Mein Charakter will das so und die Folgen im Spiel.

Den Satz hatte ich schon lange nicht mehr gehört und ich versuche ihn auch immer mit Fassung zu tragen, wenn er mal irgendwo kommt.

Genau genommen habe ich diese blöde Floskel auch schon mal benutzt als ein SL mich in eine Abenteuer Richtung drücken wollte, die so gar nicht zum Charakter gepasst hätte. (ich sollte meine toten Kameraden unbeerdigt liegen lassen und ihre Rohirrim – Pferde an mir unbekannte Abenteurer übergeben)

Aber bei unser letzten Sitzung war es wieder einmal so weit. Ich beackerte zusammen mit meiner Gruppe die auf der Known World spielt (den Meisten als Artesia Welt bekannt) den Plot und fragte, was die Spieler denn machen wollen. 3 Spieler der Gruppe entschieden sich, mit dem örtlichen Pascha zu verhandeln, um das Recht auf den Zugang zum Kräutergarten zu erlangen, wo es eines der Kräuter gibt, welche zum Heilen der Krankheit eines Kindes, das als Geisel gehalten wird, benötigt werden. Die Gruppe ist streng Islik gläubig und ich beschreibe, wie sie dem Pascha bei einem Opferritual für Yhera Anath zusehen, er danach eine rituelle Reinigung vollzieht und die Gruppe freundlich begrüßt.

Plötzlich kommt der Satz: „Mit dem rede ich nicht, denn mit Yhera Gläubigen verhandeln wir nicht.“

Ich kläre auf, dass sie die ganze Zeit über mit Menschen zu tun haben, die Yhera verehren oder anbeten und sie sich in einem fremden Land befinden. Außerdem würden die Anhänger Isliks die Yhera Gläubigen nicht im Geringsten verfolgen und ihr König Pellus of Warwark eine sehr tolerante Schiene gegenüber den anderen Gläubigen fahren. Ihm käme es mehr auf die Taten der Menschen an, als auf ihren Glauben oder besser gesagt, die Götter die sie aktiv anbeten (Zur Erklärung: Die Anhänger Isliks erkennen die anderen Götter durchaus an, sie opfern halt bloß Votivgaben und nicht Tiere)

„Der hat einen Ochsen geopfert und kommt dann einfach zu uns um mit uns zu verhandeln. So etwas würde Islik nie gutheißen und ich finde das auch blöd. Ich will mit dem nicht zusammen arbeiten und verbiete es den Anderen auch. Mein Charakter ist halt so.“

Nun gut, ich knirsche mit den Zähnen und sehe den Spieler an. „Dann mach bitte mal ein Einschüchtern auf deine Kameraden oder spiele bitte aus wie du sie davon überzeugen willst, nicht mit dem Pascha zusammen zu arbeiten. Der Pascha nach dem Opfer für die Reinigung ungefähr 5 Minuten benötigt, in denen Du deine Kameraden davon überzeugen kannst, nicht mit dem Pascha zusammen zu arbeiten.“

„Ich will die nicht einschüchtern, wir sollen das nur nicht machen. Ich will dafür mein Fazinieren benutzen.“

Ich erkläre, dass der Spieler den anderen Spielern etwas verbieten will und ich für dieses Verbot entweder ein Kommandieren oder ein Einschüchtern haben möchte, wenn er es nicht ausspielt. (Die Gruppe hat sich darauf geeinigt, dass diese Fertigkeiten auch auf die Charaktere wirken, solange sie noch Knappen sind)

Die anderen Spieler werden langsam unruhig und mischen sich in die Diskussion ein. Die Mitspielerin merkt an, das sie sich auf jeden Fall mit dem Pascha unterhalten wird, da es um das Leben eines kleinen Kindes geht, die Rettung ihre Mission ist und es sicher dem Schutz des Volkes dienst, denn der kleine Junge, der ja eine Geisel am Hofe ist überlebt. Es wäre ihre Pflicht als angehende Ritterin die Unschuldigen zu beschützen und der Junge wäre unschuldig. (wer Reign kennt kann aus dieser Begründung rauslesen, sie hat je einen Extra- Würfel für die Verfolgung ihrer Duty und ihrer Mission abgegriffen)

Der Spieler sieht sie an und fängt an zu maulen, “aber mein Charakter will das nicht und er wird sich von dir auch nicht überzeugen lassen”. Die Uhr tickt weiter runter und er versucht die anderen Spieler „In Charakter“ zu überreden, doch die finden seine Argumente schlicht und einfach blöd. Als die 5 Minuten um sind, lasse ich die Spieler würfeln und erkläre dem Spieler, dass er einen Würfel abgezogen bekommt, weil er gegen seine Mission verstößt.

Wieder folgt der Ansatz einer Diskussion und ich spreche ein Machtwort. „Eure Mission ist es, das Kind zu retten, dafür braucht ihr den Pascha und die Erlaubnis, in den Kräutergarten zu kommen. Wenn du die Anderen davon überzeugen willst, nicht mit dem Pascha zu arbeiten, dann gibt es einen Strafwürfel, wenn du weiter diskutierst ziehe ich dir noch einen weiteren Würfel für das Verstoßen gegen Eure Duty ab.“ (Beschützt die Unschuldigen)

Die Spieler würfeln und der Spieler, der so rumbockt gewinnt trotz des erheblich kleineren Würfelpools mit einem 8er Pasch. Sein Charakter kann die Gruppe, von denen keiner mehr hat einschüchtern und sie verhandeln nicht mit dem Pascha, bei dem sie sich anmelden lassen haben.

Der ist etwas irritiert, aber lässt die Gruppe nach einer höflichen Annahme der freundlichen Grüße von König Pellus wieder gehen. Die Gruppe zieht ab und ich freue mich, dass sie jetzt keine Möglichkeit mehr haben, an die Kräuter zu gelangen, die es zu dieser Jahreszeit nur den Kräutergärten (Gewächshäusern) des Paschas gibt.

Nach dem Spiel gab es noch eine fette Diskussion, wieso ich das Würfeln zugelassen habe und dem Spieler damit seinen Willen gegeben habe. Ich argumentierte, dass ich mich in den Charakter nicht einmische, solange der Spieler nicht zu groß gegen die Logik der Spielwelt verstößt und das letzten Endes nicht ich sondern die Würfel entschieden haben.

Manchmal ist es recht nützlich bei solchen Spielern die Würfel entscheiden zu lassen und in ihrem Erfolgsfall zu sehen, was für Probleme das der Gruppe bereitet. In meinem Fall ist es so, dass der Junge wohl sterben wird und der Charakter damit einen Krieg auslöst.

Wenn das so weit ist, wird der Spieler schon sehen, was er mit seinem Egoismus bewirkt hat. Auf diese Weise nehme ich die Floskel und lasse die Gruppe durch den Egoismuss des Spielers schon in die Krise rutschen, mal sehen, wie lange die anderen Charaktere da mitmachen.

5 Gedanken zu „Mein Charakter will das so und die Folgen im Spiel.

  1. Am WE des Dreieich Cons hat einer meiner Mitspieler geleitet hat einer meiner Mitspieler ja geleitet und bei ihm hatten sie auch nicht mehr Spaß, weil das System es wohl für die Bedürfnisse der Gruppe einfach nicht bringt. Freizeit Goth hat vorgeschlagen,

  2. Die Knappen waren am Packen und vorbereiten (Infos Sammeln) für die Seereise ins Imperium als sich Ser Ischtan zur Gruppe gesellte und der Gruppe einen Ring und ein Passwort übergab, welches sie benutzen könnten um einen Kontaktmann am Hofe des Imperiums

Kommentare sind geschlossen.