Figuren und deren Betrachtung aus den verschiedenen Stances.

Ich wollte die Sache mit den Stances wie sie auf der Forge gesehen werden mal etwas genauer beleuchten und habe sie deshalb vor einiger Zeit ins Deutsche zu übertragen. Da ich per Mail gefragt worden bin, was ich so mache antworte ich mal hier und bitte darum die Bitten in Zukunft hier im Blog zu stellen.

Wo sie alle sehen können.

Die Stances

Stance oder Position: Die Position steht für den kognitiven Standpunkt einer Person zu einem fiktiven Charakter. Unterschiede zwischen den Positionen dürfen nicht mit dem Unterschied zwischen „In Charakter“ oder „Out of Charakter“ verwechselt werden.

Der Actor Stance oder die Schauspieler Position: Die Person spielt einen Charakter der als Grundlage für die Art seiner Entscheidungen und Handlungen nur mit dem Wissen und der Wahrnehmung arbeitet, welche der Charakter haben auch würde. Diese Haltung schließt nicht zwangsläufig die Identifikation mit dem Charakter ein oder einfühlen in das, was er oder sie „fühlt“. Diese Position benötigt auch keine „In Charakter“ Dialoge. Es geht schlicht und einfach um die Steuerung des Charakters aus der Position des Selbigen.

Autor Stance oder die Autoren Position: Die Person spielt einen Charakter bestimmt den Charakter und seine Entscheidungen oder Maßnahmen auf der Grundlage seiner eigenen Prioritäten. Diese Position ist unabhängig von der Art, dem Wissen und der Wahrnehmung des Charakters. Die Autoren Position eine rückwirkende „Motivation“ für die Handlungen des Charakters enthalten, muss aber nicht. Wenn diese Funktion fehlt, sie wird diese Position fehlt als Pawn Stance oder Verpflichtungs/Pfändungs Position bezeichnet.

Direktor Stance oder Die Regisseur Position: Die Person spielt einen Charakter und passt bestimmt Aspekte in Bezug auf die Art der Umwelt an. Die Entscheidungen werden völlig unabhängig von der Art des Wissens oder die Fähigkeit Dinge zu beinflussen getroffen. Dabei hat der Spieler nicht nur den Charakter und seine Aktionen, sondern auch einen zeitlichen Kontext und die räumliche Situation der Maßnahmen, im Auge. Oft wird die Betrachtung des Charakters sogar sogar von der Welt und ihren Zeichen getrennt vorgenommen. Die Direktoren Position wird oft mit einer off Topic Erzählung oder einen In-Game-Event verglichen. Etwa so wie die Regiesseur Kommentare beim Directors Cut eines Videos es geht um die losgelöste Entscheidung zugunsten der Story oder des Dramas, nicht der Logik.

Was bedeuten diese Stances jetzt fürs Rollenspiel oder die Kampagne? Viele Leute werden sagen man kann die Entscheidungen des Charakters nicht getrennt von eigenen Entscheidungen treffen. Das schöne ist, all diese Leute haben Recht und gleichzeitig Unrecht, denn es geht um theoretische Grundlagen die es einem als Spieler erleichtern sollen, Entscheidungen zu fällen. Dabei wählt man bewust abstakte Positionen um einen emotionalen Prozess besser auf die Sachebene zu transportieren. Deshalb ist es gut, wenn man neben den Gedanken zur Figur und dem Charakter auch die verschiedenen Positionen aks Stances kennt und sie beim Überlegen mit einbezieht. Aus welcher Warte will ich die Entscheidungen treffen? Will mein Charakter das nicht und was passiert der Kampagne, wenn mein Charakter das nicht will? Der Actors Stance ist gut um Entscheidungen aus der Sicht des Charakters zu fällen, aber jeder Spieler sollte wissen, das es manchmal besser ist in den Autor Stance oder Directors Stance zu wechseln, weil es einfach besser fürs Spiel ist. Manchmal geht es darum, die Figur und den Plot zu sehen und nicht den Charakter.

Ja, es ist nicht 100% Charaktergerecht, aber es ist gut für die Gruppe und den Plot. „Also überleg dir bitte noch mal, ob dein Charakter das wirklich will. Denn Dein Charakter ist eine Fiktion und existiert nur in der Fantasie und deine Mitspieler leiden gerade real unter den Auswirkungen seiner Bockigkeit.“

13 Gedanken zu „Figuren und deren Betrachtung aus den verschiedenen Stances.

    • Taschenlampenfallenlasser sind eher Spieler, die den Idioten Stance folgen. Sie sorgen wegen dem Wunsch nach kurzfristiger Spannung für echte Probleme, was die Langfristigkeit der Kampagne angeht.

      Was würdest Du zu einem Erzähler halten, der im Off Topic erzählt, dass er die Taschenlampe hat fallen lassen um es spannender zu machen? Ich denke du würdest den Direktor einen Idioten schimpfen und das zu recht.

      Der Direktor hat das ganze Bild im Auge und nicht nur den Augenblick weshalb ich noch mal auf den Kern der Sache hinweise:

      Die Entscheidungen werden völlig unabhängig von der Art des Wissens oder die Fähigkeit Dinge zu beeinflussen getroffen. Dabei hat der Spieler nicht nur den Charakter und seine Aktionen, sondern auch einen zeitlichen Kontext und die räumliche Situation der Maßnahmen, im Auge.

      Taschenlampe fallen lassen ist im zeitlichen Kontext aber eben langfristig echt blöd.

  1. Der Stil von Eurem neuen Blog gefällt mir echt gut. Die Artikel sind etwas zielorientierter im Bezug auf die wirkliche Hilfestellung und nicht so sehr mit Meinung durchmischt wie in deinem alten Blog, Jörg. Nichts gegen Deine Meinung, die ist immer sehr unterhaltsam und oft informativ. Wenn das aber etwas besser voneinander getrennt ist, macht es das Lesen einfacher.

    • Na danke, Clone.
      Ich hoffe, das meine Meinung die mir persönlich sehr wichtig bei anderen Lesern mehr Gefallen findet.

      • Ich habe auch nciht dagegen, wenn Du Deine Meinung verbreitest. Ganz im Gegenteil, das ist ja fast schon Pflicht bei einem Blog. Ich finde es nur angenehmer, wenn man (grob) Tips, etc. von der Meinungsäußerung trennt. Gar nicht unbedingt aus stilistischen Gründen oder wegen des journalistischen Ethos, sondern weil es das Aufnehmen der Informationen (für mich) deutlich vereinfacht. Man kann dann eben auch die sahcliche Dikussion über das Spielen von der subjektiven Diskussion über Meinung trennen.

  2. – Dann gib es noch den Zombie Stance. Das sind Spieler ohne Eigeninitiative, die immer nur tun, was andere ihnen sagen.
    – Und den Delusion Stance. Das sind (eher seltene) Spieler, die alle Informationen völlig verdrehen und uminterpretieren, so dass sie ein völlig eigenes Spielerlebnis erhalten, welches nur grobe Ähnlichkeit mit dem Gemeinschaftserlebnis der Restgruppe hat.

    Meine AD&D-Gruppe besteht aus einer Autorin, einem Actor, zwei Zombies und einem Delusionist. Hoffentlich lesen die hier nicht mit… 😉

    • Naja, die Stances von Dir würde ich nicht so annehmen.

      Wichtiger als das Beharren auf dem theoretischen Konstrukt der Stances ist für mich die Auseinandersetzung mit dem, was man an Möglichkeiten zur Betrachtung seines Charakters hat und wie man ihn steuern kann oder sollte.

      Wenn man sich damit beschäftigt, was man machen kann um die Geschichte oder das Abenteuer voranzubringen.

      Das beharren auf einem Standpunkt der lautet: Mein Charakter ist halt so, bringt meist wenig positives für die Gruppe.

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