[RSP-Karneval] Ich find Musik doof

Rsp-Blogs KarnevalAlso, am Spieltisch. Nicht immer und bei jeder Gelegenheit, aber oft genug. Am Spieltisch nervt Musik!

  • Rollenspiel findet durch Gespräch statt. Da will ich nicht schreien müssen, da kommt es auf Nuancen an. Hintergrundmusik nervt da nur, weil jetzt alle lauter reden müssen
  • Die Musik ist oft genug völlig unpassend. Insbesondere wenn einfach nur eine CD im Hintergrund runtergenudelt wird, passt die Stimmung der Musik nur höchst zufällig zur Szene. Oft stört sie sogar, wenn ein ruhiges Lied den Kampf untermalt.
  • Noch schlimmer wird es, wenn der SL das Problem mit der unpassenden Musik erkannt hat. Und nun genau passende Musik spielen will. Dann muss er nämlich zur Szene passende Musik punktgenau auswählen. Tolle Idee, lieber Spielleiter! Hast ja sonst nix zu tun, insbesondere sind die vier bis fünf Spieler bestimmt ohnehin gerade gelangweilt und wollen gar nicht, dass es endlich weitergeht. Mit dem Rollenspiel. Die wollen lieber Musik hören, da bin ich sicher.
  • Übrigens: Selbst wenn du jetzt voll die passende Musik gefunden hast: Das Stück läuft 3:30 Minuten. Bist du bis dahin mit der Szene durch? Oder klickst du dann wieder, statt zu leiten?
  • “Aber”, so höre ich den SL sagen, “ich hab hier so die Playlist offen, dass geht alles ganz schnell!” TUT ES NICHT. Dein Laptop passt ohnehin nicht zum Fantasysetting und geht immer in den Standbymodus – das dauert, bis du eine Eingabe gemacht hast. Auch Smartphone oder Tablet-PC müssen erst entsperrt werden. Und wenn du gerade Spannung aufgebaut hast, dann sind selbst die (wenn du ECHT schnell bist) 30 Sekunden zu viel. So viel Stimmung kann die Musik nicht wieder aufbauen, wie du gerade durch rumklicken zerstört hast!

Ich will einem SL nicht Unrecht tun. Der leitet seine Buffy-Runde nämlich immer mit einem tollen Opening ein, indem er die Titelmelodie einsetzt, die Helden vorstellt und erzählt, was in der letzten Folge geschah. Das ist großartig und stimmungsvoll. Und danach bleibt die Musik aus!

Dieser Artikel ist Teil des Flöten, Sänger, Synthesizer [Mai 2012] - Rollenspiel-Karnevals, der diesmal von Roachware organisiert wird.

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Über Blechpirat

Einen echten Blechpiraten erkennt man daran, dass er ein alter die-hard cyberpunk ist. Er hängt gerne auf Cons rum und spielt zumeist FATE.
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21 Responses to [RSP-Karneval] Ich find Musik doof

  1. grnf sagt:

    ganz deiner meinung.

    ulkig find ich auch spielleiter, die stunden damit zubringen, vor der sitzung eine passende playlist zusammenzuklicken. statt die zeit für eine bessere vorbereitung zu nutzen.

  2. ghoul sagt:

    Volle Zustimmung auch meinerseits!

  3. Adrian sagt:

    Ich muss widersprechen. Musik stört unter den von Dir beschriebenen Bedingungen genau so wie Handouts, Karten, Bilder oder besonderes Essen! Was Du beschreibst ist nicht der unpassende oder fehlende Effekt von Musik sondern die schlechte Vorbereitung und Organisation der Wiedergabe. Wenn ich erst mal stundenlang durch eine Mappe mit Karten blättern muss (oder lange im Monsterbuch nach dem passenden Bild suche), dann ist das Nichts anderes. Mit einer Playlist wird man tatsächlich meist nicht gut zurecht kommen, aber es gibt eben ganz praktische Alternativen. Ich möchte mal unverschämt auf einen Kurzeintrag in meinem Blog verweisen: http://rpgideen.wordpress.com/2012/03/04/schatze-fur-das-ipad-soundslate/ – Soundschnipsel unterschiedlicher Länge per Touchscreen direkt abspielen, mit oder ohne Wiederholung, mit Ein- und Ausblenden usw. Klar, nicht jeder hat ein iPad, aber es gibt ja auch für PCs passende Software. Und natürlich muss ich mein iPad / iPhone / Smartphone nicht entsperren, ich brauche nur einen Finger zu bewegen, das kann ich immer noch schnell genug…

  4. Jan sagt:

    Und das haben wir fünf gute Gründe, warum ich zu diesem Karneval nichts schreiben werden (der sechste ist die Zeit), denn das ist voll meine Meinung, nur wäre ich gar nicht auf fünf Gründe gekommen. Bin auch kein Freund von Musik am Spieltisch. Habe noch nie erlebt, dass das was verbessert.

  5. Shadow sagt:

    http://tagschatten.blogspot.de/2012/05/musik-muffel.html

    Ich machs per Hand, das mit dem Trackback hab ich immer noch nicht raus.

  6. Falk sagt:

    Amen Bruder!

    und die Idee mit dem Opener zur Wiederholung der letzten Spielabende ist eine geniale Idee. Muss ich ausprobieren. Mir fehlt nur eine passende Musik für mein Fantasysetting :P

  7. Curima sagt:

    Hm. Naja, an den Punkten ist zwar was dran, aber es sind alles Dinge, die man durch gute Vorbereitung abstellen kann. Musik nicht zu laut stellen, fertige Playlists nur für dieses eine Abenteuer erstellen, Tracks passend zu den Szenen benennen, nur Tracks nehmen, die man in Endlosschleife laufen lassen kann und schon dauert das Abspielen der Musik nicht länger, als im Buch nach der richtigen Seite zu blättern.
    Ich bin ein großer Fan von Musik beim Rollenspiel, sie trägt unheimlich viel zur Stimmung bei, aber, das muss ich zugeben, nur, wenn der SL da viel Arbeit und Zeit investiert.
    Ich blogge da demnächst auch nochmal was drüber *nick*
    LG
    Curima

    • Jan sagt:

      Eine Playlist vorbereiten halte ich für utopisch, außer man railroaded die ganze Kiste. Irgendwann passt es dann immer nicht und man muss suchen. Dass es nicht viel anders als suchen im Buch ist, da gebe ich dir Recht, aber ich suche auch nur verdammt ungern in Regelwerken am Tisch. Da mache ich lieber ein “Ruling” und weiter geht’s. Und spiele Systeme bei denen das nicht so oft nötig ist.

      • Curima sagt:

        Das mit den Playlists war auch nicht so gemeint, dass man für eine Reihenfolge von Szenen, die genauso stattfinden müssen, wie der SL die Musik dazu geplant hat, Musik raussucht ;) Aber man weiß ja ungefähr, was im Abenteuer vorkommt. Wenn also die Playlist Stücke wie “Verfolgungsjagd”, “Kampf”, “Waldgeräusche”, “erhabener Tempel” und “Stadt” beinhaltet, kann man sie gut einsetzen, ohne dass man dafür railroaden müsste. Und wenn man Abenteuer spielt, in denen gewisse Szenen passieren “müssen” (also die, für die es im Buch nen Vorlesetext gibt :p), kann man dafür auch die Musik raussuchen, die Szene kommt ja eh :p
        (Nein, das ist jetzt kein Loblied auf Railroading und schon gar keins auf Vorlesetexte… )

  8. Shadow sagt:

    Naja, drei von den fünf Punkten sind Strohmänner…

  9. Pingback:Musik am Spieltisch – Fluch oder Segen? | Papierwelten

  10. JollyOrc sagt:

    Ich sag mal so: Bei einigen Spielrunden habe ich unglaublich guten und passenden Einsatz von Musik erlebt. Bei anderen ziemlich miesen.

  11. Roger sagt:

    Herrjeh, musst Du schlechte Erfahrungen damit gemacht haben ;) Ich möchte Musik beim RPG nicht missen und meine Spieler reagieren komisch, wenn keine Musik kommt. Klar, dass muss man auch mal lernen zuerst. Nur Playlists dudeln oder am besten ne CD hoch und runter, auf Endlosrepeat ist ein Auto-Loss

  12. Roger sagt:

    Als Tipp für die SLs, die gern wollen, aber nicht wissen wie: http://www.teilzeithelden.de/2011/10/23/chaos-in-der-musikbox/

  13. Karsten sagt:

    Also vielleicht bin ich da komisch, aber bei den Reaktionszeiten des SLs sind für mich auch Sekunden von großer Bedeutung. Es ist kein Zufall, dass ich als SL praktisch nie was von den Snacks abbekomme – ich finds bei SLs störend, wenn die ausfallen, weil der Mund voll ist. Und egal, was sich der SL einbildet: Seine Musikwahl dauert. Wenn er nicht gerade dem Tavernenspiel seiner Gruppe lauscht, dann ist er fast sicher auch ausgelastet, und nebenbei noch Musik beachten (läuft sie noch? zu viele Wiederholungen? Passt es gerade) ist eine zusätzliche Aktion ;)

    Und wenn Roger in seinem Beitrag schreibt: “Die Schnel­lig­keit und Unauf­fäl­lig­keit kommt daher, dass ich quasi leite, wäh­rend meine Augen kurz auf den Bild­schirm gerich­tet sind und ich das nächste Lied aus­su­che.” – dann erinnert mich das an Autofahrer, die nebenbei eine SMS tippen. Sowas ist Selbstbetrug, das dauert weitaus länger, als sich solche SLs zugestehen.

    Aber: Ich bin bereit zuzugeben, dass es für ANDERE vielleicht den Zeitaufwand wert ist. ICH mag es schnell (ich erlebe Flow, nicht Immersion) und bin eher unmusikalisch. Aber der Spielertyp, dem ich angehöre – den bedient ein DJ/SL nie, egal wie ausgefeilt Hard-&Software ist und wie oft er die Musik vorher gehört hat.

    Ich will, dass der SL Welt und Story beachtet, und zwar zu 100%. Und das ist anstrengend genug!

    • Roger sagt:

      Stimmt ich voll zu, dass der/die SL perfekte Aufmerksamkeit der Welt und der Runde zukommen lassen sollte. Vielleicht kann ich gleichzeitig zuhören und die Musik umstellen? Keine Ahnung. Bei mir holpert es nach sehr vielen Jahren des Leitens mit Musik nur noch äusserst selten. Gestört hat sich da noch nie einer, sei es auf Cons oder in Privatrunden

  14. Shadow sagt:

    Wie lange brauchst Du, um in einem offenen Dateiordner eine Datei doppelzuklicken? Darauf reduziert sich dieser Komplex im Endeffekt.

  15. Pingback:Phönixbanner » Gehörte Abenteuer – Soundeinsatz im Rollenspiel

  16. Lord Abbadon sagt:

    Moin ;)
    Melde dich doch bitte bei der angegebenen Emailadresse oder über Youtube bei mir, ich habe da einen Vorschlag für dich/euch ;)

    mfg.
    Lord Abbadon

  17. Pingback:Roachware » Um-Aus-zug

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