) zu töten einen Sack Diamanten zu geben, der Treasure 2 für Brans Company bedeutete, nachdem er das Angebot angenommen hatte.

Jetzt ging der taktische Teil des Abends los und Karsten lief zu Form auf. Besonders, weil ich der Gruppe ein striktes Zeitlimit gesetzt hatte, flutschte die Sache dieses Mal echt gut und die Gruppe hatten einen sehr guten Plan. Zusätzlich hatte sie rausgefunden, was die genaue Verbindung von Brans Champion oder der jungen Maid war. Sie sind verwandte Seelen, die so lange wiedergeboren werden, bis sie eine Prophezeiung erfüllen. An diesem Handlungsstrang hatte ich jetzt schon 3 Abenteuer gearbeitet und ihn endlich etabliert, was mich stolz machte.

Anschließend kam es noch zu ein paar Würfen, um den jungen Champion, der von Bran zum Ritter geschlagen wurde, eine Company zu verschaffen (darauf hatte ich in den letzten Abenteuern mit den  Aktionen der Storm Crows schon hingearbeitet) und die Burg der Bösewichte wurde gestürmt und erobert.

Kurzes Ausklingen des Abenteuers, eine Verpflichtung von Ben als Stammspieler und allgemeine Freude.

Fazit: Ich bin wieder einmal weit unter meinen Möglichkeiten geblieben und sehr unzufrieden mit dem Start meiner Kampagne. Ich habe zwar die ersten zuverlässigen Handlungsstränge, aber durch das ständige Tauschen der Charaktere muss ich zu oft von Vorne anfangen um die neuen Spieler einzubauen. Das kostet Zeit und kreativität die ich besser im Plot einsetzen sollte. Außerdem muss ich zusehen, dass ich bei geteilten Plots mehr Wert auf das Spotlight der jeweiligen Spieler lege. Zur Zeit werfe ich den Spielern Brocken hin und wenn sie diese nicht sofort mit Begeisterung aufnehmen, springe ich wieder zu den aktiveren Spielern.

Allerdings bin ich mit der Verpflichtung  von Ben so weit, dass ich auf eine stabile Spielerzahl hoffen kann und hoffe das sich die Probleme von alleine erledigen, weil immer alle Spieler im selben Plot rumarbeiten.