Geschäfte machen mit der Höllenbrut

Logo des Karnevals der Rollenspielblogs
Karneval der Rollenspielblogs

Dies ist ein Beitrag zum von mir organisierten Karneval der Rollenspielblogs im Dezember 2019, der unter dem Titel Höllenbrut steht.

Mir geht es um Geschäfte mit dem Teufel. In vielen Settings mit Elementen des Übersinnlichen sind Geschäfte mit Teufeln möglich. Das von mir geliebte Dresden Files, die bekannte Fernsehserie Supernatural, etc.

Sie alle kennen das Geschäft mit einem Teufel. Und diese Geschäfts sind rollenspielerisch sehr interessant, weil es offensichtlich ist, dass der Teufel nicht dein bestes Will – im Gegenteil. Aber – auch das ist die Setzung – der Teufel ist an den Vertrag gebunden. Zumeist allerdings an den Wortlaut des Vertrages, nie an den eigentlich gemeinten Vertrag.

Hier kommt es also eine gewisse Fertigkeit an, Texte zu gestalten. Als Spieler muss man es hinbekommen, den Text so wasserdicht zu formulieren, dass nichts schief gehen kann: Eigentlich unmöglich. Als SL muss man die Texte möglichst fies lesen (oder gar hören).

Ein Beispiel? Wünscht sich der SC 1.000.000 Dollar, kann der Zimbabwe-Dollar aushelfen, der dank ausufernder Inflation fast wertlos ist.

Weitere Fragen, um die man Questen und Rollenspiel stricken kann:

  • Welcher Dämon oder welche Dämonen sind für einen Teufelspakt geeignet?

    Bei D&D ist der Unterschied zwischen einem Teufel und einem Dämon ja, dass die einen rechtschaffen böse, die anderen chaotisch böse sind. Nur ein rechtschaffenes Wesen wird den Vertrag einhalten. In anderen Systemen lässt sich aus der jüdischen und christlichen Mythologie der Dämonen hilfreiches entnehmen, denn Dämonen werden wie Engeln bestimmte Themen/Kompetenzen zugewiesen.
  • Wie wird das Ritual zur Beschwörung des Teufels (des Dämons) genau durchgeführt?

    Aus Supernatural kennen wir den Crossroad-Demon, aber es gibt sicherlich noch mehr Ansätze, insbesondere wenn es um besonders mächtige Wesen geht – denen will man vielleicht gar nicht ohne Schutz begegnen.
  • Daher muss man sich die Frage stellen: Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen und welche Dinge gilt es unbedingt zu beachten?

    Hier können heilige Gegenstände, magische Schutzkreise, Amulette, etc nötig sein, die zunächst beschafft werden müssen.

Eine Variante des Themas „Pakt mit dem Teufel“ ist übrigens, den Teufel in Menschengestalt auftreten zu lassen, der zunächst nur etwas „Verzichtbares“ fordert – ein klassisches Darlehen bei der Mafia kann da das Beispiel sein. Und wenn man dann nicht zahlen kann, macht er dann ein Angebot für die Seele, dass man einfach nicht ausschlagen kann. Wichtig ist, dass die Höllenbrut immer als solche erkennbar ist – wenn auch nur nachträglich. Der eigegipste Fuß ist eben der Pferdefuß, der unangenehme Schwefelgeruch kam eben doch nicht nur von den 100jährigen Eiern, die beim Essen angeboten wurden, etc.

Zu guter Letzt noch ein kleiner Abstecher in die Frage, wie man den Pakt wieder los wird. Klar: Eigentlich sollte das nicht gehen. Aber unsere Spieler sind ja Helden, da ist es etwas anderes – aber es muss fast unmöglich sein.

  • Die beste Idee von allen: Einen anderen Pakt mit dem Teufel schließen. Der Teufel bietet an, einem aus dem ersten Pakt zu entlassen, wenn… – neues Spiel, neues Glück, aber klar, der Teufel wird den Einsatz erhöhen.
  • Göttliche Intervention. In den meisten Settings können Engel nicht helfen, weil der Mensch den Pakt in freiem Willen mit der Höllenbrut eingegangen ist. Aber vielleicht ist das in deinem Setting anders? Allerdings wird auch eine Engel eine Gegenleistung wollen.
  • Den Teufel besiegen! Höllenbrut spielt gerne, das ist überliefert. Leider sind sie deshalb auch sehr, sehr gut darin. Mühle oder Schach wird man also nicht gewinnen können, aber vielleicht ein relativ junges Videospiel oder ein Spiel mit hohem Glücksfaktor – die könnte man gewinnen.
  • Was mir besonders gut gefällt: Besiege den Dämon in der Sünde, für die er steht. Das geht in manchen Sünden leichter als in anderen, aber mal ganz ehrlich: Während die Höllenbrut, die für die Hauptsünde Acedia, also Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Überdruss, Trägheit des Herzens) steht zwar schwer durch pure Faulheit auszustechen sein dürfte, ist Faulheit auch in der Regel nicht abenteuerrelevant. Aber den Dämon, der einem das +5 Schwert der verbesserten Drachentötung beschafft hat, den kann man vermutlich auch im Schwertkampf angehen…

Höllenbrut: Karneval der Rollenspielblogs im Dezember

Was ist eigentlich eine Höllenbrut? Das Wörterbuch definiert es als

abwertend verworfenste, übelste Menschen

Wörterbuch

Und damit kann man natürlich als Rollenspieler schon etwas anfangen. Aber gerade im Rollenspielkontext bietet sich eine wörtliche Auslegung natürlich noch mehr an.

Logo des Karnevals der Rollenspielblogs
  • Wesen, die in der Hölle ausgebrütet (aus dem Ei geschlüpft) sind
  • Generell Dämonen und Teufel
  • Wesen, deren Eltern (beide, oder nur eines) aus der Hölle stammen. Das andere Elternteil könnte ein Mensch sein, oder auch ein Engel
  • Es könnte etwas sein, was ein PC unter der Haut mit sich herum trägt, eingepflanzt von einem Wesen aus der Hölle
  • Und natürlich all die tollen Pakte mit der Höllenbrut, die man bei Neumond auf einer Kreuzung schließen kann.
  • Höllenbrut kann man bestimmt beschwören. Und was soll da schon schief gehen? (Ich wünsche mir eine Zufallstabelle)

Aber auch noch weitere Themen finde ich passend:

  • Dinge, die in der Hölle ausgebrütet wurden, können auch Ideen sein, oder konkrete Pläne
  • Es könnte um Machtkämpfe innerhalb der Hölle gehen
  • Weil Weihnachten vor der Tür steht, könnte es auch um Adventszeit, Wintersonnenwende, Nikolaus, Knecht Ruprecht, den Weihnachtsmann, Elfen und Rentiere o.ä. gehen, die von der Höllenbrut bekämpft werden oder diese bekämpfen
  • ausgebrütet=aus dem Ei gepellt?

Wenn du beim Karneval mitmachen willst, dann lass dich von dem Wort „Höllenbrut“ inspirieren, oder greife einen meiner Vorschläge auf. Schreib was dazu! Wo du schreibst, ist eigentlich egal. Das kann natürlich ein Blogpost sein, aber auch ein Beitrag in einem Forum wie dem Tanelorn, auf Facebook oder Twitter / Mastodon. Wir freuen uns über jeden Beitrag – ob lang oder kurz, ob es Werte nach dem Hero-System geht oder eine Aspektesammlung für Fate, ob es 140 Zeichen Abenteueridee ist oder eine Settingbeschreibung für eine Höllendimension.

Wichtig ist eigentlich nur, dass du hier in den Kommentaren oder im Themenbeitrag im rsp-blogs-Forum eine kurze Nachricht hinterlässt, wo ich deinen Beitrag finde – damit ich auf dich verlinken kann. Umgekehrt freue ich mich natürlich, wenn du auf diesen Verlinkst – denn dann haben wir alle gemeinsam mehr Aufmerksamkeit geschaffen.

Viel Spaß! Ich weiß, im Dezember ist die Zeit knapp. Aber denkt dran: Hölle kann auch sein, zwei Tage mit der Verwandschaft eingesperrt zu sein und über Politik diskutieren zu müssen…

Und hier die Beiträge

  1. [Planeslayers] Höllenbrut-Preview I: Sechs Sünden (Karneval)
  2. Höllenbrut-Rezension: Broodmother SkyFortress (LotFP).
  3. Geschäfte mit der Höllenbrut
  4. Höllenbrut – Von Biene Maya und dem Söhnen des Teufels (Zum Thema gibt es da auch noch „Anfänge und Übergänge – Das Tor zur Hölle“ und „Höllenhunde – Bitches straight out of Hell“

RSP-Blog-O-Quest #49: Erotik

Erotik, und der gelungene Umgang mit Liebe, Beziehung und dergleichen, interessiert mich ja schon lange. Auch weil meine Spieler und vor allem Spielerinnen das so wünschen. Lesenwert mag dazu deshalb auch der von mir veranstaltete Karneval der Rollenspielblogs „Romantik & Liebe“ sein. Heute geht es aber um den RSP-Blog-O-Quest #49, veranstaltet von Nerdgedanken.

Hier die Fragen des Monats:

Monsterhearts 2, von Avery Alder, Buried without Ceremony, 2018

1. Rollenspiel-Publikationen mit Sonderregeln für körperliche Liebe, Erotik und artverwandte Themen wie beispielsweise „Wege der Vereinigung“ für das System „Das Schwarze Auge“ finde ich albern, weil ich keine Penislängentabelle (mit Rassenmodifikator!) brauche. Dass es auch anders geht, zeigt für mich z.B. Monsterhearts – ein Rollenspiel bei dem es um Beziehungen und Sex geht, dass extrem inklusiv geschrieben ist und auf schlechte Witze verzichtet.

2. Besuche im Puff, Stripclub oder in Tempeln von Gottheiten mit Schwerpunkt körperlicher Freuden sind für manche Tischrunden oder Spielumfelder völlig normal, für andere undenkbar. Was haltet ihr davon? Bei uns ist das durchaus ein Thema. Es geht aber natürlich immer um die Frage, was man jetzt genau ansieht. Ein Stripclub kann so viel sein: Ein Honigfalle, eine Sozialstudie, ein geheimer Treffpunkt, ein Ort der Einsamkeit. Oder eben Anlass für eine Nahaufnahme unbekleideter Brüste. Für meine Runde war das Tabu übrigens erreicht, als ich (inspiriert von den Lebensumständen legal in Deutschland arbeitender rumänischer Bauarbeiter in Deutschland) die Sexworker in ihrer Freizeit in der Baucontainersiedlung erlebbar machte.

3. Der erotischste NPC, der/die mir in meiner ganzen Spielkarriere bisher begegnet ist, war _________ und ist mir wegen ______ besonders im Gedächtnis geblieben. Ich halte das für eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Wie soll ein NSC erotisch sein? Mal angenommen, es gelänge der SL, einen NSC erotisch auszuspielen… nutzt die SL dann ihre Zeit sinnvoll? Wen interessiert Erotik von und mit NSCs? Ich finde, Erotik ist was für PCs. Sie sollen im Mittelpunkt stehen, NSCs sollen die PCs erotisch finden, sie können sich gegenseitig begehren, etc. Aber ein NSC ist nicht dafür da, im Mittelpunkt zu stehen.

4. Fähigkeiten wie „Verführen“ bemessen die Geschicklichkeit eurer Charaktere, ihnen einen NPC durch erotisches Geplänkel gewogen zu machen. Wie nutzt ihr diese am Spieltisch – wird gewürfelt, ausgespielt oder eine andere Option? Das kommt auf die Situation an. Wenn ein Sexvampir einen unbenannten NSC verführen will? Wenn das nicht kommentarlos als erfolgreich angenommen wird, dann wird gewürfelt. Ist es dramaturgisch interessant, dann gucke ich, wie Spielerin/Spieler es mögen. Entweder wird es ausgespielt, oder – für schüchterne Spieler (wie ich ulkiger Weise selber einer bin) ausgewürfelt – oft als mehrstufiger Prozess, um etwas Erzählung hinzubekommen.

5. Im LARP gibt es dagegen seit Jahren entsprechende Regeln, in anderen RPG-Umgebungen hat sich das aber längst nicht so weit verbreitet: Wie geht ihr mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ im Rollenspiel um? Begeistert. Tolles Thema. Ggf. mit X-Card, aber immer mit einer Vorauswahl der Beteiligten und einem vorsichtigen Herantasten an die Grenzen.

Bonusfrage: Plaudert mal aus dem Nähkästchen und verratet euren Lesern die peinlichste Begebenheit, die irgendwie mit Erotik in eurer Spielerfahrung zu tun hatte – egal, ob es nun eurem Spielercharakter oder Mit-Helden geschehen ist. Motto: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen! Das war in einer Fiasco-Runde, vor sehr langer Zeit. Die Spielerin gab die Gattin eines sie schlagenden Mafiosi und hatte einen Bademeister als Liebhaber. Nachdem sie eine ziemlich harte Szene mit dem Ehemann hatte, entschied sie sich, beim Bademeister Trost zu suchen. Alle anderen Spieler waren sich einig, dass sie keinen Erfolg würde haben dürfen – dramaturgisch sonnenklar! Für die arme Spielerin war das brutal – eine tolle Szene, wunderbar (mit leider verdammt echten Emotionen) ausgespielt. Sie hat jahrelang nicht mehr mit mir spielen wollen, weil ihr das alles viel zu Nahe gegangen ist, und ich habe mir massive Vorwürfe gemacht, weil ich nicht gemerkt habe, dass sie dort in eine ihr unangenehme Situation gezwungen wurde.

Happy End: Inzwischen fühlt sie sich dem Thema gewachsen und hat mehrere tolle Runden mitgespielt.

Die Fragen haben dir Lust gemacht, auch darauf zu antworten? Dazu bist du (von Nerd-Gedanken) ganz herzlich eingeladen:

Wie ihr bei der RPG-Blog-O-Quest mitmacht: Schnappt euch die Fragen und beantwortet sie in einem Blog-Artikel, einem V-Log, einem Podcast oder einem anderen für andere konsumierbaren Format hier im Internet. Hinterlasst mir bitte dann in den Kommentaren, im RSP-Blogs-Forum oder auf einem meiner Social-Media-Accounts den Link zu eurem Beitrag, damit auch andere die Chance haben, davon zu erfahren.

Quelle: https://nerd-gedanken.blogspot.com/2019/10/rpg-blog-o-quest-49-erotik.html

Dungeon Crawl Classics im Test eines Erzählonkels

Schuld an der ganzen Nummer ist übrigens Martin.

Der vom Eskapodcast. In Folge 126 interviewt er Andreas Mehlhorn von System Matters, die gerade sehr erfolgreich eine Übersetzung von Dungeon Crawl Classics (DCC) vorfinanziert haben.

Das superhässliche Cover von Dungeon Crawl Classics ist eine angemessene Warnung.

Was ist denn jetzt DCC? Das Gegenteil von dem, was ich eigentlich mag. Es ist Fantasy. Es geht überwiegend um ganz klassische Dungeons, also Höhlensysteme voller Monster. Das Artwork ist psychodelisch, kindlich bis hässlich. Die Regeln sind OD&D. Trotzdem macht das Interview enorm viel Laune, mal DCC zu spielen. Die beiden freuen sich so darüber, loben das Spielgefühl und scheinen derartig viel Spaß an der Sache zu haben… ich wollte es ausprobieren, obwohl Andreas mehrfach betont, dass wäre nichts für Erzählspieler…

Warum schreibe ich jetzt dazu? Weil ich es gestern anlässlich des monatlichen Rollenspielabends im Berliner Sci-Fi und Fantasybuchladen Otherland (der auch ein prächtiges Rollenspielregal hat) gespielt habe. Geleitet hat einer der Inhaber (Simon) höchstselbst, und ich bekam drei kleine Charakerbögen von namenlosen Gesellen der Stufe 0. Die anderen Mitspieler ebenfalls. Fünf Spieler, 15 Männchen.

Und das Abenteuer ging schon los wie ich es hasse. Wir waren auf einer nicht näher spezifizierten oder ausgespielten Hochzeit, wurden hart in das Trinken eines komisch schmeckenden Schnapses gerailroaded und wachen an einem völlig fremden, gefährlichen Ort mit Teilen unserer Ausrüstung wieder auf. Plausibel? Nö.

Soweit, so schlecht. Wenigstens ging es schnell.

Es kommen phantomhafte Geisterwesen und greifen die Gruppe an. Ich würfle für meine drei Männchen eine niedrige Initative. Ladila, der Elfenmusiker, ist tot. Bevor er handeln konnte.

Soweit, so schlecht. Er hatte die besten Werte meiner Männchen.

Wir ringen mit den Monstern, die wir mit unseren improvisierten Waffen nicht verletzen können – sie sind nicht körperlich genug dafür.

Filban, der Halbling-Bauer, hat eine Ente dabei. Mir kommt die Idee, dass man ja die Phantome mit dem Blut der Ente bespritzen könnte – vielleicht werden sie ja körperlich. Der SL lässt das durchgehen, und wir können die Dinger besiegen. Allerdings: Hier erweist sich Simon als Storygamer: Nach dem Abenteuer war die Lösung eine andere…

Meine Idee wurde verewigt.

Ich will euch nicht mit dem Abenteuer als solchem spoilern, aber es blieb außerordentlich zusammenhanglos. Warum an einer Stelle ein Monster auf uns warten würde? Egal. Figur Nummer zwei starb ebenfalls ziemlich sinnlos. Ja, man konnte Hinweise finden, die uns die erfolgreiche Lösung des Abenteuers erlaubten. Aber warum wir z.B. hineingezogen worden waren, blieb völlig unklar.

Peter starb, als er sich in einen Brunnen retten wollte. Vorher versucht der die Geister noch abzulenken…

Aber kommen wir zum guten Teil.

Filban hat überlebt. Er war der Halblingbauer, gestartet mit einer Mistgabel, einer Kette und einer Ente. Er hatte viel Erfolg mit seinen Angriffen, aber hat die letzten Gefechte, sogar den Endkampf, auf einem einzigen Hitpoint überstanden. Das war sehr, sehr spannend und er ist mir an Herz gewachsen. Natürlich hat er niemals so etwas wie Tiefe erfahren. Wir wissen nichts über ihn, außer das er eher mutig ist. Aber ich habe um ihn gebibbert, mit ihm gelitten und konnte zum Schluss kaum noch hingucken, wenn Simon wieder per Zufallswurf feststellte, dass von den 6 Gegnern sich 4 auf den armen Filban stürzen würden. Um dann alle Angriffe nicht zu schaffen. Das war ziemlich, ziemlich cool. Überhaupt, von den 15 Männchen hatten wir zum Schluss noch vier, alle mit genau einem Hitpoint.

Mechanisch kommt DCC wie ein moderat modernisiertes OD&D her. Oder eher wie ein in 5 Minuten erklärtes 3.5. Rüstungsklasse und Rettungswürfe funktionieren wie bei 3.5 (also ohne Thac0) und ohne sonderbare Rettungswürfe. Die sonderbare Verwendung von Attributen stammt auch aus 3.5, also dass das Attribut im wesentlichen dazu da ist, einen Modifikator zu bestimmen, der dann eingesetzt wird. Allerdings sind die Umrechnungskurse Attribut zu Modifikator anders. Es gibt andere Attributsnamen und Glück als Attribut. Der Glücks-Attributswert ist auch die Anzahl von Punkten, die man zur Verbesserung von Würfen einsetzen kann.

Filbans Charakerblatt – Jeder der schon mal D&D gespielt hat, weiß was er tun muss.

Was genau in dem unglaublich dicken Regelwerk geregelt wird, ist mir nicht klar geworden: Die am Tisch eingesetzten Regeln hätten auf eine Karteikarte gepasst. Allerdings scheint es viele Tabellen für Crits und Patzer zu geben, und jeder Zauberspruch scheint mindestens zwei Seiten bekommen zu haben.

Ich habe DCC nicht gekauft. Und das war für mich auch richtig so. Aber Spaß hats gemacht, und ich würde gerne wissen, was aus Filban wird. Jetzt wo er Stufe 1 ist.


Das Otherland ist ein fantastisch sortierter Buchladen – im wahrsten Sinne des Wortes. Spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Horror haben sie eine großartige Auswahl an Büchern auf Deutsch und Englisch. Dazu nerdigen Merchandise, Comics und Rollenspiele.

Am morgigen Samstag ist dort ab 18:30 die Releaseparty zu Berlin-The Wicked City, einen CoC Sourcebook zum Berlin der 20er.

DCC kann man derzeit auf englisch bekommen, die deutsche Übersetzung im Onlineladen des Verlages „System Matters“ bestellen.

Heimspiel: Tanelorn Sommertreffen

Sommerfrische für die Hochleistungsrollenspieler

Wer mich kennt, weiß ich meine Onlinezeit ganz überwiegend im Tanelorn verbringe. Viel zu viel Zeit, um genau zu sein. Aber das Tanelorn ist nun mal der Ort, wo in Deutschland sachkundig und belesen über Rollenspiel diskutiert wird.. was soll man machen?

Zwei mal im Jahr versammeln wir uns zum Spielen. Diese Treffen werden natürlich nicht von den 4000 Mitgliedern besucht, sondern eher vom „harten Kern“, das sind zwischen 60 und 100 Personen, die dazu gen Burg Hessenstein ziehen und ein langes Wochenende mit Rollenspiel und Gesprächen darüber verbringen.

Man kommt Donnerstag an. Sehr üblich ist es, obwohl die Burg eine Vollverpflegung mittlerer Art und Güte anbietet, Snack und Bier mitzubringen, die man vorzugsweise in der heimischen Region erwirbt und so für eine reichhaltige Auswahl sorgt. Das muss natürlich gleich probiert werden… Donnerstags spielen daher nur die ganz Harten, für die anderen ist es ein Abend mit Plaudern, Trinken, Wiedersehen, die Neuen Kennenlernen, und Brettspiel. Erstmals gab es einen Tanelorn-W6 für die Gäste, der sehr chic aussieht. Leider würfelt meiner nicht gut…

Freitags gibt es dann wie Samstag jeweils drei „Slots“, von denen aber üblicherweise nur die Slots vom Mittag bis Abendessen und der nach dem Abendessen intensiv genutzt werden. Für mich gab es am Freitag Nachmittag eine sehr unterhaltsame Runde Conan mit dem dem aktuellen System von Modiphius. Das war – obwohl ich von dem ganzen Crunch im Vorfeld eingeschüchtert war – sehr unterhaltsam. Ich konnte Arnis kleinen Bruder geben, der SL hatte mir einen Charakter gebaut, der – trotz nacktem Oberkörper – in den Nahkampf gehen konnte. Eigentlich eine eher unkluge Entscheidung, auf die Rüstung zu verzichten. Mein Charakter war aber toll und war großartig geeignet, sich durch die Gegner zu metzeln. Selbst ein Krokodil konnte ich mit meinem Messer jagen, so aus Spaß…

Abends gab es dann eine Runde „The Clay That Woke“. Man spielt Minotauren in einer großen Stadt, die stilistisch an Ankor angelehnt ist, im Dschungel, Hauptstadt einer vergehenden Hochzivilisation der Menschen. Die Minotauren haben sonderbare Regeln, nach denen sie leben – die Stille. Sie verbieten u.a. Gefühle zu zeigen oder den Namen einer Frau auszusprechen. Die Regeln bestehen aus einem sehr interessanten, aber durchaus komplexen System, dass als Orakel das Spiel vorantreibt. Der Spielleiter hat die Sonderbarkeiten des Settings toll herausgestellt (den Flußdelphine, die in dem Setting in Menschensprache singen, hat er ein Lied gedichtet und uns vorgesungen), das orakelnde hat erstaunlich gut funktioniert und alles war so fremdartig und stimmig, dass ein erheblicher Sense of Wonder aufkam. Ein toller, wundersamer Abend von einem Spielleiter, der alles toll macht, was ich nicht kann und aus diesen Stärken einen tollen Abend generiert hat. Selbst gemalte Karten, gebastelte Token für das Orakel, liebevoll designte Szenen – rundum prima.

Abends findet man eigentlich immer noch jemand für einen Absacker, so dass ich am Samstag zu DEM Event im Morgenslot zu spät kam: Der Versteigerung. Um die Kosten des Forums zu decken, bringt jeder ein paar alte Schätzchen, Fehlkäufe, Duplikate oder sonst geeignete Regelwerke mit, die dann meistbietend versteigert werden. Zudem gab es 5er-Sets mit weiteren Tanelorn-Würfeln. Wer also mehr als einen haben wollte, der konnte hier zuschlagen. Die waren sehr gefragt, und entsprechend teuer. Die Versteigerung ist immer ein großartiges Vergnügen, sehr unterhaltsam vorgetragen, und da die Vorlieben der Bieter inzwischen überwiegend bekannt sind, oft auch sehr spöttisch. Ich habe 5 Würfel und eine Ausgabe von Wield erworben.

Mittags gab es dann eine Runde Barbarians of Lemuria bei einem meiner absoluten Lieblingsspielleiter. Auch in soweit spannend, als mein Charakterkonzept dem ähnelte, dass ich in der Conan-Runde hatte. BoL ist sehr, sehr viel regelleichter, und damit eigentlich eher mein Ding. Dennoch empfand ich die Regeln von Conan als durchaus besser geeignet, die pure Kraft und Macht meines Charakters darzustellen. Dafür glänzte die Runde mit einem „Herz der Finsternis“-Plot und deutlichem Gruselfaktor.

Abends spielte ich dann „The Fall of Delta Green“. Um das Rollenspiel schleiche ich schon lange herum. Es geht um eine Regierungseinheit, die in den 60ern cthulhuide Bedrohungen bekämpft. Tolle Zeit, tolle Musik, tolles Setting. Und im Gegensatz zum „regulären“ Delta Green auf der Basis von Gumshoe. Das Abenteuer litt etwas darunter, dass wir alle schon etwas zu müde waren, um ein investigatives Abenteuer genießen zu können, war aber trotzdem eine tolle Führung durch die Zeit, mit Kommunistenangst, Kommunen und Kanonen.

Ich bin mal wieder über die Frage gestolpert, wie ich in Gumshoe einen „sozialen“ Konflikt abbilden soll – so war meine Buchprüferin in einen Überwachungswagen der Gegenseite eingedrungen und wollte die Leute mit vorgehaltener Waffe einschüchtern. Die Fertigkeit Einschüchtern ist eine „Wissensfertigkeit“ in dem System – auf sie wird also nicht gewürfelt. Praktisch, wenn man nach dem Spiel gleich ein paar Experten, die alle schon Gumshoe geleitet haben, beiziehen kann.

Sonntags wird dann nur noch gefrühstückt, aufgeräumt und Abschied genommen, denn die Heimreise führt die Leute im Extremfall sogar bis nach Irland zurück, aber auch für mich sind es 5 Stunden Fahrt.

Warum fährt man so lange Strecken zu einem Treffen? Wegen der Leute. Nicht nur, dass viele meiner Onlinefreunde nur dort zu treffen sind – sie sind auch noch die besten Rollenspieler, die man in dieser Dichte finden kann. Die Runden dort sind immer hochspannend, extrem fokussierte und geübte Spieler und Spielleiter, die interessante Systeme an ihre Grenzen führen. Jeder dort ist ein Mensch, für den Rollenspiel wichtig ist, der viel über Rollenspiel, sich und seine Fähigkeiten und sein Verhältnis zu Rollenspiel nachgedacht hat. Es hilft natürlich auch, dass sehr viele Teilnehmer selber Spielleiter sind – die denken eben auch als Spieler mit und sorgen so für fantastische Runden. Hinzu kommt ein – bei mir dieses Mal bewusst nicht gewählter – Fokus auf Drama. Davon hab ich gerade im RL genug, aber sonst spiele ich eben auch sehr gerne Spiele, bei der die Handlung auf der Gefühlsebene stattfindet – von Romantik bis Ehekrise, Todesangst bis Verlangen: Rollenspiel geht auch ohne körperliche Gewalt, ohne Schwerter und ohne das die Welt auf dem Spiel steht.

Für mich ist das Tanelorn-Treffen daher der halbjährliche Höhepunkt des Rollenspiels für mich und ich versuche, kein Treffen zu verpassen.

Hier gibt es noch eine kleine Übersicht der gespielten Systeme:

Update: Das nächste Treffen ist am 20.02.2020 – 23.02.2020, die ersten Runden sind schon online geschaltet…

Wer auch mal hinkommen möchte: Die Anmeldung erfolgt über das Tanelorn, deshalb ist dort ein Mitgliedskonto nötig. Eine Mindestpostingzahl o.ä. benötigt man nicht…

Berliner Brettspielcon mit Ratcon dran

Ich war am Wochenende auf der Brettspielcon in Berlin, eine durchaus spannende Erfahrung – auch aus Sicht eines Rollenspielers, der mit Cons durchaus andere Erfahrungen verbindet.

Zum einen: Das Ding ist verdammt groß, geschätzt übersteigt die Fläche die des Feencons. Die Brettspielverlage sind massiv vertreten, und obwohl erst im fünften Jahr beginnen die ersten Verlage den Termin wahrzunehmen um anlässlich des Cons Neuerscheinungen vorzustellen. Gut besucht, aber gerade eben noch nicht so voll, dass die Enge beklemmend wäre oder man wie in Essen um Spieltische kämpfen müsste. Gerade weil es die Con noch nicht so lange gibt, sind bestimmte Mechanismen noch da, die anfangs für mehr Publikum sorgen sollten: Etwa eine sehr große Ludothek, in der man sich Brettspiele ausleihen kann. Dafür gab es eine eigene Halle, deutlich leiser und mit viel besserer Luft als die Haupthalle.Toll.

Ein Blick auf den Flohmarkt

Und der Flohmarkt! Eigentlich ein Bring&Buy, riesig, extrem populär. Die Warteschlange am Samstag war locker zwei Stunden, um sich durch ein riesiges Labyrinth von Brettspielen zu schlängeln. Der Brandschutz war nahe der Panik und wollte nicht noch mehr Leute in die Halle lassen. War man erst mal drin: Auf dem Tisch, Brettspiele, ein Meter hoch gestapelt. Dahinter: Noch ein Stapel, ebenfalls 1 Meter. Auf dem Fußboden, unter dem Tisch? Noch ein Stapel. Neben dem Stapel? Ein Stapel. Es nimmt kein Ende, es erschlägt. Alte Schätzchen, Spiele vom letzten Jahr, billig, teuer, ausgewählt, vielleicht vollständig, etc. Und die Leute haben dort Ikea-Taschen voller Spiele rausgeschleppt. Es war unwirklich!

Zurück in die reguläre Halle: Zwei der testgespielten Angebote möchte ich besonders positiv hervorheben: Das ist zum einen von Spiel Instabil: Fütter den Kraken.

Ja, fütter ihn!

Ein lose an Werwölfe von Düsterwald erinnerndes Spiel, bei dem man als Gruppe ein Schiff steuern muss, aber sich vor dem Kult des Kraken und Piraten in Acht nehmen muss, die (als Spieler) unerkannt an Bord sind. Durch Handlungen und Interaktionen gilt es die Piraten auszumachen (und den Anführer des Krakenkults). Anders als bei WvD kann man nicht schon in der ersten Runde ausscheiden, und das Spielbrett fokussiert das Spiel schärfer. Sehr, sehr gelungen, aber leider noch nicht käuflich – wir spielten einen Prototyp.

Und dann Stworze! Ein wunderschönes Spiel über slawische Gottheiten und ihre Mythen.

Stworze International Edition

Wunderschön, interessanter Spielmechanismus, sehr gemocht. Soweit, so sehr gefällig.

Ach ja, es war auch Ratcon. Musste man aber fast wissen… Eigene Halle, in die man gehen konnte, mit einem Stand von Ulisses, einem Escaperoom mit DSA-Thema, einen Schmuckhändler und ein paar Zeichnern: und ein paar Tischen für Rollenspiel. Noch besser versteckt ein Raum mit Bühne und ein paar sehr atmosphärische Hallen, die sog. „Lofts“. Die Zahl der Rundenaushänge war zu jedem Zeitpunkt eher überschaubar, die Zahl der gespielten Runden auch. Am Sonntag wurden in der „Rat-Con-Halle“ (der mit dem Stand) an mehr Tischen Brettspiele gespielt als Rollenspiele, und die Lofts genannten Rollenspielräume – atmosphärisch, weil in großartigem Industrial-Charm gehalten, extrem hohe Decken, geweißter Backstein – waren bis auf ein paar Mütter leer, die die kühlen und unbesuchten Räume zum Stillen ihrer Babys verwendet haben.

Die Leute von Ulisses waren alle supernett und hatten auch Zeit für einen Plausch. Das ist gefährlich, weil ich Nico noch Rezis schulde. Der Mingers hat mich ohne Bart (glaube ich) nicht erkannt :)

Man hatte aber (und da teile ich die Ansicht des Kollegen vom Rollenspielblog) das Gefühl: Da geht noch was. So richtig ausgegoren wirkte das Konzept nicht.

  • Die Policy von Ulisses, im Zweifel ohne den Rest der Community etwas zu machen, war hier ein Problem.
    Es gab noch ein paar uns Rollenspielern gut Bekannte: Pegasus hatte Promo-Material für Shadowrun 6 dabei, und irgendwer (aber nicht sie selbst, wenn ich das richtig sah) verkaufte Shadowrun-Bücher. DRP-Preisträger Sven Harder verkaufte seine Abenteuerspielbücher und hatte auch sonst noch so einiges aus dem Mantikore-Angebot dabei, u.a. die GoT-Rollenspielbücher. Aber das war alles verteilt in der Brettspielhalle und wurde von Uneingeweihten nicht mit Rollenspiel verbunden. Weit weg von der Ratcon!
    Und weil die Ratcon nun mal ein Ulisses-exklusives Ding ist, (konnte/durfte/wollte) kein anderer Verlag Ulisses dabei helfen, die potenziell interessierten Brettspieler zu „konvertieren“.
  • Ich glaube nicht, dass es viel geschadet hat, dass parallel die Feencon war. Aber geholfen hat es auch nicht.
  • Werbung hat Ulisses für den Ratcon bestimmt gemacht. Gesehen habe ich es aber nicht. Vermutlich wurden die üblichen Kanäle gewählt, mit denen Ulisses seine Bestandskunden erreichen kann. Die Rollenspieler der Stadt sind nur vereinzelt da gewesen, vielleicht hat sie die Werbung ebensowenig erreicht.
  • Ulisses zeigte am Eingang der Halle erstmal sein Kartenspiel – das passt ins Thema einer Brettspielcon. Aber wie leitet man von dort aus über zum Rollenspiel? Das war ein Problem.
  • Ich sah keine Angebote, bei den zahlreich vorhandenen Ulisses-Mitarbeitern mal eine halbe Stunde Rollenspiel vorgeführt zu bekommen. Das Leiten wurde an Ryckspiel aus Greifswald und Nexus e.V. aus Berlin ausgelagert. Die machen aber natürlich kein knallhartes Dienstleisten im 30-Minuten-Takt. Immerhin, so konnte ich Annie von Ryckspiel mal „Hallo!“ sagen: Die zaubert nämlich immer einen tollen GRT hin.
  • Die Zahl der Runden-Aushänge waren deshalb natürlich kläglich, das Aufgebot an Greenshirts wirkte völlig überdimensioniert für die paar Spieler.

Klar, das ist jetzt auch ein Testballon gewesen, und es mag sich ja auch noch im nächsten Jahr verbessern lassen. Aber ich finde es schade, dass Ulisses das exklusiv machen soll. Bei den Brettspielen darf natürlich jeder Aussteller kommen, der möchte. Aus Sicht der Brettspielcon-Veranstalter wäre es vielleicht interessanter (aber nicht unbedingt lukrativer) den Rollenspielteil in die Hände der lokalen Vereine zu legen…

Schamlos…

… mache ich Werbung für den neu eröffneten Webshop von Spiegelkinder. Die Betreiberin ist nicht nur eine gute Freundin von mir, sondern sie hat auch diesen Würfelbecher hier für mich gemacht:

Außerdem stellt sie die Figuren für den Deutschen Rollenspielpreis her. Bei ihr bekommt man aber nicht nur tolle Würfelbecher, sondern auch noch Schmuck mit Brettspielthemen und extrem tolle Tracker für Splittermond. Ein Blick lohnt sich da…

Was bin ich?

(Fast) jeder kennt die Spielertypen nach Laws. Eine viel kritisierte, inzwischen vielleicht sogar überholte Einteilung der Spieler in bestimmte Gruppen. Die Gruppen beschreiben, an welchen Elementen des Spieles die Spieler besonders viel Spaß haben:

Der Butt-Kicker z.B. tritt eben gerne, wie der Name schon sagt, Leuten in den Arsch. Ein Rollenspielabend ohne Kampf ist für ihn vertane Zeit, der Casual Gamer kommt nicht zum Spielen, sondern wegen der Gesellschaft, und so weiter.

Es ist sehr hilfreich, sich das mal für sich selbst (und vielleicht die eigene Gruppe) vor Augen zu führen, wer an was Spaß hat. Das kann der Test sein, oder eben auch mal drauf achten, wann welche Spielerin auf der Stuhlkante sitzt und es kaum erwarten kann, dran zu kommen – und wo sie sich zurücklehnt und ein Würfeltürmchen baut.

Naja, der Test – das ist mein Ergebnis.

Click mich, um mich groß zu kriegen.

Threatclocks

Threat Clocks

Diese kleine Übersicht von Threat-Clocks zeigt die Fraktionen, die in meiner Dresden Files-„Hamburg“ auf meine Spielergruppe aufmerksam geworden sind.

Was ist eine Threatclock? Ich bin froh, dass du fragst :)!

Ich kenne sie aus John Harper’s Blades in the Dark. Sie zeigen an, wie sehr eine Fraktion verärgert ist.

Man malt einfach einen Kreis, unterteilt ihn in entweder Hälften, Viertel oder Achtel. Immer wenn eine Fraktion von den Spielern verärgert wird, malt man ein weiteres Feld aus. Ist die Uhr ganz schwarz, greift die Fraktion an, mit allem was sie hat. Schon vorher handelt sie, aber eben nur mit 75% oder 50% Einsatz – je nach Stand der Uhr. Natürlich kann die Gruppe versuchen, die Uhr zurückzusetzen (also das Verhältnis zur Fraktion verbessern). Erfolgreiche Aktionen der Fraktion gegen die Gruppe der Spieler kann auch das Verhältnis „verbessern“, weil die Gruppe weniger als Bedrohung wahrgenommen wird.

Ich mag das Instrument, da es den Spielern sehr plastisch zeigt, was ihre Handlungen für Auswirkungen haben und die Fraktionen stets auf dem Spieltisch präsent hält. (Angezeigt werden sie auf Präsentationsfolien, die elektrostatisch an der Tür halten).

Im Detail:

  • Den Hells Angels fehlen 20.000 €, aber sie wissen nicht sicher, ob es die Gruppe war. Aber der Diebstahl eines Motorrades hat schon früher für Ärger gesorgt.
  • Die Black Court Vampires (BCV, Stroker-like Vampire) auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben einen wichtigen Vampir durch Spielerverhalten verloren. Dass die Seele des Vampirs in einer Flasche neulich in den Händen der HA aufgetaucht ist und jetzt von den PCs „verwahrt“ wird, macht die Fraktion noch ärgerlicher.
  • Die Tritonen, ein Volk von Meereswesen, hatte mit einem internen Putsch zu tun, bei dem die PCs eine Rolle spielten. Ihre Seite hat gewonnen, so dass die Spannungen nicht sehr ausgeprägt sind.
  • White Court Vampires (WCV, Sukkubi) stehen mit den Hells Angels im Konflikt um die Vorherrschaft auf der Reeperbahn. Die Exgattin meines Charakters (ein sterblicher Polizist) und Mutter seiner Tochter ist eine der WCV.
  • Der Sohn des Chefs der Russenmafia und die Tochter meines Charakters sind schrecklich verliebt ineinander.
  • AAA Security ist offenbar sehr in einen Plot verwickelt, bei dem magisch begabte Wesen nach Hamburg gebracht werden. Offenbar will jemand deren Kräfte destillieren und sich zunutze machen.
  • Vielleicht ist es die Fraktion um den Magier Reentsma, der mit den Häusern Voss und Blohm verbündet ist. Sie sind alle Magierfamilien, die ihren Sitz im lokalen Magierrat verloren haben. Zumindest Blohm ist schon mit AAA Security in Verbindung gebracht worden.
  • Der Weiße Rat (Rat aller Magier, weltweit) hat einen sehr mächtigen Warden (Magierpolizist) geschickt. Vermutlich, weil unsere Magierin (aus einer eigentlich sitzberechtigten Familien, aber noch Lehrling) einen Sterblichen getötet hat. Das führt zu Spannungen, denn die Hamburger Magier sind auf ihre Unabhängigkeit vom Rat bedacht.
Logo des Karnevals der Rollenspielblogs
Karneval der Rollenspielblogs

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Karnevals der Rollenspielblogs, der diesen Monat das Motto Zeitsprung hat, und von Nerdgedanken organisiert wird.

Weitere Details findet man auf Glorias Seite oder im Forum der Rollenspielblogger.