Vorfreude auf den Nordcon!

Am 10.06. geht der Nord­con in Ham­burg (ich glaube sogar zum 20s­ten Mal) an den Start. Und ich freu mich schon wie Bolle! Neben den Tane­lorn-Tref­fen und dem Gra­tis­rol­len­spiel­tag ist der Nord­con für mich der Höhe­punkt des Rol­len­spiel­jah­res, und 2016 wird er wie­der toll.

Zombiecalypse-LogoWir ver­an­stal­ten (ganz offen­sicht­lich, wenn man mein über­quel­len­des Email­post­fach ansieht) wie­der die Zom­bie­ca­lypse! Du, dein Nerf-Blas­ter und ein Rie­sen­hau­fen Zom­bies – Adre­na­lin pur. Oder, wenn du Zom­bies wirk­lich magst – bei uns kannst du einer sein (Keep calm and eat a brain!)

Ach, das alleine ist schon ein Fest, denn auf dem Nord­con haben wir eine fette Turn­halle, Nerf­blas­ter zum aus­lei­hen, meine extrem tolle Crew und hun­derte von höchst moti­vier­ten Spie­lern am Start. Wir sind im Haupt­ge­bäude ganz oben… komm mal vor­bei uns sage Hallo.

Und dann gibt es natür­lich noch den Deut­schen Rol­len­spiel­preis, der auch 2016 wie­der ver­lie­hen wird. Das pas­siert am Sonn­tag im Rah­men der Abschluss­ver­an­stal­tung – und ich stehe dort auf der Bühne und hoffe, dass ihr im Publi­kum seid.

Zum DRP gibt es wie­der den Cover­po­sing-Wett­be­werb mit tol­len Prei­sen. Dazu stellt ihr (und eure Kum­pels) ein Rol­len­spiel­co­ver nach und lasst euch von uns foto­gra­fie­ren. Und das sieht so aus:

Cover von

Vor­bild

Nachgestelltes Cover

Sie­ger

Angeb­lich soll es ja auf den Nord­con auch noch gele­gent­lich zu ver­ein­zel­ten Rol­len­spiel­run­den kom­men, habe ich gehört – ich frage mich nur, wer dafür noch Zeit hat! Erst­mals 2016 gibt es zu dem einen Rol­len­spiel­floh­markt, den Pen&Paper-Slam und die Rol­len­spiel­ma­nu­fak­tur. Tra­di­tio­nell ist der Nord­con zudem auch noch ein gro­ßes Event für die Fan­tas­tik-Lite­ra­tur, so dass ihr euch auch auf Lesun­gen und der­glei­chen freuen könnt.

Wir sehen uns. Auf dem Schlacht­feld. In der Gym­nas­tik­halle… BRAINS!

Posted in Allgemein | 3 Comments

Magie im Rollenspiel (Ein Kommentar zum Dorpcast 74)

Dorp­cast

Die­ser Bei­trag wurde von dem Dorp-Cast zum Thema Magie inspi­riert, in dem sich Tho­mas Mich­al­ski und Scor­pio über Magie unter­hal­ten. Man merkt ihnen an, dass es der 74ste Pod­cast ist, den sie zusam­men machen: Sehr rou­ti­niert, sehr elo­quent und gut vor­be­rei­tet.

Aber in mir reift die Erkennt­nis, dass die bei­den vom Spie­ler­ty­pus (oder auch Spiellei­tertypus) mei­nem nicht ent­spre­chen. Des­halb fehlt in der Betrach­tung das ein oder andere, dass ich ein­ge­bracht hätte, hätte man mich ein­ge­la­den – was dem Pod­cast bestimmt gut getan hätte 🙂 (Den Feh­ler, mich ein­zu­la­den, haben schon die Teil­zeit­hel­den, und Aus­ge­spielt gemacht; ver­mut­lich hat sich jetzt rum­ge­spro­chen, was dabei raus­kommt, und ich werde nie wie­der ein­ge­la­den…)

1. Regelmechanik

Der Ant­ago­nis­mus zwi­schen Regeln für Magie und Magie als Sto­ry­ele­ment wird von den Con­ti­nue rea­ding

Posted in Allgemein | Tagged , , , , , , , , , , , , , | 1 Comment

Sasse, ein Alt-Nazi NSC

Rassismus

Ras­sis­mus

Um mal was pro­duk­ti­ves zum Kar­ne­val der Rol­len­spiele bei­zu­tra­gen (ich war da in letz­ter Zeit nicht sehr rege), kommt hier ein Bei­trag zum Ras­sis­mus-Umzug im April, orga­ni­siert von der Zeit­zeu­gin.

Ich stelle euch Alfred Sasse vor, einen Alt­nazi. Ein ech­ter Alt­nazi wäre heute in den 90ern, Alfred ist also eigent­lich ein Neo-Nazi (weil die Herr­schaft der Nazis nicht mehr selbst erlebt hat), aber da damit übli­cher­weise Skin­heads und andere, eher jün­gere Per­so­nen gemeint sind, ist er eben der Alt-Nazi.

Herr Sasse basiert auf einem der wun­der­bar pla­ka­ti­ven NSCs aus der Feder von Tom Finn (typi­scher­weise weiß ich nicht mehr, in wel­chem Zusam­men­hang er ihn brachte, aber den Spruch hab ich mir gemerkt). Er mel­det sich am Tele­fon so (bitte zackig vor­tra­gen):

Sasse. Ich buch­sta­biere: SA, SS und E wie Élite.

Es ist also von gro­ßer Bedeu­tung, das Sasse beim Erst­kon­takt von den PCs ange­ru­fen wird oder tele­fo­nie­rend ange­trof­fen wird 🙂

Sasse ist ein rüs­ti­ger 70e­ri­ger, stock­stei­fer, gera­der Rücken, son­nen­ge­bräunte Haut mit ers­ten Alters­fle­cken. Sei­nen Kopf umgibt ein buschi­ger Kranz von hell­grauen Haa­ren, aber die Mitte ist längst kahl. An der lin­ken Hand trägt er einen auf­fäl­li­gen Sie­gel­ring mit einem ver­frem­de­ten Haken­kreuz. Geklei­det ist er mit einem Polo­hemd, einem grauen Blou­son mit regen­ab­wei­sen­der Beschich­tung und einer klas­si­schen Her­ren­hose.

Da euch Werte kaum etwas sagen dürf­ten, nutze ich Text, um Herrn Sasse (und seine Hal­tun­gen) zu beschrei­ben – dar­aus kann jeder für sein Sys­tem ent­we­der Werte oder Aus­spiel­an­lei­tung ablei­ten.

  • begab­ter Red­ner mit durch­aus per­sön­li­chem Charme
  • tief ver­netzt in der Nazi-Szene
  • einst wohl­ha­ben­der und ange­se­he­ner Bau­un­ter­neh­mer, wird jetzt von der Gesell­schaft als Nazi gescheut
  • Kon­takte: Von der Mafia bis in die höchs­ten Ebe­nen – aber kei­ner will mehr mit ihm gese­hen wer­den. Er kann aber durch­aus noch Gefal­len ein­for­dern und alte Schul­den fäl­lig stel­len.
  • Skru­pel­los, stellt aber „Die Bewe­gung” vor die eige­nen Inter­es­sen
  • Gewalt ist ein legi­ti­mes Mit­tel der Poli­tik”
  • Ihn drängt die Zeit. Er hat Haut­krebs und will vor sei­nem Tod (ein paar Jahre hat er noch) „Die Bewe­gung” um jeden Preis vor­an­brin­gen
  • exzel­len­ter Gol­fer
  • Seine Frau ist nicht, wie er über­all behaup­tet, Abkömm­ling von Schle­si­ern, son­dern etni­sche Polin.

Viel Spaß mit Herrn Sasse. Er wird den nächs­ten „Gro­ßen Kon­flikt”, an dem die PCs betei­ligt sind, benut­zen um „Die Bewe­gung” vor­an­zu­brin­gen. Um jeden Preis.

Posted in Allgemein | Tagged , , , , | Leave a comment

Steampunk als Marke?

Kleine Auf­re­gung bei Face­book – da will sich doch jemand den Begriff „Steam­punk” als Marke schüt­zen las­sen.

Klar, auch ich hab mich gefragt: Was soll dass den? Das kann doch nicht sein, dass ein so alter Begriff, der ohne­hin eine ganze Lite­ra­tur­gat­tung beschreibt, jetzt plötz­lich geschützt ist? Das ist ja schlim­mer als der Ver­such von War­ham­mer, den Begriff „Spa­ce­ma­rine” zu schüt­zen!

Aber, bevor der Rant auch nur zuende gedacht war, taucht diese Stel­lung­nahme auf:

Bei der Recher­ché für ein Rol­len­spiel­pro­jekt („Ame­ryll“) Anfang die­sen Jah­res haben wir fest­ge­stellt, dass es bereits 4 (inzwi­schen sind es schon 5) Ein­tra­gun­gen in unter­schied­li­chen Klas­sen für „Steam­punk“ gibt. Auf Grund des momen­ta­nen Booms aller mög­li­chen Anbie­ter bei allem, was damit zu tun hat, war und ist zu erwar­ten, dass frü­her oder spä­ter irgend­je­mand dar­auf auf­merk­sam und ver­su­chen wird, mit dem nöti­gen juris­ti­schen Rück­halt und Resour­cen Kapi­tal dar­aus zu schla­gen. Es gibt prä­ven­tiv nicht all­zu­viele Mög­lich­kei­ten, das ohne lang­wie­rige recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen zu ver­hin­dern. Wir woll­ten uns die­sem Risiko nicht aus­set­zen.
Wer schon ein­mal einem Mar­ken­rechts­streit hatte, weiss, wovon ich rede.

Ich habe des­halb im März schon (ist auch in der Anmel­dung leicht zu sehen), den Begriff „Steam­punk“ in den Klas­sen 28, 9 und 41 beim Deut­schen Patent- und Mar­ken­re­gis­ter ange­mel­det, um zu klä­ren, dass „Steam­punk“ kein schüt­zens­wer­ter Begriff ist.

Der­zeit ist das auch nach wie vor nur eine Anmel­dung, ein­ge­tra­gen ist noch gar nichts.

Jetzt gibt es meh­rere Mög­lich­kei­ten:

a) Ich ziehe (wie von eini­gen sehr auf­ge­brach­ten Leu­ten schon ver­langt) die Anmel­dung zurück. Das wäre an sich mei­ner­seits kein Pro­blem, nur ist dann im Grunde auch nichts wei­ter gewon­nen. Eine Rück­nahme einer Anmel­dung stellt lei­der über­haupt nichts klar. Denn dann wird frü­her oder spä­ter der Nächste kom­men, der das ver­su­chen wird, und dann mög­li­cher­weise mit ganz ande­ren Absich­ten. Und ich weiß sicher, dass dies kom­men wird.

b) Das DPMA lehnt die Mar­ken­ein­tra­gung mit der Begrün­dung eines nicht schüt­zens­wer­ten Begriffs ab. Das ist dann eine klare Aus­sage der qua­li­fi­zier­ten Fach­be­hörde, die in jeg­li­cher spä­te­ren Abmah­nung oder Pro­zess gegen irgend­je­man­den, der ver­sucht, aus einer Marke „Steam­punk“ Gewinn zu schla­gen, Gewicht hat. Und zwar wesent­lich mehr Gewicht als alle sons­ti­gen Argu­men­ta­tio­nen.

c) Das DPMA trägt die Marke ein und die Wider­spruchs­frist beginnt. Dann kann der Ein­tra­gung wider­spro­chen und dem Wider­spruch statt­ge­ge­ben wer­den. Auch hier ist das Ergeb­nis wie bei a), [hier muss wohl b gemeint sein, Blech­pi­rat] näm­lich eini­ger­ma­ßene Klar­heit.

d) Es kommt zur Ein­tra­gung der Marke. Dann werde ich die Marke an eine unab­hän­gige Insti­tu­tion über­tra­gen (das ist dann wahr­schein­lich sinn­vol­ler­weise ein Ver­ein oder Ähn­li­ches), die die Marke ver­wal­tet und an jeden Inter­es­sier­ten sym­bo­lisch wei­ter lizen­siert. Damit sind alle, die in den Klas­sen irgend etwas in dem Bereich machen, eini­ger­ma­ßen geschützt.

Im Moment ist (wie schon seit inzwi­schen 8 Mona­ten) da noch gar nichts ein­ge­tra­gen, aber das DPMA hat bereits schon vor Mona­ten Beden­ken gegen die Ein­tra­gung geäu­ßert und befaßt sich wie gewünscht damit.

Ich stehe selbst­ver­ständ­lich zu Rück­fra­gen dazu zur Ver­fü­gung, unter mei­ner email info@arbes.de, per FB oder sonst wie. Nur bitte ich von auf­ge­brach­ten Anru­fen abzu­se­hen, Ihr lauft eigent­lich nur offene Türen ein und das bringt nichts.

Okay, hört sich alles schon nicht mehr so schlimm an, oder? Aber unter­stellt, der Herr Arbes spielt hier mit völ­lig offe­nen Kar­ten (und nichts ande­res nehme ich an), dann habe ich trotz­dem den Ein­druck, dass das Recht zum Schutz geis­ti­gen Eigen­tums hier erheb­li­che Fehl­an­reize aus­löst. Denn eine Mar­ken­ein­tra­gung ist gar nicht so ganz bil­lig.

Und das (und nur das) hält mich davon ab, „Rol­len­spiel” ein­tra­gen zu las­sen und euch alle zu Lizenz­ge­büh­ren zu zwin­gen, wenn ihr eine Rol­len­spiel­sit­zung habt. Muhaha!

Posted in Allgemein | Tagged | 2 Comments

Rezension & Systemvorstellung: Urban Shadows

urban shadowsUrban Shadows ist eine sehr gelun­gene Anpas­sung des Rol­len­spiel­sys­tem „Powe­red by the Apo­ca­lypse” (pbtA) für das Urban Fan­tasy Genre.

Hier wurde bereits ein pbtA-Spiel vor­ge­stellt: Mons­ter­hearts. Im Gegen­satz zu Mons­ter­hearts (das sicher­lich auch Urban Fan­tasy ist), geht es bei Urban Shadows nicht um die Gefühl von Teen­agern, son­dern um „über­na­tür­li­ches Drama und poli­ti­sche Intrige” – also mehr „The Wire” mit Mons­tern als „Buffy” oder Twi­light.

Wie funktioniert pbtA?

Die „Engine” pbtA besteht aus sog. Moves. Der Cha­rak­ter­zet­tel ent­hält also keine Fer­tig­kei­ten mehr, son­dern nur noch Moves. Ein Move wird immer dann akti­viert, wenn ein Spie­ler eine Situa­tion erzählt, für die ein Move exi­si­tiert. Die Moves wer­den aber je nach Genre bestimmt: Mons­ter­hearts, Mons­ter of the Week, Urban Shadows sind alles pbtA-Spiele, die Urban Fan­tasy bespie­len – aber völ­lig unter­schied­li­che Moves haben. Über­ein­stim­mend haben Sie z.B. kei­nen Move um eine geschlos­sene Tür zu kna­cken. Sowas ist für Urban Fan­tasy nicht wich­tig (es wäre viel­leicht für das Genre Dun­geon Crawl wich­tig, daher hat, IIRC, Dun­geon World für den Dieb einen der­ar­ti­gen Move). Die Unter­schiede der Urban Fan­tasy-Spiele las­sen sich gut daran erken­nen, wie sie mecha­nisch mit dem Aspekt der Ermitt­lung umge­hen: Mons­ter­hearts kennt kei­nen Move dazu, Mons­ter of the Week hat einen Move, der (für mich) die Superna­tu­ral-Art (gemeint ist die Fern­seh­se­rie) des Ermit­telns beschreibt: Sam kommt mit offe­nem Lap­top zu Dean und erzählt ihm was er her­aus­ge­fun­den hat – wie das pas­sierte ist unwich­tig und pas­siert off-screen. Urban Shadows bie­tet etwas mehr Mate­rial für Ermitt­lun­gen: „Figure someone out”, „Hit the street”, „Put a Face to a Name”, „Inves­ti­gate a place of power”. Man sieht hier schön die unter­schied­li­chen Schwer­punkte der Spiele.

Grund­sätz­lich funk­tio­nie­ren Moves so, dass 2w6 gewür­felt + addiert wer­den. Dann kommt ein Modi­fi­ka­tor (-1 bis 3 übli­cher­weise) für das pas­sende Attri­but dar­auf und es wird ein Blick in die fol­gende Tabelle gewor­fen:

6-: Es miss­lingt (einige Spiele gegen einen Erfah­rungs­punkt, US nicht)
7 – 9, es gelingt, aber … (nega­tive Neben­ef­fekte)
10+: Es gelingt groß­ar­tig.

Gute Moves ver­bin­den die nega­ti­ven Neben­ef­fekte mit einer Wei­ter­ent­wick­lung der Geschichte: „Du erfährst, was du wis­sen woll­test, aber das Ziel dei­ner Ermitt­lung erfährt davon, dass du gegen es ermit­telst” wäre ein sol­cher Move, der dem SL sofort eine Idee gibt, wie es wei­ter­ge­hen kann.

Alle pbtA Spiele haben sog. Play­books, also Cha­rak­ter­zet­tel, die bereits pas­sende Moves beinhal­ten und Vor­schläge für Namen, Aus­se­hen, Aus­rüs­tung etc zum ankreu­zen bie­ten – das ist auch bei US toll gelöst.

Der SL wür­felt bei pbtA nicht, er hat aber durch­aus auch Moves. Die Moves (zusam­men mit den „Agen­das” und „Prin­zi­pien” lei­ten den SL und sind in gewis­ser Weise zusam­men­ge­fasste SL-Anlei­tung. Ein SL-Move von US lau­tet z.B.: „Warne vor dro­hen­der Gefahr” oder „Bring jemand in Gefahr”. Das ist anfangs für den SL unge­wohnt, aber auch toll, weil auch die SL-Moves auf das Genre ange­passt wer­den kön­nen. Bei US fällt z.B. der SL-Move „Reveal a deal done in their absence” auf, der natür­lich zum den Ziel der poli­ti­schen Intrige gut passt. Andere Moves füh­len sich sogar ein biss­chen wie schum­meln an: „Inflict (or trade) harm” erlaubt es dem SL, dem Spie­ler Scha­den zuzu­fü­gen – ganz ohne Ret­tungs­wurf oder andere Ele­mente einer Chance. Natür­lich muss der SL-Move zum Nar­ra­tiv pas­sen: Scha­den wäre dann sinn­voll, wenn ein Mons­ter in der Nähe ist oder sonst etwas gefähr­li­ches sich rea­li­siert.

Was unterscheidet Urban Shadows von anderen pbtA-Spielen?

The_Wolf_FINAL-236x450Das sind vor allem die Moves. Auch wenn z.B. ein Wer­wolf sowohl in Mons­ter­hearts als auch in US gespielt wer­den kann (und auch MotW kennt eine etwas gene­ri­schere Klasse, die einen Wer­wolf gut abbil­den kann), so füh­len sie sich doch ganz anders an. Legt Mons­ter­hearts den Wer­wolf als Ikone des Gewalt­as­pekts in Liebe und Sex an, geht es in US um Ter­ri­to­rium und Rudel, die den Wer­wolf mäch­tig machen. Mit den Moves und wähl­ba­ren Klas­sen unter­stützt US (bes­ser als Mons­ter of the Week) ein Dres­den-Files-arti­ges Spiel. Es geht um die Stadt, ihren Glit­zer, ihre Armut, ihre Kor­rup­tion. Es geht um Men­schen (und Mons­ter) die in die­ser Stadt leben, die kämp­fen, gewin­nen, ver­lie­ren, aus­ge­beu­tet wer­den und aus­beu­ten. Es geht um die Ree­per­bahn, nicht um Pin­ne­berg, um Kreuz­berg, nicht um Gru­ne­wald.

Fraktionen

Mecha­nisch wird das dadurch unter­stützt, dass neben den Moves zum Cha­rak­ter (und den übli­chen Basic-Moves, die jedem offen­ste­hen) auch noch sog. Frac­tion-Moves ein­ge­führt wur­den. Das pas­sende Attri­but spie­gelt das Ver­hält­nis zu einer der Macht­frak­tio­nen (Sterb­li­che, Nächt­li­che, Mäch­tige und Wilde) wie­der und erlaubt Moves die damit zusam­men­hän­gen – etwa jeman­den zu ken­nen oder in der Frak­tion Dinge her­aus­zu­fin­den.

Schulden

Ein wei­te­res wich­ti­ges Ele­ment sind die Schul­den (debts) – es han­delt sich um eine Art Wäh­rung, die aber nur gegen über einer Per­son funk­tio­niert (ähn­lich den Strings aus Mons­ter­hearts): „Dafür schul­dest du mir was!” ist der Gedanke. Mit einer sol­chen Schuld kann man in US viel errei­chen, PCs und NSCs mani­pu­lie­ren, etc. Dem­entspre­chend gibt es auch Debt-Moves.

Korruption

Wich­tig ist auch noch die sog. Kor­rup­tion. Unter bestimm­ten Umstän­den sam­meln die Cha­rak­tere „Kor­rup­ti­ons­punkte” an, die sich wie Erfah­rungs­punkte anfüh­len. Für den Vam­pir ist das z.B. das Blut­sau­gen bei Opfern, die damit nicht ein­ver­stan­den sind. Sind genug Kor­rup­ti­ons­punkte vor­han­den, schal­tet sich ein (sehr mäch­ti­ger) Kor­rup­ti­ons­move frei. Aller­dings: Es ste­hen nur wenige Moves zur Ver­fü­gung, und irgend­wann muss man den letz­ten ver­blei­ben­den Kor­rup­ti­ons­move neh­men: Cha­rak­ter in den Ruhe­stand mit der aus­drück­li­chen Erwar­tung, dass er jetzt als Böse­wicht vom SL ein­ge­setzt wer­den kann.

Intimität

Auch Inti­mi­tät (ob nun Sex, Heu­len mit der Freun­din oder männ­li­ches Schwei­gen am Bier­t­re­sen, der fres­sende Vam­pir oder die Dro­gen­reise, also emo­tio­nal, men­tal oder kör­per­lich) kann einen Move aus­lö­sen, der für jede Cha­rak­ter­klasse unter­schied­lich ist.

Fazit

Mir gefällt Urban Shadows bis­her sehr sehr gut. Ich denke, ich werde es mal in der Welt von Harry Dres­den ein­set­zen um zu sehen, wie es sich anfühlt… sicher­lich anders, weil das poli­ti­sche Ele­ment betont wird und der Urban Anteil, den Jim But­cher in den letz­ten Bän­den etwas fal­len ließ, sicher­lich wich­ti­ger ist.

Wo kann man es kau­fen – bis­her nur als PDF bei dem einen Laden, der sie alle hat. Aber der Sphä­ren­meis­ter hat schon ange­kün­digt, dem­nächst auch die Papier­fas­sung zu haben. Meine ist bereits bestellt.

Posted in Rezensionen | Tagged , , , , | Leave a comment

Rollenspielliebe

Wer im August Blogs gele­sen hat (auch die­ses hier), der hat den #RPGADAY2015 nicht über­se­hen kön­nen. Viele der Bei­träge waren ein ech­ter Gewinn für mich. Manch­mal, weil es ein­fach der Anlass war, mal zu blog­gen (Wie bei Mond­buch­sta­ben, der /immer/ tolle Sachen schreibt, wenn er denn mal schreibt), bei ande­ren (wie Grei­fen­klaue) waren inter­es­sante Erkennt­nisse über den Men­schen hin­ter dem Blog dabei (per­sön­lich kenne ich Grei­fen­klaue lei­der nur sehr flüch­tig), mal weil es auf ein inter­es­san­tes Sys­tem ver­wie­sen hat.

Aber beken­nen muss ich, dass ich dann doch gerührt war, als einige von euch rsp-blogs.de als Lieb­lings­rol­len­spiel­seite genannt haben. Vie­len Dank an Adrian, Jaegers.net, Sprawl­dogs, Grei­fen­klaue, Mond­buch­sta­ben und De Mal­spö­ler. rsp-blogs.de war viel Arbeit (und kos­tet heute noch manch­mal erstaun­lich viel Zeit) und gibt – (an per­sön­li­chem Feed­back) wenig mehr als Abrufs­ta­tis­ti­ken zurück. Um so über­ra­schen­der war es für mich, von so vie­len Blog­gern auf ein­mal genannt zu wer­den! (Und ich dachte, das wir ein so diver­ser Hau­fen wären, dass wir nie­mals zwei Blog­ger mit glei­cher Mei­nung fin­den könn­ten 🙂 )

Vie­len, vie­len Dank.

Da setzt der Bei­trag vom Mal­spö­ler dann nur noch das Sah­ne­häub­chen auf, auch wenn ich mich nun wirk­lich nicht als Promi sehe.

Posted in Allgemein | Tagged | 6 Comments

#RPGaDAY2015 Frage 29: Favorite website/blog

#RPGa­DAY2015 Frage 29: Lieblingswebsite/Blog

Ich habe erst­mal über­legt, ob ich diese Frage über­sprin­gen soll. Bin ich als Betrei­ber von rsp-blogs.de nicht bes­ser bera­ten, neu­tral zu sein? Ver­mut­lich. Aber ich ver­rate es euch trotz­dem. Mein Lieb­lings­blog ist defi­ni­tiv Dirks Mond­buch­sta­ben. Lei­der schreibt er nicht oft, aber wenn er etwas schreibt, dann ist es toll.

Ansons­ten emp­fehle ich natür­lich

Posted in Allgemein | Tagged , | Leave a comment

#RPGaDAY2015 Frage 26: Favorite Inspiration for your game

#RPGa­DAY2015 Frage 26: Lieb­lings­in­spi­ra­tion?

Mine Fru, wie der Nord­deut­sche so schön sagt. Meine geschätzte Lebens­ge­fähr­tin, selbst (natür­lich) begeis­terte Rol­len­spie­le­rin, ist eine groß­ar­tige Gesprächs­part­ne­rin für inter­es­sante Aben­teuer, Cha­rak­ter­ent­wick­lung, Sze­nen­auf­bau… tja, hat schon seine Vor­teile, wenn man mit einer Roman­au­to­rin und einer Nar­ra­tive Desi­gne­rin (in Per­so­nal­union) zusam­men­lebt.

Posted in Allgemein | Tagged | Leave a comment

#RPGaDAY2015 Frage 25: Favorite Revolutionary Game Mechanic

#RPGa­DAY2015 Frage 25: Höchst­ge­schätzte Revo­lu­tion in der Regel­me­cha­nik?

Puh, was für eine ver­krampfte Über­set­zung, aber hey… ihr ver­steht was ich meine.

Ich habe zwei davon. Das eine ist das, was bei Fate „Aspekte” heißt, aber was es auch in ande­ren Spie­len (inzwi­schen?) gibt – die Mög­lich­keit, harte Regeln und freie Beschrei­bun­gen mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen. Wäh­rend man frü­her (und in so man­chem Sys­tem noch heute) Dinge fin­det wie „Auf einem Auge blind: –2 auf Wahr­neh­men und Fern­kampf, dafür 5 Cha­rak­ter­ge­ne­rie­rungs­punkte zusätz­lich”, die dann – schon weil sie nie per­fekt aus­ba­lan­ciert sind – zu lau­ter geld­gie­ri­gen (hey, das ist ja fast kein Nach­teil für einen Mur­der­hobo) Wes­pen­pho­bi­kern mit Erz­feind füh­ren, ist das bei die­ser Wei­ter­ent­wick­lung unnö­tig. Und da diese Nach­teile (statt star­rer Ein­bin­dung in die Mecha­nik (-2 auf Fern­kampf) einen Bonus brin­gen, wenn sie vor­kom­men, geht es auch nicht mehr darum, Nach­teile zu fin­den, die mög­lichst keine Nach­teile sind. Der­ar­ti­ges fin­det man in nicht nur bei Fate, son­dern auch bei Cor­tex+ und Savage World.

Die andere „revo­lu­tio­näre” Regel­me­cha­nik ist die Lösung vom binä­ren Erfolg. Ein klas­si­sches Sys­tem kennt nach dem able­gen einer Fer­tig­keits- / Ret­tungs­wurfs- / Attri­buts- / usw.-probe nur den Zustand „Erfolg” oder „Geschei­tert”, gele­gent­lich ergänzt um „Kri­ti­scher Erfolg” und „Pat­zer”. Das ist m.E. lang­wei­lig, passt aber zu der „Gamis­ti­schen Tak­tik”, über die ich neu­lich mal schrieb. Bes­ser ist eine fei­nere Auf­glie­de­rung. Und damit meine ich nicht die Erfolgs­stu­fen von Split­ter­mond (und jetzt auch DSA5), bei der gemes­sen wird, WIE erfolg­reich man denn nun war, son­dern Zwi­schen­stu­fen.

Bei Fate Core sieht das so aus:

Fehlschlag

Wenn dein Wür­fel­er­geb­nis gerin­ger ist als der Wider­stand, ist das ein Fehl­schlag.
Das kann ver­schie­dene Dinge bedeu­ten: Du erreichst dein Ziel nicht; du erreichst dein Ziel, aber der Erfolg hat einen gro­ßen Haken; oder es gibt andere nega­tive regel­me­cha­ni­sche Aus­wir­kun­gen. Wenn du ent­schei­dest, dass der Erfolg einen Haken hat, legt die SL einen ange­mes­se­nen Haken fest.

Gleichstand

Wenn dein Wür­fel­er­geb­nis genauso hoch ist wie der Wider­stand, ist das ein Gleich­stand.
Das kann ver­schie­dene Dinge bedeu­ten: Du erreichst dein Ziel, aber der Erfolg hat einen klei­nen Haken; oder du erreichst eine ver­min­derte Vari­ante dei­nes Ziels.

Erfolg

Wenn dein Wür­fel­er­geb­nis eine oder zwei Erfolgs­stu­fen höher ist als der Wider­stand, ist das ein Erfolg. 
Das bedeu­tet: Du erreichst dein Ziel, ohne dass der Erfolg einen Haken hat.

Volltreffer

Wenn dein Wür­fel­er­geb­nis drei oder mehr Erfolgs­stu­fen höher ist als der Wider­stand, ist das ein vol­ler Erfolg. 
Das bedeu­tet: Du erreichst nicht nur dein Ziel, son­dern du bekommst noch einen ande­ren Vor­teil dazu.

Kurz gesagt: Man kann Schei­tern. Man kann Erfolg mit einem klei­nen Haken oder mit einem gro­ßen Haken haben, oder ein­fach nur Erfolg, oder Erfolg mit zusätz­li­chem Vor­teil.

Oder, mal als Bei­spiel, einen Move (Unleash an Attack) aus Urban Shadows

1 – 6: Kein Erfolg (aber oft einen Erfah­rungs­punkt)
Ansons­ten:
Mache bru­ta­len Scha­den und
Nimm ihnen irgend­et­was weg

bei 7 – 9: Wähle zusätz­lich eines der bei­den Ergeb­nisse:
Sie machen bei dir Scha­den
Du kommst in eine schwie­rige Situa­tion

Im Sweet­spot (7−9 kommt bei dem 2w6-Wurf beson­ders oft vor) pas­sie­ren also Dinge, die das Ergeb­nis inter­es­san­ter machen. Scha­den bei den PCs oder eine „schwie­rige Situa­tion” (bad spot im Ori­gi­nal) – da wird der Kampf gleich dyna­mi­scher.

Posted in Allgemein | Tagged , , , | Leave a comment

#RPGaDAY2015 Frage 24: Favorite House Rule

#RPGa­DAY2015 Frage 24: Meine Lieb­lings­haus­re­gel?

Das scheint mir eine die­ser Fra­gen zu sein, die zu den Sys­te­men passt, die Andere Leute™ spie­len. Prak­tisch alle Sys­teme, ich ich die­ser Tage spiele, bedür­fen sol­cher Haus­re­geln nicht, oder sie sind bewusst so offen, dass vor dem Spiel eine Anpas­sung erfor­der­lich ist.

Eine Tisch­re­gel habe ich aber: Wenn das Spiel soet­was wie Fate­punkte, Gum­mi­punkte, Mond­split­ter, etc kennt, dann gibt es zusätz­li­che für Out­game­be­mü­hun­gen: Ein Diary, für das Gast­ge­ber sein, fürs Kochen, oder rich­tig viele für guten Whisky…

Posted in Allgemein | Tagged | 1 Comment