Die Hoffnung der Known World 8

Nach den Vorbereitungen der letzten Runde habe ich in der Woche noch etwas Arbeit in das Setting und mein Abenteuer gesteckt (mir den Freitag mal freigenommen und richtig rangeklotzt). Dabei habe ich mich auf eine Fanwork gestützt, die mit Martin Schramm netterweise per Mail zukommen lassen hat und diverse Bilder aus dem Internet gezogen, die für die SLC standen.

Unter dem Vorzeichen, das es die letzte Runde mit Freizeit Goth ist habe ich in der Woche noch mal mit allen Mitspielern gesprochen und sie ordentlich heiß gemacht. Ich habe mir außerdem passende Musik für diverse mögliche Szenen rausgesucht und diese auf dem Desktop meines Laptops hinterlegt. (nach Themen sortiert und entsprechend benannt um sie schnell finden zu können)

Der Gastgeber koppelte das Ganze dann mit seinen Soundsystem und der Soundcheck war mehr als nur zufriedenstellend. Zusätzlich druckte er mir meine auf dem Laptop gezogenen Bilder noch in Farbe aus (Farblaserdrucker rocken)

Die Spieler trudelten dann auch sehr pünktlich ein, leider auch der Spieler der aus der Runde geflogen war. Dieser setzt sich an den Tisch und verlangte das Recht mitzuspielen. Mein Gastgeber lief kreideweiß an, er kennt mein Temperament recht gut. Während diesem nach eigenen Angaben durch den Kopf ging, wie er seiner Frau die zerlegte Wohnzimmereinrichtung erklären sollte und der Rest der Truppe der festen Meinung ist, die Temperatur im Raum war weit unter dem Gefrierpunkt sah ich den unerwünschten Mitspieler an und lächelte. Ich holte mein Telefon raus, rief seine Ehefrau an und fragte sie, wie es ihr mit der Regelung gefiele, dass wir am Freitag während des Spieles ihr Kind umsonst Babysitten würden.

Die gute Frau fiel aus allen Wolken, dass ihr Mann doch bei uns war und verlangte ihn kurz.

Ich weiß nicht was sie zu ihm gesagt hat, aber nach 30 Sekunden gab er mir stumm das Telefon zurück und verließ ohne ein weiteres Wort das Haus.

Braves Mädchen!

Nach dem Umschiffen dieser Klippe startete ich also die Musik und hielt meine Einführende Rede, was so los sein. Ich baute die Spannung auf und Es kam zum ersten kleinen Kampf, den ich mit einem Sound unterlegt leitete. Die Spieler gewannen dank einer klugen Taktik und preschten weiter im Plot voran. Dann legten sie den Bösewicht, welcher die Gruppe eigentlich im Endkampf fordern sollte um. Sie hatten ein Gerücht von ihm gehört, haben ihm eine Falle gestellt und er ist schön reingestolpert.

Jetzt war Improvisation angesagt, ich überlegte fieberhaft, welcher seiner Schergen denn das Amt jetzt übernehmen würde. Glücklicherweise erübrigte sich das Problem, weil die Spieler von sich aus einen der potentiellen Nachfolger umdrehten um zum Spion von Warwark machten, indem sie seinen Sohn aus dem Kerker des toten Anführers befreiten und ihn die Knappin von FG verführte um zu bekommen was sie wollte. Der neue Spion nutzte die Hilfe der Gruppe um seinen Widersacher aus dem Weg zu schaffen und etablierte sich damit nachhaltig als Macht in der Stadt.

Die Charaktere waren sich durchaus bewusst, dass sie einen Verbrecher unterstützt hatten, doch die Vorteile des Helfers überwogen die Nachteile und sie sagten sich ganz pragmatisch, das sie lieber jemanden als Anführer der Diebe hatten, der ihnen vertraute und sich halbwegs an regeln hielt, als einen Psychopaten. (wenn die wüssten wie Krank der Kerl wirklich ist)

Ausgestattet mit den benötigten Karten der Gegend und den Schwachstellen der Burgen (die ja im vorrangehenden Abenteuer noch geschaffen worden waren) machten sich die Charaktere auf den Weg nach Warwark um bei Freyja Bericht abzuliefern.

Dort wurden sie gleich in ein paar Intrigen verwickelt und schafften es sich bei den Agaliten noch unbeliebter zu machen, als es vorher schon der Fall war. Zusätzlich wurden 2 der Knappen noch Zeuge, wie Ser Pellus mit der Königin von Daradja (Artesia) ins Bett ging um einen Handel zu besiegeln und Lady Freyja darüber gelinde gesagt nicht erfreut war.

Die Gruppe machte sich dann mit der Lady auf den Marsch um die ersten Burgen einzunehmen und den Vater, einer der Knappen zu befreien, der von Agenden der Iskliieden gefangen genommen worden war. Die Zeit drängte, der Vater sollte in nur einem Monat hingerichtet werden.

Die erste Schlacht des Tages war ein bombastischer Sieg und die Truppen Freyjas machten kaum Halt, sondern preschten weiter vor um die nächste Burg zu nehmen. Auch diese Burg nahmen die Truppen im Eiltempo und die Gruppe stand vor den Toren der Stadt, wo ihr neuer Freund jetzt der Herrscher der Diebe war. Ein Kontaktmann des Freundes schickte ihnen die Köpfe der Anführer der Stadt in einem Präsentkorb und die Tore der Stadt wurden den Truppen geöffnet.

Lady Freyja war voller Misstrauen und befahl den Truppen unter massiver Absicherung durch die Stadt zu reiten. Sie verbot außerdem jegliche Siegesfeiern und erinnerte an die Schlacht und das Schicksal von Bluewall, wo sich die Stadt auch ergeben hatte.

Unter den Truppen kam Unruhe auf und die Knappen machten sich um die Moral der Truppen verdienst, indem sie die Feier in die Lager der Truppen brachten ohne das es zu Zwischenfällen kam. Zwei Tage später marschierten die Truppen weiter und nahmen die Festung ein, in der sich der Vater von FGs Knappin befinden sollte. Dort erfuhren sie, das ihr Vater von dem Freund aus der alten Stadt freigekauft worden war und stellten diesen zur Rede.

Er bekräftigte den Freikauf und verlangte im Gegenzug zum Freilassen des Vaters die Ehe mit der Tochter.

Als ich diese Bombe platzen lies guckten mich alle Spieler an und klatschten. Die Spieleer entschlossen sich, den Vater nicht freizukämpfen, sondern die geplante Hochzeit abzuhalten. Das ergab noch eine prima Szene, mit den anderen Knappen, die es ihr ausreden wollten und eine one on one Szene mit ihrem Freund, der von ihr gesagt bekam, dass die Pflicht mehr Wert ist als die Liebe.

Es gab noch eine kurze Beschreibung der Hochzeit, eine Aussöhnung von Vater und Tochter und das Abenteuer ging zu Ende.

Fazit:

WOW war das genial!

Super Kämpfe, geniale Stimmung und ein überraschendes Ende an dem sich die Tochter für den Vater opfert. Super Rollenspiel von allen Charakteren. Die Gruppe hat zwar wieder alle meine Pläne über den Haufen geworfen, doch ich habe gut improvisiert und mit der Hilfe meiner Spieler etwas ganz Großes erschaffen. Dabei haben die Spieler sich in einigen Situationen ganz bewusst für Sachen entschieden, die besser für die Story waren, als für ihren Charakter oder für andere Charaktere als ihren eigenen.

Der Höhepunkt war das Gespräch mit den verliebten Knappen, der seine Holde bittet den Bösewicht nicht zu heiraten. Ich hatte Tränen in den Augen und FG hat beim Spielen Rotz und Wasser geheult, weil sie so fertig war.

Danach gab es noch ein nettes Bierchen und FG hat ein nettes Präsent zum Abschied bekommen.

Wir werden sie alle vermissen und wünschen ihr alles Gute in Hong Kong!

4 Gedanken zu „Die Hoffnung der Known World 8

  1. Naja, das ist einer der wenigen Vorteile, wenn mal mit Kumpels spielt.

    Ich kenne seine Frau und ich weiß, wie sehr sie den Service schätzt, das sie ihr Kind alle 2 Wochen kostenlos parken kann um etwas zu unternehmen.

    Ich hatte einfach keine Lust mehr mich zu ärgern und habe auch kein Druckmittel in der Hand, außer ihm zu “Schubsen”. Da ist der
    Umweg über die Frau zwar nicht unbedingt netter, aber für mich wesentlich bequemer.

    Die Spielerin hat ihren Charakter jetzt geparkt und will von Hong Kong aus Bluebooken, also mit den Charakteren per Brief kommunizieren.

    Sobald sie ihren Internet-Amschluss hat überlege ich, mit ihr eine Skype Runde zu spielen. Mal sehen, wie das mit der Zeitverzögerung funzt.

  2. Hörte sich jetzt eher so an, als ob sie alles andere als begeistert davon wäre, ihren Mann beim RSP zu sehen^^. Sollte er eigentlich zu Hause sein und das Kind hüten ?

    Wir haben gestern jedenfalls Tränen gelacht, sowohl über seine Forderung als auch über deine “Problemlösung” 😀

    Bzgl. Skype zocken wir in einer meiner Runden mit nem Spieler, der jetzt in Trier studiert, und zumindest die Strecke Lübeck-Trier ist verzögerungstechnisch zu vernachlässigen.

    Gruss
    Bernd

  3. Sie hätte ihren Mann gerne bei uns wenn wir spielen, aber nicht wenn wir ihn nicht wollen.

    Bis dahin ist es für sie einfach nur praktisch, dass wir kostenlos auf das Kind aufpassen, wenn wir spielen.

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